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Ostholstein Neuer Name: Scharbeutz jetzt ohne „Café Wichtig“
Lokales Ostholstein Neuer Name: Scharbeutz jetzt ohne „Café Wichtig“
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07:00 14.11.2019
„Grande Beach Café“ statt „Café Wichtig“: Geschäftsführer Tung Truong zeigt die neue Speisekarte für das Lokal an der Scharbeutzer Dünenmeile. Quelle: Sabine Latzel
Scharbeutz

Künftig wird es wieder nur eines geben – ein „Café Wichtig“ an der Ostseeküste. Denn das Scharbeutzer Lokal an der Dünenmeile legt den bekannten Namen ab und heißt ab sofort „Grande Beach Café“, in Anlehnung an den Inhaber Ralf Casagrande. Die Änderung symbolisiere den Neustart nach Renovierung und Umbau, erklärt Geschäftsführer Tung Truong. Zudem wollten sich die Scharbeutzer damit vom „Café Wichtig“ in Timmendorfer Strand abgrenzen – dabei waren die beiden Treffpunkte vor einigen Jahren noch gesellschaftlich verbunden.

In die Erneuerung wurden laut Betreiber 800 000 Euro investiert

Derzeit wirken die Handwerker im Café an der Scharbeutzer Dünenmeile – drinnen und auf der Terrasse, die wieder ein Wintergarten werden soll. „Jetzt aber einer mit Glasdach, und energieeffizienter wird der Raum auch“, sagt Tung Truong. Der große Innenraum werde ebenfalls umgestaltet, mit größerer Bar und neuem Inventar. 800 000 Euro seien in die Erneuerung investiert worden, berichtet Truong.

Entstehen solle ein Ort mit „absolutem Wohlfühlfaktor“, der vor allem aufgrund seiner Qualität und des schönen Aufenthalts überzeuge. „Ist es da noch wichtig, im ,Wichtig’ zu sein?“: Diese Fragen hätten sich Truong und Ralf Casagrande gestellt und sie mit „Nein“ beantwortet. Den Wunsch-Namen „Casa Grande“ habe sich ein Gastronom in Nordrhein-Westfalen schützen lassen, berichtet Truong, deswegen sei schließlich die Wahl auf „Grande Beach Café“ gefallen.

Café Wichtig“ war zunächst nur ein Spitzname

„Dass wir vom Timmendorfer ,Café Wichtig’ getrennt sind, soll man auch im Namen sehen“, erklärt Truong. Dabei geht das „Wichtig“ auf Ralf Casagrande zurück: Dieser übernahm 1974 das Timmendorfer Café „Engel’s-Eck“ und machte es zu einem prominenten Treffpunkt mit glamourösem Schimmer, was dem Lokal irgendwann den Spitznamen „Café Wichtig“ bescherte. Diesen ließ Casagrande zunächst auf die Karte setzen und sich später schützen, und schon lange steht der „Zweitname“ auch als Schriftzug auf der Markise.

Prominenter Treffpunkt: das „Café Wichtig“ in Timmendorfer Strand, das 1951 als „Engel’s-Eck“ eröffnet wurde und diesen Namen ebenfalls bis heute trägt. Quelle: Sabine Latzel

Die Immobilie gehört jedoch der Familie Schumann. Kurz vor dem Auslaufen des Pachtvertrages entschloss sich Casagrande dann 2011, ein „Café Wichtig“ an der damals nagelneuen Scharbeutzer Dünenmeile zu eröffnen. Groß war die Sorge der Timmendorfer, ihr „Wichtig“ zu verlieren – doch Casagrande und der jetzige Chef Jan Schumann einigten sich, und so bestanden die Cafés gleichen Namens nebeneinander her. „Es gab auch Überschneidungen, zum Beispiel gemeinsame Gutscheine, die an beiden Standorten eingelöst werden konnten“, sagt Tung Truong. Mittlerweile unterschieden sich jedoch die gastronomischen Konzepte erheblich, ebenso das Publikum, sagt er. „Wichtig war einmal – wir sind jetzt Grande“, laute deshalb das Motto.

Für das Timmendorfer „Café Wichtig“ werde sich nichts ändern

„Es gibt kein böses Blut“, äußert sich Jan Schumann dazu gelassen. „Gesellschaftlich wurden die beiden Betriebe sozusagen auseinander geflochten, aber wir haben weiterhin ein gutes Verhältnis zueinander.“ Für ihn beziehungsweise das Timmendorfer „Café Wichtig“ ändere sich nichts dadurch, dass es künftig wieder nur eines an der Ostseeküste gibt. „Für die Gäste war ohnehin klar, dass das zwei ganz verschiedene Cafés sind.“

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Das „Grande Beach Café“ werde am Freitag, 29. November, eröffnet, kündigt Tung Truong an. Die Gäste träfen dann nicht nur auf einen neuen Namen, sondern auch auf ein neues Konzept. Die Zahl der Plätze wird reduziert: von 119 im Innenbereich auf 102 (inklusive der Plätze an der Bar) und von 128 auf 84 Außen-Plätze. Um des ständigen Andrangs Herr zu werden, würden zudem die Preise angehoben, „nicht zu sehr, aber so, dass wir dadurch ein wenig selektieren können“. Geplant seien weiterhin Veranstaltungen wie Motto-Dinner und das Gänse-Essen, hinzukommen soll Live-Musik beispielsweise in Form von „Sofa-Konzerten“.

So sieht es derzeit im künftigen „Grande Beach Café“ in Scharbeutz aus: Für die Handwerker gibt es noch einiges zu tun. Quelle: Sabine Latzel

Von Sabine Latzel

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