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Ostholstein Neuer Skatepark in Scharbeutz nimmt endlich Form an
Lokales Ostholstein Neuer Skatepark in Scharbeutz nimmt endlich Form an
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16:25 06.08.2019
So soll der neue Scharbeutzer Skatepark nach den Plänen des beauftragten Büros aussehen. Quelle: Maier-Landschaftsarchitektur/HFR
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Scharbeutz

Was lange währte, wird nun tatsächlich ein Skatepark: Seit einigen Wochen laufen die Bauarbeiten auf dem Areal an der Scharbeutzer Strandallee, auf dem künftig junge – und vielleicht auch etwas ältere? – Menschen rollen, rutschen und springen sollen. Die neue Anlage aus sogenanntem Ortbeton kostet die Gemeinde 350 000 Euro und könnte möglicherweise schon im Oktober dieses Jahres fertig sein.

Die Grundform des Skate-Pools ist schon zu erkennen

Die Reste der Vorgänger-Anlage sind abgerissen, auf den etwa 1000 Quadratmetern schräg gegenüber der Scharbeutzer Jugendherberge häuft sich Sand und formt bereits die Ränder des Skatepools – mehr ist noch nicht zu erkennen vom neuen Sportangebot für Skateboarder, BMX- und Roller-Fahrer sowie Inline-Skater. „Jetzt wird es aber schnell vorangehen“, sagt der SPD-Gemeindevertreter Jürgen Brede, der sich für die neue Anlage engagiert hat. „Noch in dieser Woche sollen die Bauzeiten mit der Gemeinde abgestimmt werden.“

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Ostholsteins modernster Skatepark steht bislang in Neustadt.

Dem Baubeginn vorausgegangen waren einige Unstimmigkeiten und viele Debatten. Vor gut sechs Jahren war am jetzigen Standort „Sailingpoint“ bereits eine andere Skateanlage errichtet worden – die dann im April 2013 trotz intensiver Vorbereitungen auch durch Jugendliche aus der Gemeinde nicht eröffnet werden konnte: Der Kreis Ostholstein gab diesen Skatepark nicht frei, weil Genehmigungen und ein Tüv-Gutachten fehlten und einige Geräte Mängel aufwiesen. „Das Gelände war dann einige Monate lang gesperrt, bis der Kreis grünes Licht gab“, sagt Jürgen Brede rückblickend.

Für 350 000 Euro entsteht eine Anlage aus Ortbeton

Die Anlage sei jedoch „einfach gestrickt“ gewesen, berichtet er, „das Holz gammelte schnell, und 2017 wurde dieser Skatepark wieder geschlossen“. Ende 2017 beschloss die Gemeindevertretung Scharbeutz den Bau eines neuen Skateparks für 300 000 Euro, weitere 50 000 Euro für das Projekt wurden im Juni dieses Jahres bewilligt. Als Provisorium mietete die Gemeinde für 2018 einige transportable Geräte an.

Der Anfang ist gemacht: Hier entsteht der neue Skate-Pool. Quelle: Sabine Latzel

Nun aber entsteht eine dauerhafte Anlage aus Ortbeton, der – der Name deutet es an – erst vor Ort erhärtet, wobei er zuvor von Hand geformt und geglättet wird, wie es in der Beschreibung des Planungsbüros Maier-Landschaftsarchitektur heißt. Ortbeton habe vor allem bei harten Plastikrollen, wie sie beim Skateboarden üblich seien, „ideale Rolleigenschaften“. Weitere Vorteile: lange Nutzungsdauer, wartungsarme Instandhaltung, weniger Lärm.

„Transitions“, „Banks“, „Ledges“ und „Rails“ für die Skater

Den Bau selbst übernehmen die Mitarbeiter der Spezialfirma Häring-Skateparks. Vorgesehen ist laut Beschreibung eine „organische Form“, teilweise von den Dünen eingefasst, die sich in die Umgebung einfügen soll. Neben genanntem Skatepool sollen verschiedene Rampen („Transitions“ und „Banks“, meint: Ebenen mit und ohne Wölbung) sowie „Ledges“ (eine Art Mauer mit Gefälle) und „Rails“ (Stangen zum Drüberrutschen) die Skater-Herzen erfreuen.

Noch ist auf der Anlage in Scharbeutz einiges zu tun Quelle: Sabine Latzel

Bis zu 14 Personen können nach Angaben des Planungsbüros den neuen Scharbeutzer Skatepark gleichzeitig nutzen, der als öffentliche Sportanlage frei zugänglich sein wird. Inwieweit sich die verantwortlichen Gemeindevertreter und Verwaltungsmitarbeiter nach der Eröffnung dann selbst an Tricks wie „Pop-Shove-It“, „Kickflip“ oder „Nollie“ versuchen wollen, konnte allerdings noch nicht abschließend geklärt werden.

Von Sabine Latzel