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Ostholstein Neues Trainingszentrum: Voller Einsatz für den Ernstfall
Lokales Ostholstein Neues Trainingszentrum: Voller Einsatz für den Ernstfall
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23:12 25.06.2018
Das Abseilen in Treppenhäusern wird vom Spezialeinsatzkommando (SEK) regelmäßig geübt. Zwischen 25 und 28 Kilogramm wiegt die Ausrüstung der Spezialkräfte auch im Training.
Das Abseilen in Treppenhäusern wird vom Spezialeinsatzkommando (SEK) regelmäßig geübt. Zwischen 25 und 28 Kilogramm wiegt die Ausrüstung der Spezialkräfte auch im Training.  Quelle: Lutz Roeßler
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Eutin

Ob Gewalt im privaten Bereich, Cyber-Kriminalität oder Terrorangriffe, jedes Szenario könne jetzt in den Kulissen des Einsatztrainingszentrums der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei (PD AFB) in kürzester Zeit aufgebaut werden, sagte Innenminister Grote zum Ende des gut zweistündigen Besuchs beeindruckt. Geübte Ernstfälle würden für die Polizei oft schnell Realität. „Vor wenigen Jahren hätte niemand gedacht, dass ein Transporter als Waffe eingesetzt wird.“

Die Trainingsmöglichkeiten hätten sich den rasch ändernden Anforderungen ständig anzupassen. „Müssten wir Tote in den eigenen Reihen beklagen, würde zurecht gefragt, warum war die Polizei nicht besser vorbereitet?’“ In seiner Ansprache hatte Grote, der Grüße und Glückwünsche des Ministerpräsidenten („er rief extra an“) ausrichtete, zuvor gesagt, dieses Projekt sei von der vorigen Landesregierung „vorausschauend und klug auf den Weg gebracht“ worden. Grote sagte den LN, er sei häufig auf der Hubertushöhe – „gerade ohne Presse“– um zu hören „was braucht die Polizei und wie können wir helfen?“

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Michael Wilksen, Leiter der PD AFB, dankte neben vielen anderen besonders den Einsatztrainern, die sich für dieses Zentrum stark gemacht hätten. Auch Frank Eisoldt, Geschäftsführer des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein, war voll des Lobes und sagte, wie wohltuend Vertrauen und Wertschätzung in der Zusammenarbeit waren. „Das hat uns enorm inspiriert und motiviert.“

Ob Autonome, Rechte, Kriminelle oder Spaßrandalierer: „Eine Landespolizei Schleswig-Holstein kapituliert nicht“, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt. Er selbst habe noch in einer kalten Garage trainiert, dort wurde auch geboxt. Damals hieß es: „Gutt, stell’ dich nicht so an, so schön ist deine Nase nun auch wieder nicht.“ Daran mag sich mancher der Gäste aus Politik, Bundeswehr und Polizei beim Besuch der Selbstverteidigungshalle erinnert haben. Dort ging es professionell zur Sache und der „Gegner“ wurde gekonnt auf die Matte geworfen.

Aus Segeberg war Einsatzleiter Siegfried Wilken nach Eutin gekommen. Groß war seine Freude, als 2014 das Einsatztrainingszentrum der Polizei in Norderstedt eingeweiht wurde. „Dieses bietet wohl doch noch etwas mehr Möglichkeiten“, konstatierte Wilken bereits zu Beginn des Festakts.

Auf großes Interesse stieß bei den Gästen, unter ihnen auch einige Landtagsabgeordnete, die Übungs-Gaststätte. Vielleicht könne man sie auch für Festivitäten nutzen, sagte Minister Grote schmunzelnd.

Von Martina Janke-Hansen