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Ostholstein Neues Spalierobst für den herrschaftlichen Küchengarten
Lokales Ostholstein Neues Spalierobst für den herrschaftlichen Küchengarten
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18:06 23.11.2019
Die neugepflanzten 60 Obstcordons (auch Schnurbäume genannt) dienen als Beet-Umrandung und sollen nicht höher als 35 Zentimeter werden. Sie sind der ganze Stolz von Projektleiterin Stephanie Bolz. Baumschuler Kurt Münster zeigt ihr den richtigen Schnitt. Quelle: Gäbler
Eutin

Der Küchengarten des Schlosses Eutin ist ein besonders schöner und historisch bedeutsamer Ort. Nun wird er um einen Blickfang reicher. 60 sogenannte Obstcordons (auch Schnurbäume genannt) haben Dietmar Nass von der Norddeutschen Fachschule für Gartenbau in Ellerhoop (Kreis Pinneberg) und Baumschuler Kurt Münster gepflanzt. Außerdem kann sich Projektleiterin Stephanie Bolz über einen weiteren Kesselbaum freuen.

Damit gibt es jetzt im Küchengarten 29 Kesselbäume, die auch in den herrschaftlichen Gärten von Versailles bei Paris zu finden sind. Sobald sie erblühen, kann man sich an uralten Tafelobstsorten erfreuen. „Aufgrund ihres besonderen Schnittes – die äußeren Zweige bilden quasi einen Kessel – sind sie leicht abzuernten“, erläuterte Dietmar Nass. 28 dieser wertvollen Bäume (Stückpreis weit mehr als 400 Euro) standen bereits im Küchengarten.

Schmackhafte Äpfel dank viel Sonne

Die Äpfel an den Kesselbäumen werden größer, da sie mehr Sonne abbekommen. „Dadurch werden die Früchte noch schmackhafter“, schwärmt Nass. Besonders hat es ihm eine alte Apfelsorte angetan: die „Schöne von Bath“. Der englische Originalname lautet „Beauty of Bath“. Er wird heute noch als besonderer Tafelapfel serviert. Der Sommerapfel, der ab Mitte bis Ende Juli reift, sei auch einen Monat lagerfähig.

28 Kesselbäume, die alte Apfelsorten tragen werden, gibt es bereits im Küchengarten des Eutiner Schlosses. Am Sonnabend brachte Dietmar Nass von der Norddeutschen Fachschule für Gartenbau in Ellerhoop (Kreis Pinneberg) ein weiteres Exemplar mit. Rechts Projektleiterin Stephanie Bolz. Quelle: Gäbler

Sämtliche Eutiner Kesselbäume wurden übrigens in liebevoller Handarbeit von Nass jeweils sieben Jahre lang nach Versailler Vorbild in Ellerhoop gezogen, bevor sie im Eutiner Küchengarten ihren endgültigen Standplatz gefunden haben. Diese aufwendige Handarbeit macht die Kesselbäume letztlich auch so wertvoll.

Kesselbäume gab es bereits im 19. Jahrhundert im Küchengarten

Ein paar Quartiere (so werden die Pflanzquadrate im Küchengarten genannt) weiter finden sich jetzt auf einer Länge von etwa 70 Metern 60 Obstcordons. Sie sind ein Beispiel für eine perfekte Formobstziehung. „Während die Existenz von Kesselbäumen zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Küchengarten Schloss Eutin nachgewiesen werden konnte, gibt es keine Beweise für die Anzucht dieser frei stehenden Obstcordons“, sagte Stephanie Bolz.

Dennoch dürfe vermutet werden, dass diese Methode auch im Garten des Schlosses angewendet wurde, da Spalierobst in herrschaftlichen Gärten jener Zeit weit verbreitet war. Die Apfelbäumchen stehen jetzt als Beetbegrenzung an verschiedenen Quartieren und sollen nicht höher als 35 Zentimeter werden. Sie stammen wie die Kesselbäume aus der Norddeutschen Fachschule für Gartenbau.

Die Technik wurde zuerst an Weinreben ausprobiert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Schnurbäume die einfachste Spalierform – es gab sie senkrecht und waagerecht. Der Baum besteht aus einem kurzen Stamm, an dem direkt das Fruchtholz gezogen wird. Die Technik wurde zunächst an Weinreben ausprobiert, später fand sie im Obstanbau Einzug.

Stephanie Bolz: „Die Schnurbäume sollen nun ein weiterer Höhepunkt im 1,8 Hektar großen Küchengarten werden, der bereits über 100 Obstsorten bietet.“

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Von Louis Gäbler

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