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Ostholstein Betreuung am Nachmittag: Eltern fordern Ganztagsschule
Lokales Ostholstein Betreuung am Nachmittag: Eltern fordern Ganztagsschule
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15:58 13.03.2019
Die Grundschule Neustädter Bucht könnte noch in diesem Jahr eine Offene Ganztagsschule bekommen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

 Entsteht in Neustadt die 37. Offene Ganztagsschule (OGS) im Kreis Ostholstein? Zahlreiche Eltern fordern das freiwillige Nachmittagsprogramm für ihre Kinder. Stadtverwaltung und Politik kennen die Bedürfnisse schon länger. Passiert ist bislang wenig. Sebastian Schmidt, Fraktionsvorsitzender der CDU, will mit einem Antrag neuen Schwung in die Planung bringen. Darüber soll am 26. März (19.30 Uhr, Rathaus) diskutiert werden.

Schnell handeln, Fördergelder beantragen

Sebastian Schmidt (CDU). Quelle: HFR

„Wir haben im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten im Februar 2018 erstmalig darüber gesprochen, auch mit den anderen Fraktionen, der Schule und den Eltern“, sagt Schmidt. Es sei an der Zeit, schnell einen Antrag beim Land zu stellen. „Das ist rechtlich notwendig, auch um Fördergelder zu bekommen. Die Offene Ganztagsschule muss eingeführt werden.“ Sie sei für das Familienleben und aus Sicht der pädagogischen Betreuung dringend erforderlich.

Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) nennt die Einrichtung einer OGS an der Grundschule Neustädter Bucht ein „einstimmig erklärtes Ziel aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung“. Bei den Erst- bis Viertklässlern sei der Bedarf in der Stadt am größten. „Zur Abklärung des Bedarfs hat die Stadt zu Jahresbeginn eine Umfrage durchgeführt. Trotz guter Rücklaufquote sind absolute Zahlen nur ungefähr zu ermitteln. Es wurde aber deutlich, dass die bestehenden Einrichtungen für Grundschulkinder – Die Betreute, die Horte und die Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung (HaMi) – die Nachfrage nicht mehr zu decken vermögen“, erläutert der Bürgermeister.

Bedarf für mehr als 200 Schüler

Dies habe weniger räumliche als personelle und organisatorische Gründe. Eine leistungsfähige OGS für 250 oder mehr Kinder benötige mehr Personal als die bestehenden Angebote. Inhalte, Organisationsform und Kosten würden derzeit ermittelt. Mirko Spieckermann spricht von einer gestiegenen Nachfrage hinsichtlich einer Betreuung der Schulkinder vor und nach dem Unterricht sowie in den Ferien. „Zurückzuführen ist dies vermutlich auf die gute Beschäftigungslage, vermehrte Berufstätigkeit der Mütter und einen gesellschaftlichen Wandel im Bezug auf die Kinderbetreuung, wie wir ihn auch bei den Krippenplätzen erleben“, schlussfolgert er.

Schulrat Thomas Panten. Quelle: Ulrike Benthien

Schulrat befürwortet OGS

Laut dem Ostholsteiner Schulrat Thomas Panten gibt es aktuell 36 OGS im Kreis. Außer in Neustadt sei derzeit keine Neueinrichtung angedacht. Panten begrüßt den Vorstoß: „Es ist aus meiner Sicht immer sinnvoll, nach einem abgestimmten pädagogischen Konzept unter Zuhilfenahme professionellen Personals Angebote für die Schülerinnen und Schüler, beziehungsweise deren Eltern, anzubieten.“

Lokale Akteure einbinden

Zurück nach Neustadt: Sebastian Schmidt plädiert dafür, möglichst bald mögliche Träger einer OGS anzuschreiben. Infrage kommen unter anderem der Kinderschutzbund, die Lebenshilfe und das DRK. Ziel sei ein transparenter und fairer Wettbewerb. „Die Anbieter sollen sich im Ausschuss vorstellen. Oberste Zielsetzung ist es, die OGS zum 1. August 2019 einzurichten“, gibt Schmidt den Weg vor. Darüber hinaus rät er, lokale Akteure wie das Kinder- und Jugend-Netzwerk, den Sportring und vor allem Eltern eng einzubinden.

Voraussetzungen für eine OGS

Will eine Gemeinde eine Offene Ganztagsschule einrichten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Grundlage ist die „Richtlinie zur Genehmigung und Förderung von Offenen Ganztagsschulen sowie zur Einrichtung und Förderung von Betreuungsangeboten in der Primarstufe und im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang“ des Landes Schleswig-Holstein.

Unter anderem muss der Ganztagsbetrieb an mindestens drei Wochentagen stattfinden. Die Teilnahme ist für alle Schüler möglich und freiwillig. Wer angemeldet wird, muss mindestens ein halbes Jahr anwesend sein. Die Einnahme eines Mittagessens gehört ebenso zur OGS wie ein pädagogisches Konzept.

Die komplette Richtlinie ist unter www.schleswig-holstein.de nachzulesen.

Sebastian Rosenkötter

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