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Ostholstein Neustadts Wehr setzt auf die Kleinen
Lokales Ostholstein Neustadts Wehr setzt auf die Kleinen
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20:10 27.04.2018
Wehrführer Alexander Wengelewski und Verena Feldmann (Leiterin Kinderabteilung) erhielten von Ulf Braune (Regionalleiter VR-Bank) eine Spende in Höhe von 1500 Euro für die neue Abteilung.
Wehrführer Alexander Wengelewski und Verena Feldmann (Leiterin Kinderabteilung) erhielten von Ulf Braune (Regionalleiter VR-Bank) eine Spende in Höhe von 1500 Euro für die neue Abteilung. Quelle: Foto: Feuerwehr Neustadt (hfr)
Neustadt

Die Vorbereitungen für die neue Abteilung liefen fast zwei Jahre und nahmen nach der Wahl von Alexander Wengelewski zum Wehrführer vor wenigen Monaten noch einmal Fahrt auf. „Nachdem der Gesetzgeber in Schleswig-Holstein den Weg freigemacht hat und das Brandschutzgesetz geändert wurde, haben wir uns mit einer Kinderabteilung beschäftigt“, erläutert Wengelewski. In erster Linie gehe es um „eine nachhaltige Nachwuchs- und Jugendarbeit“. Viele Mädchen und Jungen würden sich für andere Angebote entscheiden, seien für die Wehr verloren.

Neustadts Wehrführer spricht von einem Wettbewerb um junge Menschen. „Wir haben uns darauf eingestellt, uns angepasst und wissen, dass wir früher anfangen müssen, damit sie nicht woanders hingehen“, betont er. Die jüngsten Mitglieder der Feuerwehr sollen spielerisch auf die Zeit in der Jugendwehr vorbereitet werden. Anfangs gehe es darum, die unterschiedlichen Abteilungen und Fahrzeuge kennenzulernen. Auch müssen die Lütten ein Vertrauenskind wählen. Dieses vertritt die Interessen der Kinder gegenüber der Leiterin der Kinderabteilung. „Bei der Feuerwehr wird ja immer und überall gewählt. Die Kinder lernen den Demokratieprozess kennen“, sagt Wengelewski.

Darüber hinaus soll der Nachwuchs in den Bereichen Nächstenhilfe, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz gefordert werden. Ausflüge sind geplant. Ziele wie der Grömitzer Zoo und die Polizei seien angedacht. Auch wird es um Verkehrs-, Gesundheitserziehung und Umweltschutz gehen.

Damit die Arbeit mit dem Nachwuchs gelingt, lassen sich sieben Kameraden fortbilden. Sie besuchen Wochenendlehrgänge der Feuerwehr Schleswig-Holstein und lernen den Umgang mit Sechs- bis Zehnjährigen. Es gehe darum, die Kinder einzubinden und sie nicht zu überfordern.

Dass Nachwuchs dringend benötigt wird, zeigt ein Blick auf die Einsatzzahlen. Knapp 90 Mal mussten die Kameraden in 2018 ausrücken. Der Wehrführer bezeichnet das Aufkommen als überdurchschnittlich hoch. Neben Eiseinsätzen sowie Rettungen aus der Ostsee habe die Wehr immer wieder in den Umlandgemeinden unterstützen müssen, da dort am Tage Kräfte fehlten.

Von Sebastian Rosenkötter