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Ostholstein Hostel und Parkhaus: So läuft der Bau auf Neustadts Hafenwestseite
Lokales Ostholstein

Neustadts neue Hafenwestseite: Hostel und Parkhaus sind geplant

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08:12 24.06.2020
Die Hafenwestseite in Neustadt bekommt ein Hostel. Dafür werden die Türme umgebaut. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt

Hostel, Wohnungen, Restaurants, Geschäfte, Parkhäuser für Autos und FahrräderNeustadts Hafenwestseite steht vor einem enormen Umbruch. Noch in diesem Herbst sollen Bagger mit dem Abriss des Bahnhofsanbaus beginnen. Investor Mike Hemmerich, Leiter Family Office der HJD Verwaltungs GmbH & Co. KG, nannte jetzt gegenüber den LN erste Details.

Die Planungen laufen seit Jahren. Es gab Diskussionen, Workshops und eine Einwohnerversammlung. Vergangene Woche folgte der Satzungsbeschluss der Stadt für das Gebiet von der Hafenbrücke bis zu den Bahngleisen. Damit ist der Weg für die Realisierung frei.

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Die LHG-Türme sind für das Neustädter Stadtbild prägend. Seit 2013 werden sie nicht mehr als Getreidespeicher genutzt. Dennoch sollen sie in weiten Teilen erhalten bleiben und umgebaut werden.

Parkhaus wird bis zu acht Meter hoch

Los geht es im Oktober mit Abriss- und Erdarbeiten. Mike Hemmerich erläuterte, dass der Anbau rechts vom Bahnhofshauptgebäude abgerissen wird. Anschließend entsteht auf einer Fläche von rund 54 mal 20 Metern ein sieben bis acht Meter hohes Parkhaus. Dieses wird sieben Teilebenen (keine Geschosse) haben. 217 Stellplätze sollen geschaffen werden – auch groß genug für SUVs.

Darüber hinaus wird es laut dem Investor auch videoüberwachte Frauenparkplätze und E-Ladestationen geben. Dauermietverhältnisse sind nicht vorgesehen. Wie hoch die Parkgebühr sein wird, ist offen. Die Fertigstellung erwartet der Investor für Sommer 2021. Dass der Bau des Parkhauses nur wenige Monate dauern soll, hängt mit der Modulbauweise der Firma Goldbeck zusammen.

Schon im Oktober wird gebaut: Die Hafenwestseite in Neustadt bekommt ein Hostel. Direkt am Bahnhof entsteht zudem ein Parkhaus. Investor Mike Hemmerich (l.), Leiter Family Office der HJD Verwaltungs GmbH & Co. KG, stellte die Pläne mit Bürgermeister Mirko Spieckermann (2. v. l.) sowie Antje Weise und Conrad Rieger vom Bauamt vor. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Der Zob muss umgestaltet werden

Da das Parkhaus zum Teil auf der Zufahrt zum Zob hochgezogen wird, muss dieser von der Stadt umorganisiert werden. Conrad Rieger, stellvertretender Bauamtsleiter, führt aus, dass die neue Anlage eine zentrale Überdachung für Reisende in der Mitte des Platzes bekommen wird. Die Bauarbeiten würden erst nach dem Neustadt-Treffen Ende Juni 2021 starten.

Zu diesem Zeitpunkt sollen Handwerker auf der anderen Seite des Bahnhofsvorplatzes bereits seit rund vier Monaten am Hostel arbeiten. Dieses wird sowohl in den roten LHG-Türmen als auch in einen Neubau im Bereich der zugewucherten Bahngleise einziehen. Beide Gebäude sollen mit einem gläsernen Übergang miteinander verbunden werden. Vorbild für das Projekt als solches ist das Havenhostel in Cuxhaven. In einem Architektenwettbewerb Anfang Juli soll allerdings noch über die genaue Gestaltung entschieden werden.

300 Betten, keine Gemeinschaftsbäder

Fest steht, dass das Hostel über 100 Zimmer mit 300 Betten verfügen soll. Mike Hemmerich betont, dass es keine Gemeinschaftsbäder geben wird. Vorgesehen seien Ein- bis Mehrbettzimmer. Angesprochen würden vor allem Schulklassen, Vereine und andere Gruppen. Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) sagt, dass man gezielt eine andere Gästeschicht anlocken wolle. Zudem gebe es bereits ein neues Hotel in der Ancora-Marina.

Wie lange der Umbau der Jahrzehnte als Getreidespeicher genutzten Türme dauern wird, ist offen. Zudem hängt es auch vom Denkmalschutz ab, wie genau die beiden Bauwerke genutzt werden. Klar ist, dass im vom Bahnhof aus gesehenen rechten Turm Hostelzimmer entstehen. Im linken Backsteinbau soll im unteren Bereich die Energiezentrale der Stadtwerke inklusive Blockheizkraftwerk untergebracht werden. Von dort wird die Versorgung der neuen Hafenwestseite gesichert.

Sky-Bar für Urlauber und Einheimische

Mike Hemmerich rechnet derzeit damit, dass der Neubau etwa 15 bis 18 Monate in Anspruch nimmt. Die Sanierung der Türme könnte länger dauern. Die Entkernung und Betonsanierung sowie das Verlegen von Leitungen seien mit großem Aufwand verbunden. „Da steht noch nicht viel. Auch das Dach muss wohl saniert werden“, sagt der Investor. Er rechnet damit, dass der Hostelbetrieb im Frühjahr 2023 beginnt. Dann sollen Gäste wie Besucher von außerhalb auch einen Lounge-Bereich und eine Sky-Bar nutzen können.

Führung durch den Neustädter Hafen

Der Neustädter Hafen ist das älteste noch existierende Industriezeugnis der Stadt. Das Zeittor-Museum bietet am 30. Juni eine entsprechende Führung an. „Seit der Stadtgründung im Jahr 1244 ist der Hafen Neustadts Nabel zur Welt, auch wenn seine Bedeutung vergleichsweise bescheiden blieb“, heißt es in der Ankündigung. Dennoch sei er Drehscheibe des lokalen Handels und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gewesen. Eine Rolle spielen bis heute auch der Getreidehandel und die Fischerei. Die Führung startet um 11 Uhr am Kugelbrunnen auf der Hafenwestseite nahe der Hafenbrücke. Die Teilnahme kostet mit Gästekarte 2,50 Euro, ohne Gästekarte 3,50 Euro und ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei.

Parkhaus für Fahrräder

Ebenfalls beschlossen ist, ein Fahrradparkhaus zwischen Hostel und Bahnhof zu bauen. Bis zu 200 Räder sollen Platz finden – inklusive E-Bike-Ladestationen. Darüber hinaus wird sich die Stadt um die Außengestaltung der Hafenwestseite kümmern. Schließlich soll die Hafenwestseite zum angesagten Hafenquartier werden. Wann die viel diskutierte Entlastungstrecke für die Eutiner Straße zwischen Wieksbergstraße und Am Holm kommt, wird derzeit noch besprochen. Details dürften in den kommenden Monaten bekannt werden.

Von Sebastian Rosenkötter

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