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Ostholstein „Nicht Religion ist das Problem, der Mensch ist es“
Lokales Ostholstein „Nicht Religion ist das Problem, der Mensch ist es“
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20:10 30.12.2016
Sierksdorf

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren der Auslöser für seine jahrelange Recherche. Jetzt hat Dr. Martin Hagenmaier aus Sierksdorf ein Buch über islamistischen Terror veröffentlicht. Dabei zieht er auch Vergleiche zum Christentum. Der Titel seines Werkes lautet „Selbsteinladung ins Paradies. Islamistischer Terrorismus als religiöse Herausforderung“.

Dr. Martin Hagenmaier hat jüngst sein neues Buch veröffentlicht.

Im Handel erhältlich

Das Buch „Selbsteinladung ins Paradies. Islamistischer Terrorismus als religiöse Herausforderung“ ist im November erschienen.

Es kostet 19.90 Euro. Das E-Book ist nur noch wenige Wochen für den Preis von 2,49 Euro erhältlich.

Inspiriert wurde Hagenmaier auch durch seine fast 15-jährige Arbeit als Seelsorger im Neustädter Landeskrankenhaus, heute besser bekannt als Ameos-Klinikum. „Ich habe Menschen getroffen, bei denen religiöser Wahn diagnostiziert wurde“, erinnert er sich. Jedoch handle es sich bei islamistischen Terroristen keinesfalls um psychisch Erkrankte. Vielmehr seien es Menschen mit einer wahnhaften Verarbeitung der Religion. Er spricht von Menschen, denen es nicht gelungen ist, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Religion sei für diese Personen die Rechtfertigung ihrer Taten. „Es gibt Leute, die sind überzeugt, es ist Gottes Auftrag, dass sie ein Attentat verüben. Religion ist der Antrieb für die Tat, für eine Welt, in der Märtyrertum eine tolle Sache ist und man ins Paradies kommt“, sagt Hagenmaier.

Er zieht Parallelen zum Christentum und betont, dass es oftmals nach einem Anschlag heiße, dass Religion nichts mit der Tat zu tun habe. „Wir Christen und auch die Moslems schreien, dass es Verbrecher ohne religiösen Antrieb seien, die eine Tat verüben“, sagt Hagenmaier. Dies habe er nicht ganz glauben können und deshalb seine Arbeit an dem Buch begonnen. „Ich habe geguckt, wie die Bibel mit Gewalt umgeht.“ Seine Erkenntnis: „Eigentlich haben wir die Gewalt gepachtet.“

Hagenmaier hat sich durchs Alte und Neue Testament gelesen, stieß dabei auf Blutbäder sowie die Sintflut und die damit einhergehende Vernichtung der Menschheit. „Da war mir klar, wir sind ziemlich verwickelt in das Gewaltthema. Das Copyright darauf haben nicht die Islamisten, das liegt eher bei uns“, erklärt der Autor. In seinem Buch erläutert er, was es mit religiösem Wahn auf sich habe, geht auf die westliche Interpretation von islamistischen Terrorismus ein und schreibt über den westlichen Wahn, die Weltverantwortung tragen zu wollen.

Sowohl „der Westen“ als auch „der Nahe Osten“ hätten Angst vor dem jeweils anderen. Dabei betont er: „Nicht Religion ist das Problem, der Mensch ist es.“

Sebastian Rosenkötter

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