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Ostholstein Ostholsteins Wälder trotzen dem Klimastress
Lokales Ostholstein Ostholsteins Wälder trotzen dem Klimastress
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14:49 10.08.2019
Förster Thomas Tiede untersucht im Kellenhusener Landesforst die Folgeschäden der Trockenheit Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Kellenhusen/Eutin/Scharbeutz

Rund 8000 Hektar Wald bewirtschaften die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) in Ostholstein. Neben dem Landesforst Kellenhusen im Kreisnorden gehören in der Kreismitte Ahrensbök und die Eutiner Forsten Dodau und Wüstenfelde sowie im Süden Scharbeutz dazu. „Da der Nadelwaldanteil bei uns nur etwa zehn Prozent beträgt, haben wir das Borkenkäfer-Problem weitgehend im Griff“, sagt Thomas Tiede, Förster in Kellenhusen. Dafür zeigt er bei einem Waldspaziergang jede Menge anderer Dürreschäden, die nach dem Hitzesommer 2018 auftreten.

So unterschiedlich wie die Dürreschäden des vergangenen Sommers jetzt im ganzen Land zu Tage treten, so unterschiedlich sind sie auch im Kreis Ostholstein. Während der Norden und die Mitte noch relativ gut dastehen würden, so Tiede, habe die Försterei Scharbeutz aufgrund des schlechteren Bodens größere Sorgen. Dort seien die Böden leichter, es gebe mehr Nadelbäume, und somit auch ein größeres Borkenkäfer-Problem. Doch egal wo sie auftreten, die betroffenen Nadelbäume kämen umgehend raus aus dem Wald, damit sich die Borkenkäfer nicht zu einer Invasion entwickeln können.

Kellenhusens Förster Thomas Tiede zeigt die Waldschäden

Viele Unterschiede allein in Ostholstein

„Die Situation stellt sich – wenn man nur den Kreis Ostholstein betrachtet – schon sehr unterschiedlich dar“, erläutert Tiede weiter. Die Wetterschneise bei Scharbeutz bewirke, dass es dort eventuell trocken bleibe, während es in der Kreismitte und im Kreisnorden regnet. „Wenn bei uns nur 20 Millimeter fallen, dann reicht das den Bäumen bereits für zwei bis drei Wochen.“ Hilfreich sei der in Kellenhusen flach verlaufende Grundwasserspiegel – schon nach einem Meter stoße man an manchen Stellen auf Grundwasser, erklärt der Kellenhusener Förster.

Bäume sind echte Schluckspechte

Denn nicht nur Ostholsteins Bäume sind echte Schluckspechte: Jeder Baum benötigt zwischen 200 und 500 Liter Wasser am Tag. „Da ist eine ganze Badewanne voll – für nur einen einzigen Baum“, erklärt Tiede. Für seine Photosynthese sauge der Baum das Wasser bis in die feinsten Äste rauf. „Wenn diese Wassersäule wegfällt, dann kommt es zum ,Wasserstress’“, sagt Tiede. Besonders die Bäume an den Waldrändern seien davon betroffen, sie hätten 2018 extrem unter Trockenheit und Hitze gelitten.

Dunkler Schleimfluss an den Buchen

Ein weiteres Dürre-Merkmal ist der Schleimfluss an den Buchen, der jetzt bei vielen Bäumen zu beobachten sei. Dunkler, auf der Rinde nach unten laufender Schleim, der das Holz schädige und es für die Verarbeitung in der Möbelindustrie wertlos mache. Tiede: „Da sich auch im Stamminneren dunkle Stellen bilden, können daraus bestenfalls noch Mandarinenkisten gefertigt werden. Was für ein Jammer!“

Ein Blick nach oben in die Kronen sagt dem Förster ebenfalls viel über den Zustand seines Waldes. Auch die Buchen im Kellenhusener Forst leiden. Das Blätterkleid ist nicht so dicht wie es sein sollte, sondern eher licht und sonnendurchflutet. Zudem haben sich auch hier schon viele Blätter braun gefärbt. Zu früh für die Jahreszeit, und ein Indiz für den Klimawandel, der sich hier zeige.

Buchenmast“ wird positiv bewertet

Positiv bewerten Ostholsteins Förster dagegen die sogenannte „Buchenmast“. Auch sie ist eine Folge des heißen Sommers 2018. Der Baum setze seine ganze Kraft in die Reproduktion – also in neue kleine Buchen. An den Zweigen wachsen Millionen Bucheckern, die Früchte des Baumes. Die scharf-dreikantigen, etwa 1,5 Zentimeter großen Nüsschen sitzen zu zweit in einem Fruchtbecher und sind von einer braunen Stachelschale umgeben.

Wasserwerker bohren auch im Forst

Das Thema Wasserknappheit beschäftigt aber derzeit nicht nur die Landesforsten. Auch die Wasserwerker der Zweckverbände arbeiten gerade jetzt während der Hochsaison am Limit. Um ihrem Versorgungsauftrag nachzukommen, muss der Zweckverband Karkbrook im Winterhalbjahr 7800 Haushalte mit rund 15 500 Einwohnern versorgen. In diesen Wochen mit den vielen Urlaubsgästen sind es sogar bis zu 70 000 Menschen. Dafür wird Grundwasser aus 13 Brunnen gefördert und von denen stehen acht im Kellenhusener Forst.

„Es wird zwar versichert, dass diese Brunnen das Wasser aus 50 Meter Tiefe hoch befördern“, sagt Tiede, „allerdings fehlt es den Wäldern letztlich doch. Der Wasserstress für die Bäume in Ostholstein“, sagt der Experte Thomas Tiede abschließend, „wird uns alle bedingt durch den Klimawandel immer öfter begegnen.“

Fünf Förstereien in Ostholstein

Mit der Gründung der Landesforsten 2008 wurde die traditionelle Forstverwaltung in ein öffentliches Unternehmen umgewandelt. Der Hauptsitz des Unternehmens SHLF befindet sich in Neumünster. Die Geschäftsfelder sind Holz und Dienstleistungen, Jagd und Wild, Gemeinwohl-Leistungen sowie biologische und technische Produktion. 2019 gab es 32 Förstereien im Land, davon fünf in Ostholstein: Kellenhusen, Ahrensbök, Eutin-Dodau und Eutin-Wüstenfelde sowie Scharbeutz.

Die meisten Arbeiten im Wald werden inzwischen zu etwa 70 Prozent an Fremdfirmen vergeben. Dazu zählen die Holzeinschläge mit den schweren Harvestern und der Wegebau. Die SHLF-Mitarbeiter kümmern sich um die Kulturpflege.

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