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Ostholstein Wohin mit 1,4 Millionen Euro?
Lokales Ostholstein Wohin mit 1,4 Millionen Euro?
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18:04 18.03.2019
Fördermittel können auch romantische Auswirkungen haben: 43 000 Euro gab es von der Aktiv-Region für den „Hochzeitshügel“ in Timmendorfer Strand. Quelle: LN-Archiv
Ostholstein

2,86 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget der „Lokalen Aktionsgruppe“ (LAG) der Aktiv-Region „Innere Lübecker Bucht“ für die Förderperiode 2014 bis 2020. Insgesamt 1,4 Millionen Euro davon sind bislang nicht beantragt. Der Vorstand sucht jetzt intensiv nach passenden Projekten und denjenigen, die sie in Angriff nehmen. „Wir wollen noch nicht aufgeben“, sagt der LAG-Vorsitzende Wolf-Dieter Klitzing.

Das Geld kommt vom Europäischen Landwirtschaftsfonds

Es klingt zunächst absurd: Geld ist vorhanden, wird aber nicht abgerufen. Woran liegt das? Vor allem wohl an den Themen, die in der zweiten Förderperiode gesetzt wurden, vermutet Klitzing. Die LAG vergibt die Fördermittel vom ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) an Projekte, die zu bestimmten Schwerpunkten passen. „Nicht jede Aktionsgruppe setzt dabei die gleichen Schwerpunkte“, erklärt Klitzing.

Die Verantwortlichen der LAG „Innere Lübecker Bucht“ – zu der die Gemeinden Sierksdorf, Scharbeutz, Ahrensbök, Ratekau, Timmendorfer Strand und Stockelsdorf sowie Bad Schwartau gehören – konzentrieren sich unter anderem auf die Themen Klimawandel, Energie und Bildung. „In puncto Schulen sind aber meist das Land oder die Kommune in der Pflicht“, räumt Regionalmanagerin Tanja Schridde ein. „Und andere, die aktiv werden könnten, etwa Vereine, haben uns offenbar größtenteils noch nicht auf der Liste.“

Die Sarkwitzer bekamen Fördergeld für ihren E-Bus

So sind beim Kernthema „Klimafreundliche Mobilität“ noch 270 000 Euro abrufbar. Abgeflossen sind dort bislang lediglich 16 000 Euro für den E-Bus in Sarkwitz. „Denkbar wären beispielsweise Projekte im Bereich Fahrrad-Infrastruktur“, schlägt Klitzing vor: „Abstellmöglichkeiten für E-Bikes, Fahrradboxen am Strand oder Schließfächer fürs Fahrrad-Equipment.“ Für derlei Vorhaben kann es Fördermittel geben, weil sie innovativ sind. „Sie sollen eine Wirkung haben, eine Weiterentwicklung bedeuten“, erklärt Klitzing.

Beim Kernthema „Effiziente Energieversorgung“ sind noch 318 000 Euro „frei“. „Wenn im Zuge einer Hallensanierung künftig Erdwärme verwendet werden soll, könnte die Umrüstung auf diese Wärmeversorgung gefördert werden“, nennt Klitzing ein – theoretisch – passendes Projekt. Die Förderquote liegt in der Regel bei 55 Prozent der Nettokosten, bei Kooperationen mehrerer Kommunen gibt es fünf bis zehn Prozent mehr, bei der Schaffung von Arbeitsplätzen noch einmal fünf Prozent.

Gefördert: Kirchgarten Pansdorf und ein Weg in Sierksdorf

Dennoch warten beim Kernthema „Soziale Treffpunkte“ noch 237 000 Euro auf Antragsteller. Aus diesem Topf gingen bisher 68 000 Euro an den Kirchgarten Pansdorf, wo unter anderem ein Rondell für Gottesdienste geschaffen und „bibelnahe Pflanzen“ gesetzt wurden. Beim Kernthema „Barrierefreiheit“ sind noch 120 000 Euro übrig, 82 000 Euro gingen an die barrierefreie Gestaltung der Wegeverbindung am „Panoramic“ in Sierksdorf. 98 000 Euro sind noch beim Kernthema „Identitätsstiftende Ortsentwicklung“ abrufbar – von dort kamen unter anderem die Fördermittel für die Umgestaltung des Herrengartens in Stockelsdorf.

Es mag schwierig sein, an EU-Fördermittel zu kommen – aber nicht unmöglich. Das haben verschiedene Kommunen und Initiativen aus Ostholstein in dieser Förderperiode schon bewiesen.

Beantragen können die Fördermittel sowohl Kommunen als auch Privatinitiativen, etwa von Vereinen. „Der Verwaltungsaufwand ist recht hoch“, räumt Tanja Schridde ein. „Beim Stellen der Anträge helfen wir natürlich.“ Ein Problem sei aber der „Mittelabruf“: „Die Projekte werden vorfinanziert, dann müssen die Belege eingereicht werden – und manchmal werden plötzlich bestimmte Kosten nicht mehr als förderfähig eingestuft.“ Bei der Überprüfung durch das Land liege die Latte hoch, sagt auch Klitzing, „die wollen nicht, dass ein von uns bewilligtes Projekt im Nachhinein bei der EU durchfällt“.

Das Geld soll in der Region bleiben

Trotz aller Hürden wollen der LAG-Vorstand und die Regionalmanagerin Hemmschwellen abbauen. Zwar müssen sie Fördermittel, die nicht abgerufen werden, nicht an den ELER zurückzahlen. „Doch das Geld wird dann vom Land umgeschichtet zwischen verschiedenen Fördertöpfen, und dann gibt es plötzlich Sonderförderprogramme“, berichtet Klitzing. „Wir wollen das Geld aber nach Möglichkeit in der Region halten.“ Noch ist bis Ende 2020 Zeit. Informationen gibt es bei Regionalmanagerin Tanja Schridde unter Telefon 045 04/80 35 50 und auf der Internetseite der Aktiv-Region.

Mehr Geld für die Holsteinische Schweiz

Der Aktiv-Region-Beirat, in dem alle 22 Aktiv-Regionen des Landes sowie das Innenministerium und das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vertreten sind, hat eine Umschichtung beschlossen. „Mittel, die im Jahr 2019 beantragt und bewilligt werden, müssen bis 2021 ausgegeben sein. Dieses Verfahren N + 2, also Vergabejahr plus zwei Jahre Realisierungzeit, ist eigentlich komfortabel. Fördergeld von Bund und Land muss meist im gleichen Jahr ausgegeben sein“, sagt Günter Möller, Regionalmanager der Aktiv-Region „Schwentine-Holsteinische Schweiz“.

Die Aktiv-Region „Schwentine-Holsteinische Schweiz“ hat in der Förderperiode 2014 bis 2020 knapp drei Millionen Euro zur Verfügung gehabt. Sie sind unter anderem geflossen in das landesweite Projekt „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“, das Jugendliche mehr für Politik interessieren und sie zur Mitgestaltung motivieren soll. Weitere Projekte, für die die Aktivregion Geld ausgeschüttet hat, sind die Machbarkeitsstudie für die Jugendherberge Eutin und eine für autonomes Fahren im Kreis Ostholstein sowie ein Radwegekonzept für den Kreis Ostholstein. „Wir haben keine Probleme, unsere Mittel sinnvoll unterzubringen. Im Gegenteil: In der vergangenen Woche haben wir weitere 129 000 Euro zugewiesen bekommen, weil andere Regionen ihre Mittel nicht innerhalb der nötigen Frist binden können“, sagt Möller.

Die Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn hat ebenfalls 129 000 Euro zusätzlich zugewiesen bekommen. „Bei uns herrscht kein Projektmangel“, sagt der Regionalmanager Matthias Amelung. „Gleichzeitig sind wir aber froh über jeden, der mit einer Idee zu uns kommt.“ Zur Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn gehören die Ämter Oldenburg-Land und Fehmarn, die Städte Fehmarn, Neustadt, Oldenburg und Heiligenhafen sowie die Gemeinden Altenkrempe, Schashagen, Dahme, Grömitz, Grube und Kellenhusen. (ben/latz)

Sabine Latzel

Was tun nach dem Schulabschluss? Bei dieser Entscheidung wollen natürlich auch die Verantwortlichen der Timmendorfer GGS Strand ihren Schülern helfen. Dazu dient der Aktionstag Schule-Wirtschaft.

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