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Ostholstein Nur wenige Ostholsteiner Gemeinden bei Facebook
Lokales Ostholstein Nur wenige Ostholsteiner Gemeinden bei Facebook
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13:32 04.12.2013
Timmendorfer Strand ist recht munter auf Facebook und lädt die Nutzer mit stets neuen Informationen und Fotos zu Reaktionen ein.
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Eutin

Den Wert einer Internetpräsenz haben alle Städte, Ämter und Großgemeinden erkannt. Aber nutzen sie auch soziale Netzwerke, speziell Facebook, für sich? Da sieht es in Ostholstein eher mau aus.

„Diese Seite wurde automatisch generiert, basierend auf den Interessen der Facebook-Nutzer und ist nicht verbunden mit oder übertragen durch irgendjemanden, der mit diesem Thema in Verbindung steht.“

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So steht es bei Facebook, wenn der Nutzer Ahrensbök (oder auch Eutin, Bosau, Süsel oder Oldenburg in Holstein) sucht und auf die Facebook-Präsenz der jeweiligen Orte trifft. Denn er landet im Nirgendwo. Ahrensbök kommt als Gemeinde bei Facebook, dem Netzwerk mit 25 Millionen Nutzern allein in Deutschland, nicht vor. Die Platzhalter-Seite enthält nur ein paar Fotos aus dem Ort.

Für Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) ist Facebook dennoch kein weißer Fleck, spielt das Netzwerk auch im ländlichen Raum eine Rolle. Demnächst werde sich die Gemeinde dem Thema Facebook stellen. Erst einmal aber sei es darum gegangen, die Gemeinde-Webseite stabil zum Laufen zu bringen. Im nächsten Jahr soll auch das Ratsinformationssystem installiert werden, mit dem zum Beispiel Sitzungsvorlagen eingesehen werden können. Außerdem lenkt Zimmermann den Blick auf die Versorgung mit schnellem Internet. „Was nützt uns Facebook, wenn wir nicht erreichbar sind?“ Und schließlich sieht er die Datenschutzfrage als noch nicht geklärt an.

Andere sind auf Facebook sehr aktiv. Allen voran Timmendorfer Strand. Die Facebook-Chronik der Gemeinde ist gut gefüllt mit Fotos, Hinweisen auf Veranstaltungen, touristischen Tipps, sogar Videos.

Entsprechend groß ist die Resonanz: 6854 Besucher klickten auf den „Gefällt-mir“-Knopf, 20 756 Besucher waren bisher auf der Seite. Tourismuschef Joachim Nitz: „Das ist uns noch viel zu wenig.“

Die Bedeutung von Facebook werde sicher in Zukunft eher größer als kleiner, ob man das nun mag oder nicht. „Für einen Betrieb, der mit seinen Kunden, und nicht nur den Jüngeren, in Kontakt treten will, ist das eine kostengünstige und sehr, sehr gute Möglichkeit“, sagt Nitz. „Es hängt aber immer davon ab, was man präsentiert. Da üben wir noch.“ Facebook sei eine einfache Art, direkte Rückmeldungen von den Gästen zu bekommen. Nitz‘ Bilanz: „Es ist wenig Negatives dabei. Die Leute machen auf ihre Urlaubsvorfreude aufmerksam.“

An die Erfolge von Timmendorfer Strand kann Malente noch nicht anknüpfen. Der Tourismusservice, der den Auftritt mit dem Titel „Holsteinische Schweiz — Das See-Erlebnis“ betreut, darf sich aber immerhin schon über 2092 „Gefällt-mir“-Angaben freuen. Auch die Malenter posten Fotos und Veranstaltungshinweise und stellen den Besuchern der Seite Fragen.

Ähnlich munter wie Timmendorfer Strand und Malente präsentiert sich Grömitz auf Facebook. Das trug der Präsenz bisher 8415 „Gefällt-mir“-Klicks ein. Auch hier sind Fotos und Terminankündigungen vorhanden. Gerade bei den Fotos kann das Ostseebad punkten, sie sind so schön, dass sie die beste Werbung für Grömitz sind. „Wir erreichen über Facebook auf einen Schlag 8000 Menschen“, sagt Kurdirektor Olaf Dose-Miekley. Der Tourismus-Service schätze die direkte Rückmeldung und die Diskussionen der Gäste, verzichte deshalb bewusst auf „plumpes Marketing“.

Eine Besonderheit ist der Facebook-Auftritt von Scharbeutz. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien die Betreuer ein bisschen eingeschlafen. Der letzte Eintrag stammt vom 24. Dezember 2012. Weiter unten dann gibt es aber eine wichtige Information. „Hallo liebe Freunde der Regionen, Scharbeutz/Haffkrug, Pönitzer Seenplatte, Sierksdorf, Neustadt i. H.,Pelzerhaken und Rettin. Ihr findet uns zukünftig unter: www.facebook.com/luebeckerbucht!“ Und da ist dann tatsächlich ein bisschen mehr los.

Jede Stadt ein Profil
Facebook (www.facebook.de) bietet eine Suchfunktion an. Wer dort den Namen eines Ortes eingibt, bekommt mehrere Vorschläge. Ziemlich weit oben stehen die offiziellen Seiten der Kommunen.
Gibt es keine, sind es automatisch generierte Seiten mit dem Zusatz „Stadt“.

„Städte“ enthalten einige geografische Angaben und als Titelbild meistens das Gemeindewappen. So auch bei Bosau. Dort heißt es: „Bosau is a municipality on the Great Plön Lake the district of Ostholstein, in Schleswig-Holstein, Germany.“

Weitere Informationen sind Orte in der Stadt, etwa Restaurants oder Firmen, und Menschen, die dort gewohnt haben oder den Ort besuchten.

Susanne Peyronnet