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Ostholstein Badeanstalt umgebaut: Rentner machen den Rollator-Test
Lokales Ostholstein Badeanstalt umgebaut: Rentner machen den Rollator-Test
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07:00 15.08.2019
Paula Pape, Lara Rogowski, Karla Jelinek, Frank Nagel, Günter Hahn, Bürgermeister Thomas Keller und Gabriele Priedemann machen bei der Begutachtung der neuen Steganlage einen Zwischenstopp auf der Aussichtsplattform im Hemmelsdorfer See. Quelle: Dirk Schneider
Offendorf

Es war eine etwas andere Bauabnahme, die Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) am Hemmelsdorfer See erlebte. Eine Seniorengruppe aus dem Pansdorfer Pflegeheim „Zur Eiche“ hat die barrierefreie Umgestaltung der Badeanstalt in Offendorf begutachtet. Die Beauftragte der Gemeinde für behinderte Menschen, Gabriele Priedemann, hatte die besondere Begehung organisiert.

Die rüstigen Rentner prüften die neue Wegeführung und die Steganlagen mit drei Rollatoren und einem Scooter auf Absätze und Schwellen. „Das ist ein schöner sauberer Weg mit wenig Gefälle“, sagte Karla Jelinek (91) über das Pflaster des leicht geschwungenen Pfades, der zu einer Seebrücke führt. Auch der sanfte Übergang auf den Brückenbelag findet breite Zustimmung. „Da ruckelt nichts“, stellte Günter Hahn (80) fest, als er mit dem Scooter, einem Elektromobil, über die Rampe rollte.

Günter Hahn fährt mit dem Scooter voran, Paula Pape und Karla Jelinek folgen mit Rollatoren. Begleitet von Lara Rogowski, Frank Nagel, Gabriele Priedemann und Thomas Keller begutachten die Pansdorfer Senioren die neue Steganlage der Badeanstalt in Offendorf. Quelle: Dirk Schneider

Geländer macht einen stabilen Eindruck

Auf dem Steg selbst testeten die Senioren zunächst die Rutschfestigkeit der Oberfläche. „Ich habe einen guten Halt“, erklärte Paula Pape, die sich mit dem Rollator Schritt für Schritt erst etwas zögerlich, dann etwas zügiger bis zur Aussichtsplattform auf dem See tastete. „Ich bin zwar gerne am See, aber nicht so gerne auf dem Wasser“, erzählte Pape. Dann rüttelte sie kurz und kräftig am Handlauf. „Das Wichtigste, ist das Geländer zum Festhalten.“ Derart gut gesichert, genoss sie „den weitläufigen Ausblick in die Landschaft“.

Paula Pape testet den Stegbelag mit dem Rollator auf glatte Stellen und Stolperfallen. Quelle: Dirk Schneider

Günter Hahn probierte derweil, ob und wie er am Ende der Steganlage sein Gefährt wenden konnte. In zwei Zügen drehte er denn Rollstuhl, ohne dabei der Kante allzu nah zu kommen. „Das ist in Ordnung“, lautete sein Fazit. Und auch die schmalen Stellen seien immer noch so breit, dass sich zwei Rollifahrer begegnen könnten.

Material ist leicht zu reinigen und langlebig

Bürgermeister Keller fühlte sich bestätigt von dem guten Zeugnis, dass die Senioren-Jury der Anlage ausstellte. „Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir den Badesteg mit einem Belag aus Holzplanken oder glasfaserverstärkten Kunststoffplatten wiederherstellen sollen“, sagte Keller. Am Ende habe man sich trotz der aktuellen Plastikdiskussion für die GFK-Bauteile entschieden.

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Ausschlaggebend seien dafür die prognostizierte Langlebigkeit und erwiesene Pflegeleichtigkeit des Materials gewesen. So könne man das Ganze mit einem Hochdruckreiniger und klarem Wasser sehr einfach und schnell sauber halten. Zudem ermögliche die gitterähnliche Konstruktion ein schnelles Ablaufen des Regenwassers und Abtrocknen der Oberfläche, was die Bildung eines rutschigen Schmierfilms aus Vogelschiet und Algen erschwere.

Zufahrt auch mit Strandrollstuhl möglich

Die erprobten Platten, die aufgrund dieser Eigenschaften auch zunehmend für Steganlagen in Sportboothäfen eingesetzt werden, lagern auf neuen Stahlträgern, die mit den alten Betonfundamenten verbunden wurden. Zudem habe man im Zuge der Umbaumaßnahmen auch eine neue Zufahrt für einen Strandrollstuhl geschaffen. Mit diesem Gefährt könnten Badegäste mit Gehbehinderungen direkt ins Wasser rollen. Auch die Außenanlagen seien nun stufenfrei, stellte Gabriele Priedemann fest. Sämtliche Veränderungen kämen nicht nur Menschen mit Handicaps, sondern sämtlichen Nutzern wie zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen zugute. „Jeder profitiert, wenn Stolperfallen abgebaut werden“, sagte Priedemann.

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller und die Beauftragte der Gemeinden für Menschen mit Behinderungen, Gabriele Priedemann, zeigen den Senioren einen Strandrollstuhl, mit dem gehbehinderte Badegäste bequem ins Wasser gelangen können. Quelle: Dirk Schneider

Die Gesamtkosten für die Stegsanierung, die ohnehin notwendig gewesen wäre, liegen bei 370 000 Euro. 50 Prozent dieser Summe seien als Zuschuss des Landes aus Mitteln der Sportstättenförderung in das Projekt geflossen. Hintergrund dieser Zuwendung: Die DLRG leistet nicht „nur“ die Badeaufsicht, sondern nutzt das Areal auch für den Schwimmunterricht und die Rettungsschwimmerausbildung.

Die Steganlage der idyllischen Badeanstalt in Offendorf am Hemmelsdorfer See ist von Grund auf saniert worden. Quelle: Dirk Schneider

Von Dirk Schneider

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