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Ostholstein Offiziell keine Rosenstadt mehr: Doch Eutin blüht trotzdem auf
Lokales Ostholstein Offiziell keine Rosenstadt mehr: Doch Eutin blüht trotzdem auf
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16:30 24.06.2019
Landschaftsgärtnerin Tina Benz pflegt und bewässert die Rosen in der Eutiner Bahnhofstraße. Quelle: Saskia Bücker
Eutin

Die Innenstadt steht in voller Blüte. Rosen blühen vor dem Ostholstein-Museum, in der Bahnhofstraße und auf dem Marktplatz. Doch Kay und Dörte Cornils finden: Da geht noch mehr. Das Ehepaar stiftet Geld für das Anpflanzen von Rosen. Bei einem Spaziergang durch den historischen Stadtkern entdeckten sie zuletzt erneut viele Ecken, die Potenzial zur Aufwertung bieten. „Es wäre noch Platz für mindestens 100 weitere Rosenpflanzen“, sagt Kay Cornils.

Der 76-Jährige und seine Ehefrau haben bereits die Landesgartenschau vor drei Jahren zum Anlass genommen, das Stadtbild mit Rosen zu verschönern – obwohl sich die Stadt schon länger von der Rose als Stadtsymbol losgesagt hat. 200 Pflanzen haben sie damals gepflanzt. „Das war vorher alles voll mit Unkraut“, berichtet Kay Cornils. Viele Rosenstöcke seien zudem vergreist gewesen. Die Kosten für die neuen Pflanzen, Erde, Grundpflege und Rankhilfe trägt seitdem die Stiftung des Ehepaars. Unterstützung bei der Anpflanzung und Pflege bekommen sie von Landschaftsgärtnerin Tina Benz mit ihrer Firma „BenZart!“.

Offiziell heißt Eutin nicht mehr Rosenstadt. Aber eine Stiftung hat in den letzten drei Jahren überall in der historischen Innenstadt Rosen gepflanzt. Ein Rundgang.

Hausbesitzer in Eutin können umsonst Rosen bekommen

Zum kommenden Sommer sollen es also noch mehr Rosen werden. Die Stiftung will im Herbst Blumen im Rosengarten, in der Stolbergstraße, der Lübecker Straße (Altstadtteil), im östlichen Teil der Albert-Mahlstedt-Straße und rund um St. Michaelis anpflanzen. Das funktioniert aber nur, wenn die Hauseigentümer in diesen Abschnitten ihr Einverständnis gegeben haben. Die Blumen werden zwar auf städtischem Grund gepflanzt, sollen aber teils an den Häuserwänden verankert werden, erklärt Tina Benz. „Wir wollen so viele Leute wie möglich für unser Vorhaben mobilisieren“, sagt Kay Cornils.

Mitmachen bei „Rosen für Eutin“

Für den Herbst bietet die Kay und Dörte Cornils-Stiftung weitere Rosenspenden für die Innenstadt-Fassaden an. Die Kosten für Pflanzen, Erde, Grundpflege und Rankhilfe trägt die Stiftung. Anlieger werden gebeten, die Rosen vor ihrem Grundstück mit Wassergaben zu unterstützen. Bei Interesse können sich Hauseigentümer und Interessierte bei Gärtnerin Tina Benz melden unter Telefon 01 74/ 6 79 47 45 oder per E-Mail an tina-benz@benzart.de.

„Das ist klasse“, lobt Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) die Arbeit der Stiftung. „Wir freuen uns sehr über dieses bürgerschaftliche Engagement.“ Das Stadt-Marketing hat sich allerdings schon länger von der Rose als Stadtsymbol verabschiedet. So wurden zum Start der touristischen Hauptsaison in diesem Jahr Geranien-Arrangements im Bahnhofseingang aufgestellt. „Eutin gibt sich offiziell nicht mehr den Titel Rosenstadt“, erläutert der Bürgermeister.

Eutin hat die Rose aus dem Logo verbannt

Bis vor 15 Jahren sei die Rose noch als Teil des Logos verwendet worden, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Eutin und die Rose, da gibt es viele historische Verbindungen. So zeigt das Stadtwappen eine achtblättrige goldene Rose als Symbol der Gerichtsbarkeit. Viele Staudengalerien seien damals in der Stadt ansässig gewesen. Und die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz erzählt auf ihrer Homepage die Geschichte, dass zur Begrüßung des geschlagenen Herrschers Napoleon im Jahre 1811 Rosen gepflanzt wurden. Denn man habe nicht genau gewusst, wann der Franzose in Eutin auftaucht. Rosen blühen besonders lange – perfekt also für den Spontanbesuch des Herrschers.

„Der Tourismus hat dann aber das Logo gewechselt und seitdem wird sie nicht mehr im Signet transportiert“, sagt Stein-Schmidt. Seit 15 Jahren steht der Name Eutin für sich. Als die Stadt aus touristischer Sicht enger mit der Holsteinischen Schweiz verbunden werden sollte, habe der Begriff „Rosenstadt“ nicht mehr ausgereicht. „Das ist kein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Stein-Schmidt. Tatsächlich: Die Gesellschaft deutscher Rosenfreunde hat 18 Gemeinden in ganz Deutschland den Titel „Rosenstadt“ verliehen. Dafür muss die schöne Blüte „prägender Ortsbestandteil“ sein.

Der offizielle Abschied von der Rosenstadt habe aber nichts damit zu tun, dass die Rosen im Stadtbild nicht weiterhin prägend und sehr schön seien, betont die Stadtsprecherin. Und auch der Begriff „Rosenstadt“ werde weiter im Alltag unter den Anwohnern und in der Kreisstadt benutzt.

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Saskia Bücker

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