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Ostholstein Weiter Warten auf neue Drehleiter
Lokales Ostholstein Weiter Warten auf neue Drehleiter
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17:25 12.01.2019
Gemeindewehrführer André Hasselmann (r.) und sein Stellvertreter Björn Mogin (l.) freuen sich auf die neu aufgenommen Feuerwehrmitglieder Torsten Mothes, Jan Richter, Pia Kühn, Bjarne Aagard, Mirko Behlau, Katharina von der Heyde und Benjamin Struve (v.l.n.r.). Quelle: Arne Jappe
Oldenburg

Sie hatten alles vorbereitet für die große Übergabe ihrer neuen Drehleiter. Extra dafür hielt die Feuerwehr Oldenburg ihre Mitgliederversammlung im 150. Jahr ihres Bestehens jetzt im Gerätehaus in der Ringstraße ab. Doch es kam alles anders. Wegen eines technischen Defekts muss das Fahrzeug noch einmal zurück in die Werkstatt; die Auslieferung verzögert sich.

Mit zehn Kameraden ging es diese Woche nach Karlsruhe, um das Einsatzfahrzeug vom Hersteller abzuholen. Bei einem Lehrgang, um die neue Technik kennenzulernen, dann die böse Überraschung: Die Drehleiter bewegt sich keinen Millimeter mehr. „Der Nebenantrieb war nach nur 43 Arbeitsstunden defekt“, erklärt Gemeindewehrführer André Hasselmann. Hersteller und Zulieferer versuchen, das Problem zu lösen, doch schließlich wird klar, dass sich der Defekt nicht sofort beheben lässt. Unverrichteter Dinge – und „mit einer Menge Frust im Bauch“ – machen sich die Feuerwehrleute ohne das neue Fahrzeug wieder auf den Weg nach Oldenburg. Wehführer Hasselmann gibt sich dennoch zuversichtlich: „Wir müssen uns nun noch ein bis zwei Wochen gedulden, aber dann haben wir ein hochmodernes Rettungsmittel hier in unserem Gerätehaus stehen.“

197 Einsätze, 40 Fehlalarme

Eine positive Überraschung gab es derweil in Form einer Feuerwehrpumpe aus dem Jahr 1924. Horst Augustin aus Jahnshof hat die Rarität in rund zwei Jahren komplett restauriert. André Hasselmann dankte dem Kameraden für dieses Engagement. „Die Pumpe soll im Feuerwehrhaus einen besonderen Ausstellungsplatz bekommen“, kündigte er an.

Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) dankte bei der Versammlung allen Feuerwehrleuten für ihre Leistung. Im Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte sich, dass die Einsatzzahlen im Vergleich zu 2017 gleich geblieben sind. Zu 197 Einsätzen rückten die Retter aus. „Wir hatten zum Glück keine Großfeuer in unserer Stadt“, sagt der stellvertretende Gemeindewehrführer Björn Mougin in seinem Resümee. Dafür mussten die Männer und Frauen gleich neun Mal zu Großfeuern in die Nachbargemeinden ausrücken. Ein immer wiederkehrendes Thema sind die Fehlalarme durch private Rauchmelder oder Brandmelde­anlagen von Betrieben. 40 Mal wurden die Einsatzkräfte fälschlicherweise gerufen.

Immer weniger Rettersind tagsüber verfügbar

Gleichzeitig wird auch in Oldenburg, wie in vielen Gemeinden im Kreis Ostholstein, die Tagesverfügbarkeit zum Problem. 68 aktive Mitglieder gibt es. Damit „haben wir die Anforderungen des Brandschutzgesetzes so gerade erreicht“, sagt André Hasselmann und mahnt zur Vorsicht. Er forderte die Politik, die Verwaltung und auch die Feuerwehrmitglieder selbst auf, sich mehr mit der Werbung neuer Mitglieder zu beschäftigen.

Und auch die zunehmende Belastung der Ehrenamtler in der Feuerwehr birgt Schwierigkeiten. „Eine Feuerwehr dieser Größe braucht einen hauptamtlichen Gerätewart. Für einen Ehrenamtler ist das hier nicht mehr machbar“, mahnte André Hasselmann in Richtung der Kommunalpolitiker.

Viel besser sieht es in der Jugendfeuerwehr aus. Mit 47 Prozent Zuwachs im letzten Jahr ist es den Verantwortlichen gelungen, einen soliden Grundstein für neue Nachwuchskräfte in der Einsatzabteilung zu legen.

Viele Aktionen rundum das 150. Juliläum

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist das 150-jährige Bestehen der Oldenburger Wehr. Mit zahlreichen Aktionen rund um die Feuerwehr wollen die Mitglieder auf sich und ihre Arbeit aufmerksam machen. Als Höhepunkte sind ein „Feuerwehrtag“ zum Parkfest am 15. Juni und ein Festakt am 9. November geplant. Bürgermeister Voigt hofft, dass durch die vielfältigen Veranstaltungen auch neue Mitglieder gewonnen werden können.

André Hasselmann berichtet, dass im Jubiläumsjahr ein Förderverein für die Oldenburger Wehr gegründet werden soll. „Es ist somit für Firmen und Privatleute einfacher, ihre Feuerwehr aktiv zu unterstützen“, erklärt er. Und auch im Fahrzeugpark gibt es Bewegung. Nach der Drehleiter sollen noch dieses Jahr ein neuer Gerätewagen und im Jahr 2020 ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug ins Gerätehaus einziehen.

Bei den Ehrungen wurde der ehemalige Kreisbrandmeister Ralf Thomsen, ebenfalls Mitglied der Oldenburger Wehr, für seine besonderen Dienste im Feuerwehrwesen und für die Allgemeinheit ausgezeichnet. Er erhielt gleich zwei Ehrungen: das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold und eine Urkunde plus Anstecknadel für 40 Jahre aktiven Dienst.

Gewählt, geehrt, befördert

Gewählt wurdenHenning Meinecke zum Schriftführer, Stefan Kühn zum Gerätewart, Jörn Krause zum stellvertretenden Jugendwart, Torsten Mothes zum stellvertretenden Kassenwart und Mirko Behlau zum Kassenprüfer.

Als neue Mitgliederaufgenommen beziehungsweise aus der Jugendwehr übernommen wurden Bjarne Aagard, Katharina von der Heyde, Timo Jaschinski, Florian Kinkel, Pia Kühn, André Masemann, Torsten Mothes, Jan Richter, Andreas Struck und Benjamin Struve.

Befördert wurden Andrea Kardel zur Oberfeuerwehrfrau, Mirko Behlau, Torsten Mothes und Benjamin Struve zu Oberfeuerwehrmännern, Julian Voß zum Löschmeister, Jan Ole Hansen und Torben Stadler zu Oberlöschmeistern, Björn Mougin zum Hauptbrandmeister zwei Sterne sowie André Hasselmann zum Hauptbrandmeister drei Sterne.

Geehrtwurden für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Tobias Möller, Jan Richter und Daniel Schönherr. Seit 20 Jahren dabei sind Jörn Krause und Stephan Perner. Für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde Ralf Thomsen. Er wurde außerdem mit dem Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold ausgezeichnet. Der ehemalige Gemeindewehrführer Marco Kleinschmidt erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

Arne Jappe

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