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Lokales Ostholstein Das ist Oldenburgs zukünftiger Bürgermeister
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18:08 27.05.2019
Jörg Saba (parteilos) wird Oldenburgs neuer Bürgermeister. Von seinen Unterstützern bekam er am Wahlabend eine kleine Golfer-Figur geschenkt, als Anspielung auf sein liebstes Hobby.  Quelle: BINDER
Oldenburg

Gelassen wollte er bleiben – doch als die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen eintrudeln, ist die Aufregung plötzlich doch da. „Irgendwann habe ich realisiert, dass ich tatsächlich Bürgermeister werden könnte. Da war es mit der inneren Ruhe vorbei“, sagt Jörg Saba (parteilos) und lacht. Gegen 22.30 Uhr am Sonntagabend steht es schließlich fest: Mit 52,58 Prozent der Stimmen (2439 zu 2198) setzt sich Saba gegen Burkhard Naß (parteilos) durch. Zum 1. Januar tritt er die Nachfolge von Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) an.

Ein halbes Jahr „Schonfrist“ bis zur Amtsübergabe

„Ich bin ganz froh, dass ich bis dahin noch ein bisschen Zeit habe, mich an den Gedanken zu gewöhnen“, sagt der designierte Verwaltungschef, aktuell noch Fachbereichsleiter im Rathaus. Er bedankt sich bei den Oldenburgern für ihr Vertrauen und verspricht: „Ich werde alles tun, um dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.“ Er freue sich über die Chance, sich gemeinsam mit Martin Voigt auf die Amtsübergabe vorzubereiten und auch in seinem eigenen Fachbereich einen Nachfolger einzuarbeiten.

Seinem Konkurrenten – ebenfalls Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung – dankt Saba für einen fairen Wahlkampf. Auch Bürgermeister Voigt und viele Kommunalpolitiker zollen beiden Kandidaten Respekt für ihren Umgang miteinander. Voigt ist überzeugt, dass die bisherige gute Zusammenarbeit im Rathaus ohne Probleme fortgesetzt werden kann. Jörg Saba wünsche er alles Gute für seine bevorstehende Aufgabe. Er sei sich sicher, dass „wir die Übergangszeit gut nutzen können“.

Glückwünsche für Saba, Lob auch für Naß

Burkhard Naß verdiene derweil ebenfalls Anerkennung dafür, dass er sich zur Wahl gestellt habe, sagt der amtierende Bürgermeister. Das knappe Ergebnis „zeigt, dass das kein abwegiger Gedanke war“. Ähnliche Stimmen kommen aus den Fraktionen von SPD und Grünen, die Jörg Saba im Wahlkampf unterstützt hatten (Burkhard Naß hatte die CDU und die FDP hinter sich). „Burkhard Naß war ein starker Gegner“, sagt etwa Lennart Maaß (SPD), „ich habe mir schon gedacht, dass es knapp wird.“ Jörg Saba habe er in den vergangenen Jahren kennen- und vor allem schätzen gelernt; „ich freue mich sehr, dass er unser neuer Bürgermeister wird“.

Thomas Wroblewski (Grüne) erklärt, er „finde es schön für Burkhard Naß, dass das Ergebnis relativ knapp ausgefallen ist“. Schließlich habe auch er sich freiwillig für ein Amt zur Verfügung gestellt – „es ist immer schade, dass einer verlieren muss“. Trotzdem freue er sich sehr, dass Jörg Saba das Rennen gemacht hat: „Mit ihm bekommen wir einen Bürgermeister, der sich neben den wirtschaftlichen auch um die sozialen Belange in der Stadt kümmert – das braucht Oldenburg.“

Wer sein Nachfolger wird, weiß Bürgermeister Martin Voigt noch nicht, als er am Sonntag seine Stimme abgibt. Quelle: L. Maaß

Die Unterstützer von Burkhard Naß zeigen sich derweil als gute Verlierer. „Natürlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber ich gratuliere Jörg Saba herzlich“, sagt etwa Jens Junkersdorf (CDU). Beide Kandidaten hätten einen guten und fairen Wahlkampf betrieben und „am Ende entscheiden die Wähler“. Vor der Leistung von Jörg Saba könne er nur seinen Hut ziehen und er hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Auch Henning Andrees (FDP) sagt: „Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn unser Kandidat gewonnen hätte. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Saba auch gut funktionieren wird.“

So reagiert der Wahl-Verlierer

Burkhard Naß selbst kommentiert das Wahlergebnis mit den Worten: „Das ist Demokratie, ich akzeptiere die Entscheidung.“ Er sei dankbar, dass ihm fast 48 Prozent der Wähler ihre Stimme gegeben hätten. Seiner Meinung nach habe bei vielen leider trotzdem die Parteiverbundenheit im Vordergrund gestanden: Auch wenn beide Kandidaten parteilos seien, habe Jörg Saba vermutlich vom allgemeinen Aufschwung der Grünen profitiert.

Eine Einschätzung, die SPD-Stadtvertreter Lennart Maaß nicht nachvollziehen kann: „Eine Bürgermeisterwahl ist immer eine sehr persönliche Wahl, bei der es um die Kandidaten als Menschen geht.“ Er habe den Eindruck, dass hier in der Regel die Sympathie das entscheidende Kriterium sei.

Hier gibt’s die Wahl noch mal zum Nachlesen im Ticker.

Der zukünftige Bürgermeister ganz privat: Hier geht’s zum Bericht vom Treffen an Jörg Sabas Lieblingsort in Oldenburg.

Jennifer Binder

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