Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Baufirmen kommen nicht hinterher
Lokales Ostholstein Baufirmen kommen nicht hinterher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:39 28.01.2019
Die Leerrohre, durch die später die Glasfasern geblasen werden, müssen unter die Erde. Dafür braucht es Tiefbaufirmen mit genug Personal. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Ostholstein

Das schnelle Internet kommt – aber es kommt nicht schnell. Ganz im Gegenteil. In der einen oder anderen Gemeinde wird sich der ersehnte Anschluss ans Glasfaserkabel womöglich um ein paar Monate oder mehr verzögern.

Zwar sind mit Ausnahme von Grömitz und Dahme in sehr vielen Gemeinden des Breitband-Zweckverbands die Quoten von 60 Prozent für das Glasfasernetz erreicht worden. Gerade haben es Beschendorf, Kabelhorst, Kellenhusen, Manhagen, Grube und Riepsdorf geschafft. Aber die Leitungen müssen in die Erde. Dafür reichen bei manchen Baufirmen die Kapazitäten nicht aus. Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) hatte beim Neujahrsempfang seiner Gemeinde bereits zart angedeutet, dass es wohl eher Frühjahr 2020 als Sommer 2019 wird, bis Ahrensbök flott online ist. In Oldenburg ist bereits absehbar, dass das lange Warten auf das schnelle Internet noch ein bisschen länger dauern wird.

Vermarktung verschoben

„Wir haben die Vermarktung für weitere Bauabschnitte ein ganzes Stück weit nach hinten geschoben, um nicht eine zu große Lücke zwischen Vertragsabschluss und Anschluss zu haben. Sonst ist der Frust noch größer“, sagt Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), der auch Geschäftsführer der Stadtwerke Oldenburg ist.

Voigt kennt den Grund für die Verzögerung. „Die Baufirmen stehen nicht in dem Maße zur Verfügung, wie wir uns das wünschen würden.“ Das sei durchaus verständlich, da „jetzt alle am Bauen sind“. Überall in Schleswig-Holstein und darüber hinaus werden die ländlichen Gebiete mit Glasfaser versorgt. In Ostholstein treiben außer den Stadtwerken Oldenburg die Stadtwerke Eutin – teilweise in Kooperation mit den Stadtwerken Oldenburg – den Internetausbau voran, außerdem der Zweckverband Ostholstein mit seinem Partner, der Kieler Firma TNG, die die sogenannten weißen Flecken in den ländlichen Bereichen des Kreises versorgen. Und auch die Telekom hat Aufträge zu vergeben.

Überall im Kreis hängen Plakate wie hier in der Eutiner Bismarckstraße, mit denen die Anbieter versprechen: Wir bauen hier Glasfaser. Quelle: Peyronnet

„Der Fachkräftemangel und die dadurch begrenzten Kapazitäten vieler Firmen sind selbstverständlich auch für die Stadtwerke Eutin ein wichtiges Thema“, teilt der Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin, Marc Mißling, mit. Dank sorgfältiger Vergabe von anstehenden Aufträgen und abgestimmter Planung rechne er aber mit keinen Verzögerungen bei der Realisierung aktueller Vorhaben.

Keine Kapazitäten bei den Baufirmen

Von konkreten Verzögerungen spricht auch Nicole Buschermöhle vom Zweckverband Ostholstein nicht. Sie sagt aber, dass es mit den Glasfaser-Bauarbeiten „manchmal etwas schwierig ist. Die Kapazitäten sind überall gebunden.“ Bei kleineren Ausschreibungen sei es vorgekommen, dass sie wieder aufgehoben und neu ausgeschrieben werden mussten. Der Zweckverband versuche, die Ausschreibungen so zu gestalten, dass sie für die Firmen attraktiv seien.

Das nützt aber wenig, wenn die Bauarbeiter nicht da sind, die die Schächte graben und die Leerrohre verlegen, in die später die Glasfasern eingeblasen werden. „Wir haben einen Facharbeitermangel bei guter Auslastung“, sagt Ralf Hoffmann, der Obermeister der Baugewerbeinnung Ostholstein. „Versuchen Sie mal, gute Leute auf dem Markt zu bekommen.“ Ähnliche Klagen sind von Firmen der Baubranche zu hören. Es sei kein Personal da, es sei auch keines zu bekommen. Allein für das Verlegen der Glasfaserleitungen im Land bräuchte es mehr Bauarbeiter, als es überhaupt gebe. Deshalb böten manche Firmen bei den Ausschreibungen gar nicht mehr mit.

Stand der Bauarbeiten

Der Internet-Anbieter TNG informiert auf seinem Glasfaserblog und auf seiner Ostholstein-Seite regelmäßig über den Stand der Ausbauarbeiten.

In der Gemeinde Malente sind einige Hausbegehungen abgeschlossen. Zudem laufen derzeit noch die EU-weiten Ausschreibungen zum Tiefbau.

Die Gemeinde Ahrensbök hat die erforderliche Quote erreicht. Derzeit werden Ausschreibungen veröffentlicht und der Ausbau geplant.

In der Gemeinde Altenkrempe ist der Tiefbau bereits weit fortgeschritten.

In der Gemeinde Bosau sind erste Hausbegehungen durch die Tiefbauer abgeschlossen. Der Ausbau startet in Kürze.

Zurzeit sind die Tiefbauunternehmen in den Ortschaften Göhl und Plügge unterwegs. Sobald die Temperaturen es zulassen, geht es mit dem Tiefbau weiter.

Die Gemeinde Kasseedorf wird derzeit tiefbaumäßig erschlossen. Bis zum März 2019 sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein.

Sierksdorf/Scharbeutz: Die Ausschreibung zum Tiefbau außerorts ist abgeschlossen und einige Hausbegehungen haben bereits stattgefunden. Zudem laufen derzeit noch die EU-weiten Ausschreibungen zum Tiefbau innerorts.

Derzeit wird die Gemeinde Schönwalde tiefbaumäßig erschlossen. Ziel ist, die Bauarbeiten im Frühling 2019 abzuschließen.

Süsel: Sobald es wärmer wird, wird der Tiefbau in den Ortschaften Zarnekau und Gömnitz fortgesetzt.

Dass die Menschen in Ostholstein dringend auf das schnelle Internet warten, ist ZVO-Sprecherin Buschermöhle klar. „Wir wissen, dass beim Breitband die Zeit drängt. Wenn ein Auftrag vergeben ist, merkt man aber, dass es schwierig ist.“

Susanne Peyronnet

46 Schüler aus der Mongolei lernen an der Ostsee vier Wochen lang die deutsche Sprache und die Kultur kennen. Die Kooperation, die zwischen den Ländern bis 2015 bestand, soll damit wieder aufleben.

28.01.2019

Beate Weidemann übernimmt den Posten von Gabriele Nellies. Ab Mai soll es ein neues Ticket-System geben. Im Herbst wird „Ekel Alfred“ auf der Theaterbühne erwartet.

28.01.2019

Mehrere Wände wurden zerstört, um an den Tresor zu gelangen. Die Täter flüchteten laut Polizei ohne Beute. Mitarbeiter meldeten die Tat am 27. Januar.

28.01.2019