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Ostholstein Kein Urlaubs- und Krankengeld für Tagesmütter
Lokales Ostholstein Kein Urlaubs- und Krankengeld für Tagesmütter
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18:22 22.11.2018
Im Kreis Ostholstein werden derzeit rund 360 Kinder von Tagesmüttern oder -vätern betreut. Quelle: Büttner/dpa
Ostholstein

Auf den Jubel folgte riesige Enttäuschung: Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass Tagesmütter und -väter in Ostholstein vom 1. Januar an nicht nur mehr Geld, sondern auch jeweils zehn Urlaubs- und Krankheitstage bezahlt bekommen sollten. Letztere Entscheidung kassierte der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend jedoch wieder ein.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Burkhard Klinke sagte: „Dieser eiskalte Beschluss ist ein Schlag ins Gesicht für die Tagespflege.“ Er wetterte gegen den „bürgerlichen Block von CDU und Grünen“ und äußerte: „Damit wird die Kindertagespflege für ihre gute und flexible Betreuung der U-3-Kinder bestraft.“ Seine Fraktion sei entsetzt, „denn der Überschuss des Kreises liegt bei über zehn Millionen Euro und die Erhöhung der Geldleistungen für die Tagespflegepersonen beträgt ,nur’ 482 000 Euro“.

CDU: Alles im Tagessatz mit drin

Auch der CDU und den Grünen sei die Stärkung der Kindertagespflege in Ostholstein eine „wichtige Herzensangelegenheit“, beteuert Timo Gaarz, CDU-Fraktionschef im Kreistag. Solange der Kreis als Konsolidierungskreis Landesunterstützung bekomme, also bis Ende 2018, habe die Arbeit der Tagespflegekräfte nicht durch eine entsprechende Anpassung der Vergütungssätze gewürdigt werden können“, erläuterte Gaarz. CDU und Grüne hätten deshalb eine deutliche Aufstockung um rund einen Euro auf künftig 4,90 Euro je Betreuungsstunde und Kind für den Haushalt 2019 vorgeschlagen. Das entspreche einer Verbesserung um mehr als 20 Prozent und schließe nachgeholte Tariferhöhungen sowie Urlaubs- und Krankheitstage ein. „CDU, Grüne und FDP suchen aber nach weiteren Möglichkeiten, ob es noch über das 4,90-Euro-Niveau gehen kann“, sagte Timo Gaarz.

Tagesmütter sind „maßlos enttäuscht“

Kirsten Gast, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Kindertagespflege Ostholstein“ fragte: „Warum stellt der Kreis sich so quer? Wir wollen doch keine goldenen Wasserhähne, sondern nur eine Angleichung an andere Kreise.“ Sie sei vor allem „maßlos enttäuscht“ von den Grünen. „Sie haben aber offensichtlich nicht verstanden, worum es uns geht oder sie wollen es nicht sehen.“ Von Tagesmüttern würden nicht nur Nerven wie Drahtseile gefordert, sondern auch ein Immunsystem, das gegen alle Krankheiten schütze, sagte Kirsten Gast sarkastisch.

Die Tagesmütter fühlten sich ausgehebelt, würden aber nicht klein beigeben: Zur Sitzung des Kreistages am 4. Dezember würden sie in großer Anzahl erscheinen und auch die Eltern mobilisieren. Außerdem sei die Bürgerbeauftragte des Landes angeschrieben und um Hilfe gebeten worden.

Ulrike Benthien

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