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Ostholstein E-Mobilität nimmt Fahrt auf
Lokales Ostholstein E-Mobilität nimmt Fahrt auf
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12:12 05.04.2019
Dutzende E-Ladesäulen wurden in den vergangenen Jahren im Kreis aufgestellt. Eine steht am Neustädter Klosterhof-Parkplatz. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt/Eutin

E-Autos sind leiser, beschleunigen ohne, dass man schalten muss, und sind immer häufiger in Ostholstein zu sehen. Die Zahl der Neuzulassungen ist seit 2015 kontinuierlich gestiegen. Während es 2018 insgesamt 99 waren, wurden in diesem Jahr bereits bis zum 26. März 33 Wagen angemeldet. Kein Wunder, dass es immer mehr E-Ladesäulen gibt. Gewinn machen die Anbieter aber noch lange nicht. Insgesamt sind 256 Fahrzeuge mit E-Kennzeichen im Kreis zugelassen, hinzu kommen weitere, die nicht über ein solches Kennzeichen verfügen.

Besonders aktiv sind die Eutiner Stadtwerke. Aktuell betreibt die GmbH acht öffentliche Säulen (Eutin, Malente, Hutzfeld/Bosau, Schönwalde, Süsel und Sierksdorf). Eine weitere Einheit soll bald in Ahrensbök in Betrieb genommen werden. „Die Anzahl der Ladungen und Lademengen befindet sich in Summe noch auf einem mäßigen Niveau“, sagt Theresa Hilpert, Assistentin der Geschäftsleitung. Dennoch sei eine kontinuierliche Steigerung zu beobachten.

Infrastruktur beeinflusst Wachstum

Die Stadtwerke Eutin sind von einem Wachstum überzeugt. Die Zahl der E-Autos werde steigen. „Insbesondere durch die Ausweitung der Ladeinfrastruktur werden potenziellen Käufern Ängste hinsichtlich der Reichweiten genommen. Weitere Faktoren wie der sogenannte Umweltbonus für Elektro- und auch Hybrid-Fahrzeuge sowie die aktuelle Diesel-Diskussion haben positive Auswirkungen auf die Zahlen der E-Mobile“, erläutert Hilpert.

Reichweite und Preis entscheidend

Ähnlich bewertet Vera Litzka die derzeitige Lage. Sie ist Werkleiterin der Stadtwerke Neustadt. Diese betreiben mehrere Säulen in Neustadt, Heiligenhafen und Grömitz, teilweise mit Kooperationspartnern. „Im Allgemeinen werden E-Autos zunehmen, doch der Ausbreitungsgrad hängt meiner Meinung nach stark an der Reichweite der Fahrzeuge sowie am Anschaffungspreis“, sagt Litzka.

Bislang ist die Zahl der Ladevorgänge überschaubar. An den beiden Ladesäulen in Neustadt wurden 2018 insgesamt etwa 220 Vorgänge registriert. Die Folgen spürt das Unternehmen: „Weder die Investitionskosten, noch die laufenden Kosten können bislang durch die Einnahmen gedeckt werden“, sagt Litzka. Theresa Hilpert bestätigt dies, ergänzt aber, dass sich die Stadtwerke Eutin als regionaler Versorger in der Verantwortung sehen würden, ihren Beitrag zur E-Mobilität und der Mobilitätswende zu leisten.

Da verwundert es wenig, dass die beiden Unternehmen ihre eigene Flotte immer weiter umstellen. „Vier E-Fahrzeuge wurden bereits angeschafft. Ein weiteres kommt noch dieses Jahr“, sagt Litzka und ist auch in diesem Punkt auf einer Linie mit dem Konkurrenten aus der Kreisstadt. „Die Stadtwerke Eutin haben bereits mehrere E-Autos im Einsatz und wir beobachten, dass viele Unternehmen und öffentliche Stellen ihre Fuhrparks auf Elektromobilität ausrichten“, berichtet Hilpert.

Touristen sollen E-Autos mieten

Zu den Unterstützern der E-Mobilität zählt auch die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB). Diese bietet Gästen seit vergangenem Jahr an, E-Autos zu leihen und so die Region zu erkunden. „Wir wollen die E-Mobilität schmackhaft machen. 2018 hatten wir drei Fahrzeuge, 2019 werden wir zehn anbieten“, sagt Vorstand André Rosinski. Wichtig sei es, die Ladesäuleninfrastruktur im öffentlichen Bereich auszubauen und sichtbar zu machen. „Dass Menschen das wahrnehmen, ist ein ganz wichtiger Punkt“, betont er.

In Zukunft soll zudem ein Konzept entwickelt werden, Einheimische an das Thema heranzuführen. Außerdem will die TALB Touristen verstärkt dazu bringen, mit der Bahn anzureisen und das eigene Auto zu Hause stehen zu lassen. Dies sei ein Schritt, der massiven Verkehrsbelastung zur Hauptsaison entgegenzuwirken.

Sebastian Rosenkötter

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