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Ostholstein Ostholstein: Glasfaser soll in zwei Jahren überall verfügbar sein
Lokales Ostholstein Ostholstein: Glasfaser soll in zwei Jahren überall verfügbar sein
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08:09 05.12.2019
Solche Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, müssen überall in Ostholstein verlegt werden. Doch das ist nicht immer einfach. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Sierksdorf

In Bosau, in Süsel, in Göhl und in Schönwalde sowie in einigen anderen Gemeinden wird Glasfaser geblasen. Dort werden zurzeit die superdünnen Lichtleiter in die Leerrohre gepustet. Damit liegen diese Gemeinde ganz weit vorn beim Ausbau des schnellen Internets in Ostholstein, den der Zweckverband Ostholstein (ZVO) für 29 Gemeinden vorantreibt.

Doch auf der Karte des Kreises sind noch viele weiße Flecken, 18 von 29 insgesamt. Ganz Fehmarn gehört dazu, aber auch Lensahn, Grömitz, Ratekau und Ahrensbök. Dort sei noch nicht einmal mit dem Bau des Netzes begonnen worden, erläuterte der ZVO am Mittwoch in Sierksdorf.

Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer geht davon aus, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre alle Ostholsteiner in einer der 29 Gemeinden der ZVO-Breitbandsparte ans schnelle Internet angeschlossen sein werden. „Das ist unser Ziel.“ Die Ausschreibungen dafür würden jetzt vorgenommen.

Noch ist niemand angeschlossen

Strohmeyer verhehlt nicht, dass es Verzögerungen gegeben habe. Und viele Schwierigkeiten. Aber: „Wir können nicht einfach mal loslegen. Ich weiß, dass das hart ist.“ Viele Ostholsteiner warten dringend darauf, endlich ans schnelle Internet angeschlossen zu werden. Bis jetzt ist niemand aus den 29 beteiligten Gemeinden in den Genuss eines Anschlusses gekommen.

Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer erläutert die Schwierigkeiten beim Breitbandausbau. Quelle: Susanne Peyronnet

Es gebe, erläutert Strohmeyer, viele Faktoren, die den Ausbau verzögerten. Etwa Genehmigungen und Dienstbarkeiten. Heißt konkret: Viele Male queren die Kabeltrassen die Gleise der Deutschen Bahn. Oder Knicks. Oder Äcker, die in Privatbesitz sind. Für all das müssen Regelungen getroffen werden.

Das dauert. Bei der Deutschen Bahn etwa vergehe ein halbes Jahr oder auch länger, bis eine Genehmigung vorliege, sagte Strohmeyer. Zu beachten seien zudem viele andere Vorgaben, das fange beim Knick- und Naturschutz an und höre beim Mindestlohn, für den die Baufirmen geradestehen müssen, noch längst nicht auf.

Ein Unternehmer für alles

Probleme gab und gibt es auch immer wieder bei der Ausschreibung der Bauarbeiten. Als öffentlicher Auftraggeber, der zudem Zuschüsse bekomme, müsse der ZVO penibel alle Vorschriften einhalten und ebenso penibel abrechnen, erläutert Strohmeyer. Auch das alles dauert seine Zeit.

Weil es immer wieder Schwierigkeiten gab, will der ZVO laut Strohmeyer jetzt einen anderen Weg gehen. Für die fehlenden Gemeinden sollen die Arbeiten an einen Generalunternehmer vergeben werden, damit die Verantwortung in einer Hand liegt.

Auch interessant: Baufirmen kommen nicht hinterher

27 Millionen Euro werde der ZVO im kommenden Jahr in den Breitbandausbau investieren, sagte Strohmeyer. Mehr als 30 Millionen Euro seien bereits in dieses Projekt geflossen. Das sei die größte Einzelinvestition im ZVO. Der Bund bezuschusst das Projekt nach jetzigem Stand mit 15 Millionen Euro, ein Betrag, der sich noch verdoppeln könnte. Auch das Land will noch etwas hinzugeben.

Jedes Haus kommt ans Glasfasernetz

Klar ist für Strohmeyer aber auch: Hätte der ZVO die Aufgabe der Breitbandversorgung nicht übernommen, hätte es niemand gemacht. Die kommerziellen Anbieter hatten kein Interesse an diesen sogenannten weißen Flecken. „Wir nehmen jeden mit“, versichert die Verbandsvorsteherin und weist darauf hin, dass jedes noch so entfernte Haus ebenso angeschlossen wird wie 80 Campingplätze in Ostholstein.

Es gibt auch ein paar graue Flecken auf der ostholsteinischen Breitband-Karte: Heiligenhafen, Oldenburg, Neustadt, Eutin, Timmendorfer Strand, Stockelsdorf und Bad Schwartau. Das sind die Orte, die kein Mitglied in der ZVO-Breitband-Sparte sind und die ihren Ausbau entweder allein regeln oder von den kommerziellen Anbietern versorgt werden.

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Von Susanne Peyronnet

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