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Ostholstein Polizei und Organisationen kämpfen gegen Drogenszene
Lokales Ostholstein Polizei und Organisationen kämpfen gegen Drogenszene
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11:00 19.04.2019
Kokain gehört zu den Rauschgiftmitteln: Die Zahl der Drogensüchtigen in Ostholstein ist seit Jahren konstant hoch. Quelle: Marius Becker/dpa
Ostholstein

In Ostholstein steigen die Delikte mit Betäubungsmitteln. Das geht aus den Zahlen der Polizeistatistik hervor. Waren es 2016 noch 489 Delikte, nahm 2017 die Polizeidirektion Lübeck im Raum Ostholstein 754 Straftaten wahr. 2018 gab es im Bereich der Rauschgiftdelikte noch einmal Zuwächse um 10,3 Prozent, also um 78 Fälle im Vergleich zum vergangenen Jahr. Ein Grund des Anstiegs sind auch die vermehrten Kontrollen im Drogenmilieu. Die Polizei geht massiv gegen die Drogenkriminalität im Kreis vor. Prävention und Repression gehören ebenfalls dazu: In dem Zuge bekommen die Beamten Hilfe von externen Hilfsorganisationen. Dort ist der Bedarf angestiegen.

Polizei: Dunkelfeld wurde aufgehellt

Polizeichef Norbert Trabs von der Polizeidirektion Lübeck sagt bezüglich der Entwicklung in den vergangenen Jahren: „Erhöhte Fallzahlen bedeuten nicht zwingend eine tatsächliche Steigerung der Betäubungsmittelkriminalität, sondern überwiegend eine Aufhellung des Dunkelfeldes.“ Die statistische Erfassung der Betäubungsmittelkriminalität hänge insbesondere davon ab, wie intensiv Kontrollen durchgeführt würden und welche Taten zur Anzeige gebracht werden.

Wie geht die Polizei gegen Drogenkriminaltität vor? „Die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität beinhaltet vielschichtige Aspekte und Ansätze“, erklärt Trabs. Das Legalitätsprinzip verpflichtet zur Verfolgung aller strafbaren Handlungen. Auf diesem Grundsatz basiere die Arbeit der Polizei. Die Beamten würden sich an der Lageauswertung sowie an aktuellen polizeilichen Erkenntnissen auf lokaler Ebene orientieren. Daraus werden anschließend entsprechende Maßnahmen entwickelt.

Polizei und Suchtberatungsstellen in engem Kontakt

Die Thematik der Betäubungsmittelkriminalität könne jedoch nicht alleine von der Polizei gelöst werden. Die Polizeidirektion Lübeck befinde sich in einem stetigen und engen Austausch mit den Behörden und Ämtern sowie externer Hilfsorganisationen in Ostholstein. „In Bezug auf die Konsumenten gehören hinsichtlich der zu treffenden Maßnahmen nicht allein Aspekte der Repression, sondern auch Aspekte der Prävention“, sagt Trabs.

Beratungsauftrag der Suchthilfe

Im Kreis Ostholstein wird die Suchtberatung unter anderem von der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS) des Landesvereins für Innere Mission in Schleswig-Holstein wahrgenommen. „Wir haben einen Beratungsauftrag“, erklärt die ATS-Regionsleiterin von Ostholstein, Annika Süphke. In den Beratungsstellen im Nordkreis in Heiligenhafen, Fehmarn, Oldenburg und Neustadt habe die ATS im vergangenen Jahr mehr als 600 zu beratene Personen betreut, sagt Süphke. Die Zahl der Drogensucht-Kranken sei seit Jahren konstant hoch, „wir sind gut frequentiert“.

Sowohl Angehörige, als auch Betroffene nutzen den Dienst, um sich Hilfe zu holen. Der Anteil der Selbstbetroffenen sei dabei aber deutlich höher. Besonders junge Suchtkranke suchen die ATS auf. „Die Abhängigkeit von Cannabis bewegt sich vor allem im jungen Bereich“, erzählt Süphke. Dagegen gibt es wenige Hilfesuchende, die wegen einer Medikamenten-Sucht die Sprechstunden der ATS aufsuchen. Hier fehle es laut Annika Süphke oft an der entsprechenden Einsicht.

Prävention und Nachsorge

Vor der Drogensucht steht allerdings immer noch die Sucht nach Alkohol. „Der Alkohol ist vorherrschend“, sagt die Expertin. Mit Präventionsveranstaltungen an Schulen versucht die Suchtberatung deshalb schon die jungen Leute aufzuklären. „Dort erreichen wir viele“, berichtet Süphke. Und auch in der Nachsorge sind die Suchtberater für Betroffene da.

Beke Zill

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