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Ostholstein Sana-Übernahme: Viel Lob für das Kartellamt
Lokales Ostholstein Sana-Übernahme: Viel Lob für das Kartellamt
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17:03 09.04.2019
Die Sana-Klinik in Eutin muss dringend saniert werden. Quelle: Susanne Peyronnet
Ostholstein

Dass die Krankenhäuser in Ostholstein nach einer Übernahme von Sana durch Ameos alle von einem Investmentunternehmen in den USA beherrscht werden würden, war für viele eine Überraschung, auch für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Das Bundeskartellamt hatte wegen dieser Verflechtung den Hinweis gegeben, dem Antrag auf Übernahme voraussichtlich nicht zuzustimmen. Richtig so, sagt Verdi, und führt das Wort „Heuschrecke“ in die Debatte ein. Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hatte Private-Equity-Gesellschaften einst als „Heuschrecken“ bezeichnet, weil sie wie diese über aufgekauften Unternehmen herfielen, diese durch Einsparungen ertragsstark machten, um sie an die nächste Investmentgesellschaft zu verkaufen.

Das Kartellamt hatte vor allem bemängelt, dass die Krankenhauskonzerne mit der Fusion eine marktbeherrschende Stellung errungen hätten. „Eine solche, den regionalen Markt beherrschende Stellung darf nicht zugelassen werden. Insofern können wir alle froh sein, dass das Bundeskartellamt die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse kritisch geprüft hat“, teilt Kai Neumann, Verdi-Vorsitzender im südlichen Ostholstein, mit. Wirtschaftlichkeit und Rendite dürften nicht wichtiger sein als eine angemessene medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Forderung nach Sicherheit

Verdi hatte die Mitarbeiter der Sana-Kliniken bei ihren Sorgen um ihre künftigen Arbeitsverhältnisse unter einem neuen Besitzer unterstützt. Im Dezember hatte es eine große Kundgebung in Eutin gegeben. Um die Mitarbeiter, ebenso wie um die Patienten geht es auch der sozialpolitischen Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Petra Kirner. Die Sana-Mitarbeiter seien verunsichert. „Die haben es verdient, dass sie wissen, wie es weitergeht. Wir brauchen eine sofortige Umsetzung des Sanierungskonzeptes für die marode Eutiner Klinik und deutliche Signale für den Zeitpunkt zur Übernahme, damit Ruhe einkehrt“, sagt Kirner.

Ruhe wünscht sich auch der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Burkhard Klinke, für Mitarbeiter und Patienten. „Das Thema Übernahme ist vom Tisch. Gut, dass das Kartellamt gesagt hat: Keine Monopolstellung im Kreis Ostholstein, die Krankenhäuser müssen im Wettbewerb stehen.“ Jetzt sei Sana nach wie vor gefordert, den Versorgungsauftrag sicherzustellen.

sas

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