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Ostholstein Schülerzeitungen im digitalen Wandel
Lokales Ostholstein Schülerzeitungen im digitalen Wandel
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00:00 12.06.2019
Am Oldenburger Freiherr-vom-Stein-Gymnasium entwickeln Schüler mit Erfolg eine Printzeitung mit Farbdruck. „Steinpost“-Fotograf Tjark Schlößer (17. Mitte) sucht Bilder für die nächste Ausgabe aus, die Chefredakteure Maria Mody (12) und Frank Arndt (16) entwickeln Schüler-Themen. Quelle: Saskia Bücker
Oldenburg

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht das Stichwort digitaler Wandel in der Medienbranche zu hören ist. Viele Schüler in Ostholstein kennen die Debatte. In Zeitungs-AGs schlüpfen sie selbst in die Rolle von Journalisten. Dabei halten die meisten Schüler-Redaktionen an einer gedruckten Ausgabe fest.

Marie Mody (12) ist frischgebackene Chefredakteurin der SchülerzeitungSteinpost“ vom Oldenburger Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und sagt: „Für uns als Redakteure ist es viel schöner, eine gedruckte Zeitung in der Hand zu halten, als die Artikel nur online auf einer Homepage zu sehen.“ Deshalb haben die „Steinpost“-Redakteure für das nächste Schuljahr einstimmig entschieden, weiterhin eine gedruckte Schülerzeitung zu entwickeln und nicht auf Online umzustellen.

Steinpost“ bekommt Preis für Schülerzeitung

Die „Steinpost“ gilt als erfolgreiche Schülerzeitung. Gerade erst wurde sie bei einem Wettbewerb als eine der vier besten Schülerzeitungen im Norden ausgezeichnet – für eine Schwerpunkt-Ausgabe zu „Fitness und Food“, bei der es etwa um Veganismus, Magersucht und Superfood geht. „Die Schülerzeitung hat mit ihrer Themensetzung und dem Layout überzeugt“, sagt Wettbewerbs-Organisatorin Milena Göde.

Wettbewerb gewonnen: „Steinpost“ besucht NDR

Mit ihren Artikeln hat die Oldenburger „Steinpost“-Schülerredaktion im Norden Erfolg. Für ihre Ausgabe zu „Fitness und Food“ ist sie von der Provinzial ausgezeichnet worden und zählt zu den vier besten Schülerzeitungen im Norden. 45 Schulen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich laut Organisatorin Milena Göde beworben. Der Preis für die jungen Nachwuchsjournalisten ist ein Redaktionsbesuch beim NDR-Landesfunkhaus in Kiel. Vor vier Jahren belegte die „Steinpost“ bereits den zweiten Platz beim Wettbewerb.

Anfang des Schuljahres hätten die 22 „Steinpost“-Redakteure überlegt, wie es in Zukunft weitergehen soll, erzählt Mody. Online sichtbar werden? Das habe den Vorteil, mehr Schüler zu erreichen und aktueller zu sein, sagt die junge Chefredakteurin. „Über Instagram zum Beispiel.“ Zudem würde der ganze Stress vor dem Andruck wegfallen, berichtet AG-Leiterin und Deutschlehrerin Karen Tiede. „Gerade das Layouten kurz vor der Deadline vor dem Andruck ist unfassbar anspruchsvoll und zeitintensiv.“

Technisches Wissen für Online-Zeitung fehlt

Schließlich bringen sich die Schüler alles selbst bei: journalistisches Schreiben, recherchieren, Themen finden, bei Veranstaltungen fotografieren, Korrektur lesen und gestalten. Und ein Printprodukt kostet. Die „Steinpost“ finanziert sich dabei über Werbung und nimmt pro verkauftes Exemplar 2,50 Euro.

Prämiert als eine der vier besten Schülerzeitungen im Norden: Seit 1952 bringt das Oldenburger Freiherr-von-Stein-Gymnasium die „Steinpost“ heraus. Die jungen Schul-Journalisten schreiben Artikel, lesen Korrektur und layouten. Ein Besuch in der Redaktion.

Eine eigene Homepage hat die Schülerzeitung zwar bereits, auch einen eigenen Twitter-Kanal. Aber als der damalige online-affine Chefredakteur nach dem Abitur seinen Posten abgab, sei das gerade ins Rollen gekommene Online-Projekt wieder eingeschlafen, erzählt Lehrerin Tiede. Nicht zuletzt, weil niemand die Seite angesurft habe. „Im Moment fehlt uns auch das technische Wissen“, sagt Mathelehrer Jörn Brunken, der die „Steinpost“-AG ab kommendem Schuljahr begleiten wird, weil Lehrerin Tiede in Pension geht.

Schüler in Neustadt entwickeln journalistischen Blick

Diverse Schülerzeitungen in Ostholstein erscheinen auf Papier. Etwa das „Brabbelblatt“ der Grund- und Gemeinschaftsschule Lensahn, das seit zwei Jahren existiert. Thematisch rückten die sechs Teilnehmer der Zeitungs-AG das Schulleben in den Fokus, berichtet AG-Leiter Robert Jaensch. An der Jacob-Lienau-Schule in Neustadt hat Erzieherin Heike Rhein mit Fünft- und Sechtsklässlern im offenen Ganztag inzwischen 21 Ausgaben der Zeitung „Scratch!“ herausgebracht.

Die werde ganz schlicht in Fotokopien an der Schule verteilt und könne auf der Homepage als Datei heruntergeladen werden. Alles andere wäre zu viel Aufwand. Ihre Mission sei sowieso eher sozialpädagogischer Natur. „Ich will, dass die Schüler bei ihren Recherchen über den Tellerrand schauen“, sagt Rhein. So hätten die Jugendlichen beispielsweise die Feuerwehr besucht, ein Kaufhaus unter die Lupe genommen und ein Muslim habe in einem Interview vom Zuckerfest erzählt.

Schülern am Ostsee-Gymnasium fehlt eigene Zeitung

Eine Zeitung von Schülern für Schüler zu entwickeln, das bedeutet auch zu experimentieren, weiß Cordula Braun, Schulleiterin des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand. Das Projekt Schülerzeitung stecke dort noch ganz in den Startschuhen. Eine Schülergruppe habe die Schulleitung vor einiger Zeit angesprochen und darum gebeten, ein Zeitungsprojekt ins Leben zu rufen. Ihnen fehle ein Forum für eigene Themen, die den Schülern auf den Nägeln brennen.

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien gibt es nun einen Testlauf. „Dann ist Projektwoche“, erzählt Braun. Da werden die neuen Redaktionsmitglieder ihre Mitschüler redaktionell beim Wasserski begleiten, beim Sport am Strand, bei einer Diskussion zu gesunder Ernährung. Die große Frage nach dem Medium – veröffentlichen haptisch auf Papier oder online auf der Schul-Homepage – sei noch offen. „In welcher Form die Artikel umgesetzt werden, können die Schüler selbst entscheiden“, betont die Schulleiterin. Vorsichtig müssten sie allerdings in Bezug auf Datenschutz und Bildrechte sein.

Grömitz: Online-Magazin im Wahlpflichtkurs

Entwickelt ein Lehrer mit seinen Schülern eine Online-Zeitung und will Artikel zum Beispiel über Facebook verbreiten, steht er vor der besonderen Herausforderung, mit den Jugendlichen nicht über soziale Medien kommunizieren zu dürfen. „Das ist gesetzlich festgelegt“, berichtet Christian Herrling (39), Deutsch- und Informatiklehrer an der Gemeinschaftsschule Grömitz.

Für Jugendliche von der siebten bis zehnten Klasse bietet Herrling einen Wahlpflichtkurs an, in dem eine reine Online-Schülerzeitung gestaltet wird. Die Themen sind frei wählbar, reichen von „Justin Bieber kämpft mit Depressionen“ bis zu Computerspiel-Tipps und der europäischen Urheberrechtsreform. Auch eine Facebook-Präsenz gibt es. „Im Internet können unsere Artikel nicht nur von den Schülern und Lehrern, sondern von jedem gelesen werden“, sagt Herrling. Die Schülerzeitung sei damit auch ein Werkzeug der Außendarstellung. Und, sie koste nichts.

Schülerzeitungen in Ostholstein

OldenburgSteinpost“ vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Neustadt„Scratch!“ an der Jacob-Linau-Schule 

Grömitz:SZ“ – Schülerzeitung der Gemeinschaftsschule

Lensahn„Brabbelblatt“ der Grund- und Gemeinschaftsschule

Saskia Bücker

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