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Ostholstein Wo noch Kita-Plätze fehlen: Diese Gemeinden planen neue Gruppen
Lokales Ostholstein Wo noch Kita-Plätze fehlen: Diese Gemeinden planen neue Gruppen
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06:24 03.09.2019
Die Zahl der Kita-Plätze steigt im Kreis, ist aber noch lange nicht ausreichend. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Eutin

Demografischer Wandel. Überalterung. Bevölkerungsrückgang. Schlagworte wie diese sind seit Jahren präsent. Umso überraschender erscheint der enorme Bedarf nach neuen Kita-Plätzen. Viele Gemeinden müssen in Neubauten investieren. In einigen Orten gibt es sogar Wartelisten für Eltern. Kreissprecherin Annika Sommerfeld berichtet, dass insbesondere in Bad Schwartau sowie den Gemeinden Malente und Scharbeutz ein „dringender, regionaler Ausbaubedarf für Kinder unter und über drei Jahren“ bestehe.

Zum Start des neuen Betreuungsjahres am 1. August gab es kreisweit 1815 U3-Plätze in Kindertageseinrichtungen und der Tagespflege. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 6,5 Prozent mehr. Für drei bis sechseinhalb Jahre alte Mädchen und Jungen stehen 4863 Plätze zur Verfügung. Das sind 2,1 Prozent mehr als 2018. Die Versorgungsquote beziffert Annika Sommerfeld mit 94,3 Prozent. Wie viele Kinder tatsächlich bis zum Eintritt in die Grundschule zu Hause blieben, sei unklar. Schließlich gebe es keinerlei Pflicht, ein Kind in einer Kita oder einem Kindergarten unterzubringen.

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Sierksdorf reagiert, Neustadt plant

Dass der Bedarf nach neuen Einrichtungen groß ist, verdeutlichen diverse Bauvorhaben. So wurde aktuell in Sierksdorf erstmals eine eigene Kita mit dem Namen Küstenkids eingerichtet. Bürgermeister Bernhard Markmann (FWV) erläuterte, dass es in den umliegenden Gemeinden schlichtweg keine freie Kapazitäten mehr gegeben habe. Eines der größten Vorhaben im Kreis plant die Stadt Neustadt. Ein Neubau mit sechs Gruppen für voraussichtlich 80 Kinder (ein Drittel Ü3) soll entstehen. Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) betont jedoch, dass es aktuell noch ausreichend Plätze gebe.

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Schwartau setzt auf die Lebenshilfe

Die Lage in Bad Schwartau ist anders: Anja Penderak, zuständig für Kindertagesstättenangelegenheiten im Ort, spricht von etwa zehn Kindern, die im Krippenbereich bis Ende des Jahres einen Platz benötigen würden. „Für den Zeitraum Januar bis zum Sommer sind es derzeit 35“, sagt sie. Um den Bedarf zu bewältigen, wurde bis vor wenigen Monaten noch mit einem Neubau mit Platz für 15 Kinder geplant. Dieser sollte 2020 fertig sein. Doch daraus wird nichts. Das geplante Vorhaben in Cleverbrück wird nicht realisiert.

Stattdessen wurde vergangene Woche (29. August) im Bildungsausschuss ein Projekt der Lebenshilfe Ostholstein vorgestellt werden. Diese will im Riesebusch ein Therapiezentrum mit angeschlossener Kita errichten, fraglich ist allerdings der Standort (mehr dazu lesen Sie hier). Das Vorhaben soll weiter diskutiert werden. „Sollte die Politik dem Vorhaben zustimmen, könnten dort wohl zwei Krippen mit 20 Plätzen und zwei Elementargruppen mit 30 bis 40 Plätzen untergebracht werden“, sagt Anja Penderak. Darüber hinaus betont sie, dass im Elementarbereich derzeit keine Kinder auf der Warteliste stehen würden, jedoch gebe es auch keine freien Plätze.

Scharbeutz muss Container nutzen

Noch brisanter ist die Situation in Scharbeutz. Dort fehlen derzeit sechs Plätze im U3- und 23 im Ü3-Bereich. Deshalb sollen zwei Kitas erweitert und ein sechster Standort geschaffen werden. Der Erweiterungsbau im evangelisch-lutherischen Kindergarten beginnt und sieht 15 zusätzliche Plätze vor. Bis zur Fertigstellung wurde ein Container aufgestellt. Des Weiteren ist die Erweiterung der Kita Villa Kunterbunt – ebenfalls um 15 Plätze – in Gleschendorf vorgesehen. In der Übergangszeit wurde im Alten Pastorat eine Tagespflege eingerichtet. Doch gibt es baurechtliche Schwierigkeiten, sodass das Erweiterungsvorhaben laut Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) derzeit nicht realisierbar ist.

Der sechste Standort soll innerhalb von drei bis vier Jahren im Bereich Kattenhöhlener Weg/Kammerweg realisiert werden. Außerdem soll die Kita-Pönitz auf dem Bolzplatz drei weitere Gruppen bekommen. Als Übergangslösung sollen Container mit Platz für zwei Gruppen geordert werden. „Hierzu befinden wir uns derzeit mit dem beauftragten Architekten in der Abstimmung. Die Fertigstellung ist dafür im Winter 2019 vorgesehen“, sagt Owerien. Darüber hinaus sei bis Oktober dieses Jahres die Einrichtung einer Tagespflege für acht bis zehn Kinder in Pönitz vorgesehen. Auch soll eine dritte Krippengruppe (10 Plätze) in der Kita Ostseekinder eingerichtet werden. Die Vorbereitungen laufen.

Thorsten Schmidt (l.), Geschäftsführer von Janus Holz + Baustoffe, spendete einen Krippenwagen an die Kita Schatzinsel.  Quelle: Sebastian Rosenkötter

Spende für Neustädter Kita

Die Firma Janus Holz + und Baustoffehat der Neustädter Kindertagesstätte Schatzinsel den Kauf eines Krippenwagens im Wert von 1750 Euro finanziert. Die Kita wurde zuletzt um zwei Krippengruppen in Modulbauweise erweitert. Die Container sollen bis zu drei Jahre als Provisorium dienen, bevor ein Umzug in ein neues Gebäude erfolgt. 20 Kinder können betreut werden.

Malente muss handeln

Gleich 70 Plätze fehlen in Malente. Bereits Ende Juli informierte die Verwaltung, dass die Gemeinde 2018 die höchste Geburtenzahl der vergangenen 13 Jahre hatte. Um etwas Abhilfe zu schaffen, wurde die Zahl der Tagespflegestellen seit Ende 2018 erhöht. In der Gemeinde Malente sind mittlerweile vier Tagesmütter beziehungsweise Tagesväter tätig. Weitere Plätze sollen eingerichtet werden. Details könnten am 26. September während der Sitzung der Gemeindevertretung thematisiert werden.

Heiligenhafen hat nachmittags freie Plätze

In Heiligenhafen wird ebenfalls eine Erweiterung der Kapazitäten diskutiert. Ein Neubau scheint wahrscheinlich. Laut Verwaltungsmitarbeiter Arne Rieck besteht derzeit im U3-Bereich (vormittags) ein Bedarf. „Für die Nachmittagsbetreuung U3 sind aktuell noch Plätze in der Kinderstube belegbar. In der Ü3-Betreuung sind noch wenige Plätze in der Nachmittagsbetreuung frei“, sagt Rieck.

Oldenburg: Warnung vor steigender Nachfrage

Neuigkeiten gibt es auch aus Oldenburg: Dort startete im September eine Naturgruppe des Waldorf-Kindergartens für bis zu 15 Kinder. „Zwei weitere Träger wollen insgesamt 20 Plätze für den U3-Bereich schaffen“, sagt Jörg Saba, Fachbereichsleiter gesellschaftliche Angelegenheiten. Zehn der Plätze sollen in Kürze verfügbar sein. „Wenn die 20 Plätze im U3-Bereich realisiert sind, haben wir den aktuellen Bedarf in diesem Bereich gedeckt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Nachfrage in Zukunft aufgrund der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung steigen wird“, sagt Saba. „Dieses gilt in besonderem Maße auch für Ganztagsplätze.“

Von Sebastian Rosenkötter

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