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Ostholstein Zweckverband Ostholstein investiert Millionen in Rohre und Anlagen
Lokales Ostholstein Zweckverband Ostholstein investiert Millionen in Rohre und Anlagen
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08:01 06.12.2019
Alles andere als klein sind die Rohre, die für die Abwasserbeseitigung in die Erde gelegt werden. Quelle: Susanne Peyronnet
Sierksdorf

Wenn der Zweckverband Ostholstein (ZVO) investiert, verschwindet viel Geld in der Erde. 68 Millionen Euro an Investitionen weist der von der Verbandsversammlung beschlossene Wirtschaftsplan für 2020 aus. Der dickste Brocken: 27 Millionen Euro für das Verlegen von Glasfaserleitungenfür schnelles Internet. 22 500 Haushalte sollen daran angeschlossen werden.

Wie die Glasfaserrohre bleiben auch etliche andere Investitionen für die Ostholsteiner unsichtbar, sorgen aber für eine sichere Ver- und Entsorgung. „Bei Straßenerneuerungen sehen wir zu, dass wir Gas- und Wasserleitungen neu verlegen“, sagte Rüdiger Lange-Jost, Geschäftsführer der ZVO Energie GmbH. Das sei immer abhängig davon, wie die Planungen laufen. Hinzu kämen Neuerschließungen von Ortsteilen, die mit Erdgas oder Trinkwasser versorgt werden wollen.

Bei allen Entscheidungen behält der ZVO die Nachhaltigkeit im Auge. „Wir versuchen, unsere Anlagen möglichst mit Eigenstrom zu versorgen“, sagt Lange-Jost. So werde das Wasserwerk in Süsel eine große Fotovoltaik-Anlage erhalten.

Wasserversorgung für Ostholstein sicherstellen

In den Wasserwerken des ZVO sei in den vergangenen 15 Jahren bereits viel erneuert worden, meistens elektrotechnische Anlagen. Denn auch im Sommer soll die Wasserversorgung funktionieren. So werden nach Angaben von Lange-Jost dann 300 Prozent mehr Wasser verbraucht als im Winter. „Die Herausforderung sind sechs Wochen im Sommer, dann haben wir extreme Spitzen.“ Dabei müsse auch immer der Grundwasserschutz beachtet werden. Die Trinkwasserversorgung sei aber sichergestellt, ergänzt Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer.

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Kein Papier mehr

Die jetzige Verbandsversammlungwar die erste papierlose beim ZVO. Alle Unterlagen standen den Mitgliedern der Verbandsversammlung digital zur Verfügung. Das spart kistenweise Papier ein, mehr als 23 000 Blatt.

In die Schmutzwasserbeseitigung will der ZVO in den kommenden Jahren 20 Millionen Euro investieren. Auf diesem Feld ist er nicht nur in Ostholstein, sondern auch im Kreis Plön tätig. Das Geld fließt zum einen in Kläranlagen, die aufgerüstet werden müssen, aber auch in den Leitungsbau, etwa in Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Ratekau.

ZVO will mit Müll Klärschlamm trocknen

Am Ende der Entsorgung steht Klärschlamm. Der setzt sich aus viel Wasser und wenig Schlamm zusammen. Der ZVO strebt deshalb an, den Klärschlamm mit der Abwärme des Neustädter Müllheizkraftwerks zu trocknen. Das spare Kosten und minimiere Transportwege. Die Neustädter Müllverbrennungsanlage produziert Strom und Wärme, vor allem für letztere gebe es im Sommer keine großen Abnehmer, erläutert Michael Rakete, Geschäftsführer der ZVO Entsorgung GmbH. Andererseits gebe es im Sommer Spitzen beim Abwasser. Also könne die Wärme genutzt werden, um den Klärschlamm zu 90 Prozent zu trocknen. Das Ergebnis sei ein Stoff, der einen Brennwert ähnlich wie Braunkohle habe. „Wir haben die Bestätigung, dass es dafür Abnehmer gibt“, sagt Strohmeyer.

Damit sind aber längst nicht alle Probleme bei der Klärschlammentsorgung gelöst. Mikroplastik ist ein großes Thema und dabei der Straßenabrieb, der laut Strohmeyer 70 Prozent der Mikroplastikmenge ausmache. „Vielleicht kann man mal andere Reifen entwickeln, aber auch eine andere Straßenbeschaffenheit“, sagt sie. Die Anstrengungen zur Reinhaltung der Gewässer würden sich in jedem Fall verschärfen, weil es immer strengere gesetzliche Anforderungen gebe.

Neue Kranbahn für den Müllbunker

Eine große Investition steht der Müllverbrennungsanlage Neustadt bevor. Die Kranbahn muss erneuert werden. Das ist das riesige Gestänge unter dem Dach des Müllbunkers, an dem der große Greifer hängt.

Im Müllbunker arbeitet der riesige Kran, dessen Schaufel den Abfall in den Trichter zur Verbrennungsanlage wirft. Quelle: Susanne Peyronnet

Für die Arbeiten ist nicht viel Zeit: Einmal im Jahr wird das Müllheizkraftwerk für vier Wochen stillgelegt, dann erfolgt die alljährliche Revision, die große Überprüfung. Nur in dieser Zeit kann im Müllbunker gebaut werden. Deshalb wird die Erneuerung von Kranbahn und Schwalbennest – das ist die Glaskanzel für den Kranführer – in zwei Schritten über zwei Jahre erfolgen. Allein im ersten Jahr kosten die Arbeiten 1,3 Millionen Euro.

Die Anlagen im Müllheizkraftwerk sind mittlerweile mehr als 30 Jahre alt. Alles, was es darüber zu wissen gibt, haben die LN in einer Multimedia-Reportage zusammengefasst.

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Von Susanne Peyronnet

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