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Ostholstein Sozialer Wohnraum dringend benötigt
Lokales Ostholstein Sozialer Wohnraum dringend benötigt
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16:43 14.01.2019
An der Oldenburger Straße in Neustadt sollen 30 Sozialwohnungen entstehen. Ab März werde gearbeitet, kündigen (v. l.) Bauamtsleiterin Antje Weise, Gollan-Geschäftsführer Volker Schmidt, Mirko Spieckermann und der Bauausschussvorsitzende Willy Heckel (Grüne) an. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt/Grömitz/Scharbeutz

Bezahlbarer Wohnraum ist im Kreis Ostholstein Mangelware. Viele Menschen haben aufgrund ihres niedrigen Gehalts Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Dieser ist Voraussetzung für das Anmieten einer Sozialwohnung. Die Stadt Neustadt reagiert auf den Notstand mit einem Neubauprojekt an der Oldenburger Straße. Dort sollen (wie in den LN berichtet) 30 Wohnungen mit Größen zwischen 35 und 85 Quadratmeter entstehen. Nun gab Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) den Baubeginn bekannt. „Wir wollen im März mit den Arbeiten beginnen.“ Laufe alles glatt, könnten die ersten Bewohner Ende Mai/Anfang Juni 2020 einziehen.

Hoher Bedarf nach Wohnraum

Was nach einer guten Nachricht klingt, hat eine Kehrseite: Der Bedarf ist weitaus höher. 200 Bürger haben ihr Interesse bekundet. Bauamtsleiterin Antje Weise verdeutlicht, dass es vor neun Jahren allein in Neustadt 480 öffentlich geförderte Wohnungen gegeben habe. 2030 sollen es nur noch 57 sein. Um gegenzusteuern und die Zahl zu erhöhen, wurde das Projekt an der Oldenburger Straße beschlossen. Die Kosten belaufen sich auf 4,3 Millionen Euro. Hinzu kommen zwei weitere Vorhaben.

So etwa könnte das Gebäude an der Oldenburger Straße in Neustadt einmal aussehen. Quelle: Entwurf: Gollan-Bau GmbH (HFR)

Im Neubaugebiet Lübscher Mühlenberg soll noch in diesem Jahr mit der Errichtung von 80 Wohnungen begonnen werden. Volker Schmidt, Geschäftsführer der Gollan-Bau GmbH, erläutert, dass 29 geförderte Einheiten durch einen Investor entstünden. Zugleich gab er bekannt, dass in dem nächsten Bauabschnitt des Gebietes am Ostring 94 weitere Sozialwohnungen vorgesehen seien. Der Baustart dürfte in den kommenden zwei Jahren erfolgen. „Dann sind unsere großen Neubauflächen erschöpft. Die Einwohnerzahl von Neustadt wird nicht sinken“, betont Antje Weise. Dennoch: Die Zahl der alten Menschen mit einer kleinen Rente werde zunehmen. Somit hätten immer mehr Menschen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.

In der Mühlenstraße in Grömitz entstehen zwei Gebäude. Die Hälfte der Wohnungen ist für den sozialen Wohnungsbau gedacht. Quelle: Louis Gäbler

Auch Grömitz und Scharbeutz sind aktiv

Dass der Bedarf kreisweit hoch ist, gilt als unbestritten. In der Gemeinde Grömitz wurde ein ebensolches Vorhaben in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres heiß diskutiert. Dabei ging es vor allem darum, ob zwei in Bau befindliche Gebäude mit 18 Wohnungen (die Hälfte sozialer Wohnungsbau) unweit des Zoos im Besitz der Gemeinde bleiben, oder an einen Investor verkauft werden. Die Sorge vieler Einwohner vor zu hohen Mieten war deutlich spürbar. Nichtsdestotrotz stimmte die Mehrheit (CDU und FDP) für einen Verkauf. Die Fertigstellung soll in vier bis fünf Monaten erfolgen.

Etwas weiter südlich in Scharbeutz ist man noch nicht ganz so weit. Bauamtsleiterin Dorit Klees teilt mit, dass 14 Wohnungen neben dem Bürgerhaus entstehen. Das Grundstück habe die Stadt an einen Investor verkauft. Das Verfahren sei kurz vor der Bauantragsreife, sodass die Baugenehmigung bald erteilt werden könne. Jedoch liege es an dem Investor, wie schnell es vorangehe und ob er Handwerker finde. Ebenfalls in der Planung ist ein seit Jahren bekanntes Projekt in der Königsberger Straße. Dort soll ebenfalls ein Neubau (40 Wohnungen) verwirklicht werden, wobei noch eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig sei. 20 bestehende Wohnungen würden in den Neubau integriert, das bisherige Bauwerk abgerissen. Die Mieter könnten möglicherweise umziehen.

Fast 100 000 Haushalte in Ostholstein

Bezahlbare Wohnungen werden dringend benötigt. Besonders Single-Einheiten sind im Kreis Ostholstein nachgefragt. Der letzte Zensus im Jahr 2014 hatte ergeben, dass es 98 503 Haushalte gibt. 35 614 dieser sind Ein-Personen-Haushalte. 36391 bestehen aus zwei Personen. Auffällig ist, dass in 27 397 ostholsteinischen Haushalten ausschließlich Senioren leben.

Sebastian Rosenkötter

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