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Ostholstein „Mal war ich Bräutigam, mal Braut“
Lokales Ostholstein „Mal war ich Bräutigam, mal Braut“
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15:33 12.01.2019
Schashagens Bürgermeister Rainer Holtz darf jetzt auch Trauungen durchführen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Schönwalde

 Immer mehr Ostholsteiner Bürgermeister dürfen Hochzeitspaare trauen. Dafür lassen sich die Verwaltungschefs extra ausbilden. Frisch gebackener Standesbeamter ist Rainer Holtz. Der Christdemokrat aus der Gemeinde Schashagen will Paaren ermöglichen, dass diese auch am Sonnabend den Bund der Ehe eingehen können. Bislang war dies nur von montags bis freitags möglich.

Heiraten an Schashagens Küste

„Ich bin auf einer Goldenen Hochzeit von einer Standesbeamtin angesprochen worden, dass ich das machen soll. Sie hat mich reden gehört“, erinnert sich Holtz. Gesagt, getan: Der Bürgermeister bucht eine entsprechende Schulung beim Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement und besucht eine dreitägige Schulung. „Das Land Schleswig-Holstein hat in seiner Landesverordnung geregelt, dass Bürgermeister Standesbeamte werden können. Die Trauungen dürfen nur an gewidmeten Orten in der eigenen Gemeinde durchgeführt werden“, erläutert Holtz.

Bestandteil des Seminars seien neben der Vermittlungen der gesetzlichen Grundlagen vor allem Rollenspiele gewesen. „Mal war ich Bräutigam, mal Braut, mal Trauzeuge, mal Standesbeamter. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Rainer Holtz. Wann er das erste Mal ein Paar zu Ehepartnern erklären wird, steht noch nicht fest. Jedoch hat er bereits drei Termine für die Sommermonate zugesagt. Klar ist: „Ich werde zunächst ein Traugespräch führen, damit man sich kennenlernt. Es geht um Gemeinsamkeiten, darum, was das Paar gerne hören würde“, erläutert der Schashagener Bürgermeister. Er plant, dass die Trauungen bis April/Mai im Trauzimmer vom Amt Ostholstein-Mitte in Schönwalde stattfinden und es von Mai bis September eine entsprechende Möglichkeit an der Küste zwischen Brodau und Bliesdorf geben wird.

Bürgermeister ermöglicht Trauungen in Großenbrode

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise während seiner ersten Trauung am 2. Juni 2017. Quelle: HFR

Ein Bürgermeister, der seine erste Hochzeit als Standesbeamter schon erlebt hat, ist Jens Reise (CDU). Der Großenbroder hatte im April 2017 einen entsprechenden Fortbildungskurs in Bordesholm besucht und seine Ernennungsurkunde zum Standesbeamten erhalten. „Ich habe das gemacht, um meinen Bürgern aus der Gemeinde Großenbrode die Möglichkeit zu geben, in ihrer Heimatgemeinde auch getraut zu werden. Durch die Eingemeindung ins Amt wurde nicht mehr in Großenbrode getraut. Unser neues Trauzimmer wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr eingerichtet“, erläutert er seine Beweggründe. Zudem sei Reises Großvater in den 1940er Jahren auch Bürgermeister und Standesbeamter gewesen. „Ein Traditionsgedanke steckte auch ein wenig dahinter“, sagt er.

Seine erste Trauung nahm der Bürgermeister am 2. Juni 2017 vor. „Es war aufregend und sehr schön zugleich, ähnlich wie bei meiner eigenen Hochzeit, zumal ich das Paar persönlich sehr gut kenne. Es macht auch ein wenig stolz, diese Ehre zu besitzen, Paare trauen zu dürfen. Es soll für die Paare ja ein einmaliges Erlebnis sein und bleiben“, erinnert er sich. Seitdem habe er vier weitere Paare verheiratet, darunter auch Touristen. Zugleich betont Reise ebenso wie Holtz, dass Herkunft, Geschlecht und Bekanntheitsgrad keinerlei Rolle spielen würden.

Schwartauer Verwaltungschef zeigt sich bewegt

Nur ab und zu als Standesbeamter tätig werden möchte Dr. Uwe Brinkmann (parteilos). Der Bürgermeister von Bad Schwartau darf seit Ende Juni 2017 Trauungen vornehmen und begründet seine Fortbildung mit einem allgemeinen Interesse an dem Aufgabengebiet Standesamt und Eheschließungen. Kurz darauf übernahm er die Hochzeit von Michael Friedrichs (Geschäftsführer der Zweitliga-Handballer vom VfL Bad Schwartau) und Jessica (damals noch Lembke). Rückblickend spricht er von einer bewegenden Amtshandlung und einer der schönsten Tätigkeiten in der Verwaltung. Ob er in Zukunft erneut das Jawort entgegennehmen wird, ist offen. Brinkmann möchte sich aufgrund seiner vielen Termine auf besondere Anlässe beschränken. Ähnlich ist es auch mit seinem Eutiner Kollegen Carsten Behnk (parteilos). Laut Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt war er bereits im Einsatz und werde nur auf Anfrage aktiv.

Sebastian Rosenkötter

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