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Ostholstein Ostholsteiner sind häufiger krank als in den Vorjahren
Lokales Ostholstein Ostholsteiner sind häufiger krank als in den Vorjahren
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11:37 06.09.2019
Rücken- und Gelenkbeschwerden haben im vergangenen Jahr zugenommen. Quelle: Schön-Klinik
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Eutin

Tendenz steigend: Im Kreis Ostholstein und im Nachbarkreis Plön – die Zahlen beziehen sich stets auf beide Kreise – hat sich die Zahl der Krankentage im Jahr 2018 erhöht. Es gab 0,3 Prozent mehr Ausfalltage, damit stieg der Krankenstand auf 4,4 Prozent und liegt über dem Landesdurchschnitt von 4,1 Prozent. Damit waren in Ostholstein und Plön an jedem Tag des Jahres rein rechnerisch 44 von 1000 Arbeitnehmern krankgeschrieben.

So krank istSchleswig-Hostein

Besonders gesundsind die Menschen in Kiel, am häufigsten krank die in Neumünster. Das ist die Rangfolge der Kreise und ihrer Krankenstände (krankgeschriebene Mitarbeiter je Tag auf 1000 Arbeitnehmer):

Neumünster 4,6: Lübeck 4,5; Segeberg und Ostholstein/Plön 4,4; Steinburg 4,2; Flensburg und Schleswig-Flensburg, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Stormarn 4,1; Nordfriesland 3,9; Kiel 3,8. Der Landesdurschnitt liegt bei 4,1.

Deutliche Verschiebungen gab es bei den Ursachen für die Krankentage. Die psychischen Erkrankungen, unter anderem Depressionen und Angstzustände, gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 19 Prozent zurück, teilte die DAK in Eutin mit. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand liegt aber immer noch bei mehr als 14 Prozent.

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Rückenschmerzen und Erkältungen

Deutliche zugenommen haben die Krankentage wegen Muskel- und Skeletterkrankungen (plus fünf Prozentpunkte) und bei den Atemwegserkrankungen (plus 14). Dazu zählen Erkältungen, Bronchitis und Mandelentzündung. Verletzungen wie Verstauchungen, Verrenkungen oder Schnitte spielen ebenso wie Infektionen, etwa Magen-Darm-Grippe, eine untergeordnete Rolle.

Besonderes Augenmerk hat die DAK in ihrem Landes-Gesundheitsreport diesmal auf die Sucht gelegt und die Auswirkungen von Alkohol, Zigaretten und Online-Spielen untersucht. Ihr Fazit: „Alkohol ist der Hauptgrund für Krankmeldungen bei Suchtproblemen in Schleswig-Holstein.“ Für 73 Prozent aller Ausfalltage von Süchtigen sei Alkohol die Ursache. Knapp 80 Prozent der Berufstätigen trinken laut DAK Alkohol, davon 15 Prozent in schädlichen oder riskanten Mengen. „Die Zahl der Betroffenen macht uns Sorgen. Der riskante Umgang mit Alkohol bleibt ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt der Eutiner DAK-Chef Nils Junker.

Immer mehr junge Spielsüchtige

Eine andere Gruppe schiebt sich gegenüber denen mit starken Alkoholkonsum immer weiter nach vorn. „Die Spielsucht darf man nicht unterschätzen, da holen die Jungen auf“, teilt Junker mit. Laut DAK-Report spielen mehr als 62 Prozent der Arbeitnehmer im Land Computerspiele. Dass Spielen Auswirkungen auf den Job haben kann, hält der Report ebenfalls fest. Darin heißt es: „Jeder elfte Mitarbeiter mit riskantem Spielverhalten kam wegen des Spielens zu spät zur Arbeit oder machte deshalb früher Feierabend.“

Auf einem anderen Feld der Sucht sind die Jungen dagegen wesentlich immuner. Unter den Berufstätigen zwischen 18 und 29 Jahren sind 16,3 Prozent Raucher, das ist der geringste Anteil von allen Altersgruppen. Bei den 60- bis 65-Jährigen raucht fast jeder Vierte (23,7 Prozent).

Die DAK hat in den Kreisen Ostholstein und Plön rund 25 000 Versicherte, in ganz Schleswig-Holstein sind es 240 000.

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Von sas