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Ostholstein Ostholsteins Retter: Bereit für den Großeinsatz
Lokales Ostholstein Ostholsteins Retter: Bereit für den Großeinsatz
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00:08 02.11.2014
Schon kurz nach Übungsbeginn waren die Taucher im Wasser, um ihre Aufgaben abzuarbeiten. Quelle: Fotos: Gemoll (1), Schlemmer (3)
Fehmarn

Die Erbsensuppe am späten Nachmittag hatten sie sich verdient. 65 Männer und Frauen der 1. Feuerwehrbereitschaft Ostholstein übten gestern bei fast sommerlichen Temperaturen — in voller Montur — das Zusammenarbeiten im Ernstfall. Währenddessen rückten auf Fehmarn die Feuerwehren aus dem Inselosten aus — und auch die DLRG hatte eine landesweite Übung auf der Insel angesetzt.

Morgens um 9 Uhr kam der (falsche) Alarm aus der Rettungsleitstelle: Großfeuer in Testorf. Auf einem Gut probte die 1. Feuerwehrbereitschaft die Wasserentnahme — einer der Übungsschwerpunkte in diesem Jahr. Die aus kommunalen Feuerwehren zusammengesetzte Gruppe helfe nur unterstützend, erklärte Bereitschaftsführer Andreas von der Heyde aus Oldenburg. Über Kreisgrenzen hinweg soll im Ernstfall mit angepackt werden, nicht nur bei der Brandbekämpfung, sondern zum Beispiel auch bei Hochwasser. Von der Heyde: „Wir müssen alles können, deswegen müssen wir üben.“

Nach dem Einsatz in Testorf ging es in den Oldenburger Bruch, wo jüngst gefällte Pappeln als ideales Material für Kettensägen-Übungen dienten. „Da hier verschiedene Wehren miteinander arbeiten, muss das Zusammenspiel geübt werden“, erklärte Zugführer Michael Richter. Er zeigte sich zufrieden.

Pünktlich um 13 Uhr begann derweil auf Fehmarn die landesweite Großübung der DLRG. Rund 60 Kräfte der Rettungszüge Nord und Ost sowie die Leitung mit 30 weiteren Mitarbeitern waren am Burger Yachthafen und auf dem Binnensee mit großem Materialaufwand im Einsatz. Thomas Sprock von der DLRG Bosau-Hutzfeld war als Übungsleiter erster Mann vor Ort. Logistik, Unterkunft und Verpflegung stellte die DRK-Bereitschaft Neustadt unter Sven Salewski bereit.

Die Helfer hatten ein komplexes Szenario von Tauch- und Rettungseinheiten abzuarbeiten. Schon kurz nach Übungsbeginn waren die Tauchtrupps im Wasser, um ihre Aufgaben in der noch 14 Grad warmen Ostsee zu erledigen. Angenommene Unterwasserschäden an einem Regenrückhaltebecken waren zu beheben. Derweil begannen Kräfte in Burgstaaken, Evakuierungsmaßnahmen vorzubereiten. Die dort Geretteten — insgesamt gab es rund 50 „verletzte” Darsteller — wurden mit Booten zum Sammelplatz gebracht und erstversorgt. „Hochwasserszenarien wie dieses umfassen den größten Übungsanteil“, sagte Sprock. Am Abend sollte dann der ehrenamtliche Einsatz beim Hochwasser in Schönebeck (2013) belohnt werden. Helge Wittkowski, vertretender Einsatzleiter im DLRG- Landesverband, übergab Fluthelfer-Ehrenmedaillen.

Auch auf Gut Staberhof wurde gestern fleißig geübt. Das Einsatzszenario für die Wehren aus Puttgarden-Todendorf, Bannesdorf und Meeschendorf lautete: ein Pkw-Brand nahe einer Scheune, keine Menschenleben in Gefahr. Plötzlich dann eine neue Lage: Ein aufgelöster Vater vermisst seine Kinder. Und ein weiteres Fahrzeug brennt in der Scheune. „Der Einsatzleiter musste zügig eine Entscheidung treffen und den Einsatzverlauf verändern“, erklärte Meeschendorfs Ortswehrführer Björn Wilder. Mit zwei Wasserwerfern habe man den Dutzenden Zaungästen während der Übung zeigen können, „wie weit wir viel Wasser bringen können“, so Wilder. „Aus meiner Sicht ist die Übung sehr gut verlaufen.“ Und am Ende lockte auch hier die traditionelle Erbsensuppe.

sts/gem