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Ostholstein SPD-Kreisparteitag nominiert Geywitz und Scholz
Lokales Ostholstein SPD-Kreisparteitag nominiert Geywitz und Scholz
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14:49 26.08.2019
Olaf Scholz und Klara Geywitz sind von der Mehrheit der Delegierten beim Kreisparteitag der SPD Ostholstein für die Wahl zum Bundesvorsitz nominiert worden.
Olaf Scholz und Klara Geywitz sind von der Mehrheit der Delegierten beim Kreisparteitag der SPD Ostholstein für die Wahl zum Bundesvorsitz nominiert worden. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Ostholstein

Ein kommunales Unternehmen für einen besseren ÖPNV in Ostholstein, eine Stärkung des Schwimmunterrichtes an Schulen: Für diese Anträge – aus einer langen Liste von Themen – stimmten die Delegierten beim Kreisparteitag der ostholsteinischen SPD am Wochenende. Zudem wählten sie ihren Vorsitzenden Niclas Dürbrook erneut ins Amt. Für die Wahl zum Bundesparteivorsitz wurde das Duo Klara Geywitz und Olaf Scholz nominiert. Die LN hatten zunächst fälschlicherweise berichtet, das Duo Gesine Schwan/Ralf Stegner sei ins Rennen geschickt worden.

Bettina Hagedorn vom Votum der Delegierten überrascht

Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Geywitz und Bundesfinanzminister Scholz erhielten erst bei einer Stichwahl der ostholsteinischen Delegierten eine knappe Mehrheit von 18 Stimmen. Auf das Duo Schwan/Stegner entfielen 15 Stimmen, für Simone Lange/Alexander Ahrens stimmten acht Delegierte. Zuvor waren die Bewerber, die beim Kreisverband Ostholstein um Unterstützung gebeten hatten, in Kurz-Porträts vorgestellt worden. Wer beim SPD-Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz, der vom 14. bis 25. Oktober stattfindet, antreten möchte, muss von fünf Kreisverbänden oder einem Landesverband nominiert worden sein.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn nahm an der Tagung im Ahrensböker Bürgerhaus teil, allerdings nicht als Delegierte, weshalb sie auch nicht bei der Nominierung abstimmte. Sie zeigte sich von dem Ergebnis überrascht. „Schwan und Stegner werden aber ebenfalls genug Stimmen zusammenbekommen“, ist Hagedorn überzeugt. Die Politikwissenschaftlerin Schwan und der Oppositionsführer im Landtag Stegner würden insbesondere auf den Regionalkonferenzen vor dem Entscheid zu einer fundierten Debatte beitragen.

Top-Ergebnis für den alten und neuen Kreisvorsitzenden

Der alte und neue Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook wünschte sich in erster Linie, dass alle Bewerber aus Schleswig-Holstein im Oktober zur Wahl stehen werden. Neben Ralf Stegner sind das die Bundestagsabgeordnete Nina Scheer (Geesthacht), die mit dem vor allem als Gesundheitsexperten bekannten Karl Lauterbach ein Duo bildet – sowie die Oberbürgermeisterin von Flensburg, Simone Lange, die mit dem Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens, antritt.

Niclas Dürbrook selbst konnte sich über ein ausgezeichnetes Wahlergebnis freuen: „Einstimmig“ lautete das Votum für den 29-Jährigen als Kreisvorsitzenden (60 Ja-Stimmen, eine Enthaltung). Neben ihm in den Kreisvorstand gewählt wurden als Stellvertreter: Burkhard Klinke und Beate Müller-Behrens (beide aus Bosau) sowie Gabriele Freitag-Ehler (Gremersdorf). Schriftführer ist Hansjörg Thelen (Bad Schwartau), zum Schatzmeister wurde Christoph Gehl (Eutin) gewählt.

Kommunales Verkehrsunternehmen statt „Konstrukt aus Subunternehmen“?

„Den ÖPNV in Ostholstein für die Zukunft aufstellen“ lautete ein zentraler Antrag des Kreisvorstandes, den die Delegierten annahmen. Neben verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der Linienanbindungen im Kreis wird darin angeregt, ob der öffentliche Personennahverkehr „durch ein kreiseigenes kommunales Unternehmen“ umgesetzt werden könne. „Die Neuvergabe der Buslinien wird uns in den kommenden zwei Jahren beschäftigen“, erklärt Dürbrook dazu.

Man habe sich deshalb über das Konzept der Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) informiert, eines kommunalen Unternehmens. Im Kreis Ostholstein wird der Buslinienverkehr laut Kreisverwaltung von den Rohde Verkehrsbetrieben, der Autokraft, der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft und dem Stadtverkehr Lübeck betrieben. Das sei ein „eher unüberschaubares Konstrukt aus Subunternehmen“, der ÖPNV gehöre aber zur Grundversorgung, sagt Dürbrook.

Bestehende Schwimmbäder erhalten und neue aufbauen

Angenommen wurde zudem der Antrag, den Schwimmunterricht an den Grundschulen zu fördern. Dieser sei in einem Kreis, der über zahlreiche Ostsee-Strände und Seen verfügt, „elementar“, heißt es. „Es gibt aber vier elementare Probleme“, erklärt Dürbrook: Die Zahl der Lehrer mit Schwimmlehr-Befähigung gehe zurück, die Zahl der Schwimmbäder im Kreis ebenso. Der Unterricht werde teilweise aus Zeitgründen eingespart – und weil die Beförderungskosten zu hoch seien. „Ein Ziel muss es deshalb sein, bestehende Bäder zu erhalten und neue aufzubauen“, sagt der SPD-Kreisvorsitzende.

In eigener Sache: Die LN hatten zunächst fälschlicherweise berichtet, das Duo Gesine Schwan/Ralf Stegner sei ins Rennen geschickt worden.

Von Sabine Latzel