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Ostholstein Ostholsteins modernster Skatepark
Lokales Ostholstein Ostholsteins modernster Skatepark
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21:58 03.04.2017
Ein Band wird durchschnitten, der Skatepark ist endlich eröffnet. Skateboarder und Scooterfahrer sind begeistert. Quelle: Marc Hofmann (4)
Neustadt

Kräftige Bässe dröhnen aus den Lautsprechern, ein Sprayer verziert die Rückseite einer Rampe. Gleichzeitig strahlt die Sonne über dem Neustädter Binnengewässer auf den Skatepark am Gogenkrog. Fast kommt ein bisschen das Flair Kaliforniens auf, wo die Skateboard-Szene ihren Ursprung hat.

160000 Euro teure Anlage wurde in Neustadt eröffnet – Nutzer waren an Planung beteiligt.

Bürgervorsteher Sönke Sela (CDU) spricht in seiner Eröffnungsansprache von einem „Quantensprung“ zur bisherigen Anlage, was auch Nikolas Radomirovic, Präsident des Neustädter Kinder- und Jugendparlaments, bestätigt. „Unsere Wünsche wurden zu 101 Prozent erfüllt“, zeigt sich der 17-Jährige bei der Eröffnung zufrieden. Die Nachwuchspolitiker hatten einen zehn Personen umfassenden Arbeitskreis mit örtlichen Skatern und eine Facebook-Seite ins Leben gerufen. Ziel war es, einen Ansprechpartner für die städtischen Gremien zu haben und zugleich alle Bürger, speziell Kinder und Jugendliche, miteinzubeziehen. „Nur so konnten wir wissen, worauf es den Nutzern wirklich ankommt“, erklärt Sela.

Nach Auskunft des Bürgervorstehers musste die Stadt trotz großzügiger Förderung von Land und Bund etwa ein Drittel der fast 160000 Euro teuren Anlage aus dem eigenen Haushalt finanzieren.

Ursprünglich war mit Kosten in Höhe von 112000 Euro gerechnet worden. Dafür richtet Jugendpfleger Andreas Adler ein großes Lob an die beauftragten Spezialfirmen aus Köln und München. „Die Jugendlichen konnten von der Planung bis zum Gießen des Betons noch Einfluss nehmen.“

Das Ergebnis ist ein kompletter Skatepark aus besonders glattem Beton, der sich sehen lassen kann. „Dadurch rollen gerade Skateboards super gut ab“, sagt Domenik Borrs (21). Der Scharbeutzer musste mit seinem Bruder Joshua (17) bisher nach Hamburg oder Flensburg fahren, um ähnliche gute Bedingungen vorzufinden. Kleiner Wermutstropfen für die BMX- Fahrer: „Für uns sind die Rampen etwas zu steil und die Radien im Pool ein bisschen zu klein, das macht die Strecke sehr anspruchsvoll“, sagt Christian Klang (20) aus Oldenburg.

Für Skateboard- und Scooterfahrer hingegen sei der Platz ideal. „Durch die glatten Oberflächen ist auch die Gefahr, sich Schürfwunden zuzuziehen, geringer“, erzählt Felix Freynhagen (39) aus Ratekau, bevor er sich auf seinem Skateboard waghalsig in den Betonpool stürzt. Der ist eine weitere Besonderheit des Parks, überzeugt mit seinen Steilwänden, die auch Könnern viel abverlangen.

Dass die Anlage etwas für alle Altersgruppen bietet, findet auch Leif Schröder aus Neustadt. „Die ist 100 Mal besser als die Alte“, sagt der Zwölfjährige begeistert. „Skateboarden ist mehr als ein Freizeitsport“, betont Planer Ralf Maier. Die Rails, Curbs und Kicker genannten Hindernisse gebe es so ähnlich auch bei den Sommerspielen 2020, bei denen Skateboardfahren erstmals olympisch sein soll. Der Landschaftsarchitekt muss es als ehemaliger BMX-Weltmeister wissen. In Tokio sind dann vielleicht schon Athleten dabei, die ihre ersten Runden am Neustädter Gogenkrog gedreht haben...

20 Jahre Kinder- und Jugendparlament Neustadt

Das Neustädter Kinder- und Jugendparlament feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Das Gremium wurde im Jahr 1997 gegründet, um der in der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung geforderten Kinder- und Jugendbeteiligung gerecht zu werden. Als eines der ersten Großprojekte entstand unter Beteiligung der jungen Einwohner der bisherige Skatepark und auch an der Gestaltung der neuen Anlage war das Gremium wieder maßgeblich beteiligt. Heute bringen unter Leitung von Parlamentspräsident Nikolas Radomirovic 14 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren ihre Meinung in die politischen Prozesse der Stadt ein. Das Gremium wird alle zwei Jahre neu gewählt, das nächste Mal im kommenden Jahr.

 Marc R. Hofmann