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Ostholstein Unfall im Pool: Sauna-Besucher von defekter Düse angesaugt
Lokales Ostholstein Unfall im Pool: Sauna-Besucher von defekter Düse angesaugt
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18:06 14.08.2019
Der Vorfall ereignete sich in der Ostsee-Therme in Scharbeutz. Quelle: LN-Archiv
Scharbeutz

Es sollte ein netter Aufenthalt mit zwei Freunden in der Sauna werden. Doch der Besuch im Wellness-Bereich der Scharbeutzer Ostsee-Therme entpuppte sich für den Hamburger André M. als wenig erholsam. „Wir saßen nach einem Saunagang in einem warmen Poolbecken und wollten uns entspannen“, berichtet der 41-Jährige. „Aber plötzlich hing ich mit dem Bauch am Absauggitter fest.“

Ein enormer Druck sei von den Düsen ausgegangen. Nur mit enormer Kraft und unter Schmerzen habe er sich schließlich lösen können. „Das war wie bei einem Staubsauger“. Die Folgen: Ein sieben Zentimeter großes Hämatom. „Ich habe einen Arzt darauf schauen lassen“, sagt der Sauna-Besucher. Bis zu vier Wochen dauere es, bis der Bluterguss in Gitterform auf seinem Bauch verschwunden sei. „Das ist schon blöd und sieht nicht gut aus“, sagt André M. verärgert

So sieht der Abdruck auf dem Bauch des Sauna-Besuchers André M. aus. Quelle: HFR

Ostsee-Therme schaltete Ventil nach Vorfall ab

Witzig sei die Situation, festgesaugt in einem Pool im Sauna-Bereich, für ihn und seine Kumpels nur im ersten Moment gewesen. „Da hätte auch noch Schlimmeres passieren können, beispielsweise dass eine Frau mit langen Haaren angesaugt wird“, sagt der Hamburger, der regelmäßiger Saunagänger ist. Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag, am Abend meldete er ihn schließlich einem Mitarbeiter im Saunabereich. Die Mitarbeiter boten ihm laut Unfallbericht Wasser sowie eine Kühlung an und empfahlen ihm einen Arztbesuch zur Überprüfung.

Laut Management der Ostsee-Therme wurde das Becken nach dem vom Badegast beim Personal gemeldeten Vorfall überprüft. Das Fazit: Es gab einen technischen Defekt im Wärmebecken. Ein Ventil, das Wasser aus dem Becken hinauslässt, habe nicht mehr richtig funktioniert, sagt Center-Managerin Birgit Ruland. „Dadurch entstand ein Unterdruck am Absauggitter, der aber so schwach war, dass sich der Badegast von selbst lösen konnte.“ Das Auslassventil sei noch am Sonntag abgeschaltet worden, am Montag dann repariert.

Geräte im Schwimmbad dürfen nicht gefährlich sein

„Dass der Defekt unbemerkt blieb, ist bedauerlich“, sagt Ruland. „Wir überprüfen die Ein- und Auslässe in den Becken in regelmäßigen Abständen.“ Von Schwimmbad-Geräten dürfe grundsätzlich keine Gefahr für die Badegäste ausgehen. Trotzdem könne es vorkommen, dass sich kurzfristig Teile lösen und sich dadurch der Unterdruck leicht erhöht.

Die Ostsee-Therme werde sich nun noch einmal persönlich beim Badegast entschuldigen und zur Entschädigung einen erneuten Besuch im Schwimmbad anbieten. Aber André M. ist sauer. Er kritisiert, dass er nach seinem Besuch am Sonntag drei Tage lang nichts von der Therme gehört habe. „Ich wollte beispielsweise den Unfallbericht bekommen und wurde am Telefon vertröstet“, berichtet der 41-Jährige. „Auch eine Entschuldigung habe ich noch nicht gehört.“ Das sei unprofessionell.

„Wenn es zu so einem Vorfall kommt, sind wir immer bereit, mit dem Gast direkt ins Gespräch zu kommen“, sagt hingegen Ruland. Sie werde sich umgehend mit dem Besucher in Verbindung setzen. Dass es kein direktes Gespräch noch vor Ort gegeben habe, liege daran, dass der Vorfall am Sonntag passierte – und sie nicht im Haus gewesen sei. „Das holen wir jetzt aber nach“, versicherte sie am Mittwoch.

Lesen Sie auch: So war die Wettrutsch-Meisterschaft 2019 in der Ostsee-Therme

Was tun bei Badeunfällen?

Nicht zögern, sofort den Notruf 112 – auch über Handy – wählen.

Rettungsschwimmer und andere Leute lautstark auf den Unfall aufmerksam machen. Der Verunfallte kann es manchmal gar nicht mehr selbst.

Nicht sich selbst in Gefahr bringen, denn Ertrinkende können enorme Kräfte aufbringen, wenn man sich ihnen nähert – und dann gerät man schnell selbst in Gefahr.

Hilfsmittel nutzen, Gegenstände wie Hölzer, (Surf-)Bretter oder Schwimmzubehör zuwerfen, Boote nutzen.

Ganz wichtig ist es auch, beruhigend auf die Person einzuwirken.

Sehr wichtig für die Helfer: Rettungswege freimachen, Einsatzkräfte so früh wie möglich einweisen. Alle wichtigen Informationen an die Rettungskräfte weitergeben.

Erste Hilfe leisten.

Von Saskia Bücker

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