Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein „Das sah aus wie eine Bombe“: Diese Frau hat einen der Tornado-Tanks entdeckt
Lokales Ostholstein „Das sah aus wie eine Bombe“: Diese Frau hat einen der Tornado-Tanks entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 20.09.2019
Anja Buthmann alarmierte die Polizei über den merkwürdigen Fund auf einem Feld in Pansdorf. Quelle: Holger Kröger
Pansdorf

Tornado-Jets der Bundeswehr werden häufig über Pansdorf gesichtet. Auch am Donnerstag donnerten die Flugzeuge wieder über die Ortschaft. Doch dieses Mal blieb der Übungsflug nicht ohne Folgen: Ein Jet verlor in der Luft zwei Treibstofftanks.

Die riesigen Behälter fielen auf ein Stoppelfeld zwischen der Autobahn 1 und der L-309-Ortsdurchfahrt in Pansdorf. Fast leer richteten sie keinen größeren Schaden an. Dennoch ist Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) schockiert: „Ein unfassbarer und erschreckender Vorfall. Nicht auszudenken, was da alles hätte passieren können.“

Klicken Sie hier, um Bilder von dem Einsatz in Ostholstein zu sehen, bei dem nach dem zweiten Tank gesucht wird.

„Das Ding sah aus wie eine Bombe“

Der Pilot der Maschine soll den Verlust der Tanks zwar gemeldet haben – wo genau sie herunter gefallen sind, konnte er allerdings nicht sagen. Die Vermutung wird dadurch nahegelegt, dass Feldjäger bereits nach den Tanks suchten.

Da wusste Anja Buthmann bereits, wo der Tanks lag: Die Pferdedentistin aus Pansdorf ging am frühen Abend am Feldweg Blumenhof spazieren, als sie einen ungewöhnlichen Gegenstand auf einem Stoppelfeld entdeckt. „Ich dachte zuerst, das es sich um ein landwirtschaftliches Gerät handelt“, sagt Buthmann.

„Das Ding sah aus wie eine Bombe“, sagt Anja Buthmann. Sie hatte einen der Tanks auf einem Feld in Pansdorf entdeckt. Quelle: Holger Kröger

Doch bei genauerem Hinsehen kam ihr das Fundstück suspekt vor. „Das Ding sah dann doch eher wie eine Bombe aus.“ Sie rief Nachbarn herbei. „Der Mann war bei der Bundeswehr und kennt sich mit so etwas ein wenig aus“, erklärt Anja Buthmann, die dann auch die Polizei über ihre mysteriöse Entdeckung informierte. Danach ging alles ganz schnell.

Großaufgebot an Rettungskräften alarmiert

Als erstes waren die Feldjäger der Bundeswehr am Fundort. „Bei der Ankunft der Feldjäger wurde das Areal zum militärischen Sperrgebiet erklärt“, berichtet Pansdorfs stellvertretender Ortswehrführer Knut Hansen. Im Einsatz waren neben den Pansdorfer Feuerwehrleuten auch welche aus Techau und Luschendorf sowie der Gefahrgutzug des Kreises Ostholstein.

Zudem standen Polizei, drei Rettungswagen, ein Leitender Notarzt sowie ein organisatorischer Leiter Rettungsdienst parat. „Die erste Info der Leitstelle lautete auch, dass es sich um einen hochgiftigen Stoff handelt“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Harnack aus Luschendorf. Entsprechend vorsichtig wurde agiert. Die L 309 war vorsichtshalber für rund 30 Minuten komplett gesperrt.

Spuren der Tanks auf dem Feld beseitigt

„Binnen kurzer Zeit hat es hier nur so vor Einsatzkräften gewimmelt“, sagt Anja Buthmann. Feuerwehrmann Knut Hansen bestätigt, dass „nur ganz wenig Flugtreibstoff ausgetreten ist. Wir haben die Stelle abgestreut und aufgenommen“.

Gegen 22 Uhr rückte dann noch ein Bergungszug der Bundeswehr zum Abtransport des Tanks an. Der zweite Behälter wurde nur knapp 200 Meter entfernt vom ersten Fundort entdeckt und am Freitagmorgen abtransportiert. Kurz danach hatte ein Landwirt dann auch schon alle Spuren auf dem Feld beseitigt.

Auf diesem Feld wurden die Tornado-Tanks gefunden. Alle Spuren des Aufpralls wurde schon wieder beseitigt. Quelle: Sebastian Prey

Der Absturz der Tornado-Tanks beschäftigt weiterhin viele Pansdorfer: „Nicht auszudenken, wenn die Tanks woanders im Ort oder auf der Autobahn gelandet wären“, sagt Knut Hansen.

Ähnlich wird das Thema auch in den sozialen Medien diskutiert. Dort wird auch vielfach bezweifelt, dass die Jets, die regelmäßig über Pansdorf fliegen, überhaupt in einer Flughöhe von 6000 Metern unterwegs sind.

Noch mehr Artikel aus Ostholstein

Tornado-Jet bei Pansdorf:
Auch der zweite Tank wurde auf einem Feld gefunden

Im Notfall zählt jede Sekunde:
Eutiner wirbt um mehr Ersthelfer

Giftiges Ammoniak:
Darum sterben die Fische im Sahrensdorfer Binnensee

Enges Rennen:
Wer wird Bürgermeister in Scharbeutz?

Verfolgungsjagd in Scharbeutz: Hund flüchtet auf der Autobahn 1 vor der Polizei

Von Sebastian Prey

Die Experten vom Landesamt sind informiert. Ähnliche Ereignisse wurden vor einer Woche aus der Eckernförder Bucht gemeldet. Der Wind soll eine entscheidende Rolle gespielt haben.

20.09.2019

Protestrufe, Trommeln, Trillerpfeifen: Auch in Ostholstein gab es erneut Klima-Demos der Fridays-for-Future-Bewegung. In Eutin nahmen hunderte Teilnehmer am Protest teil – und forderten auch Kommunalpolitiker zum Handeln auf.

20.09.2019

Dutzende Schüler kämpften mit Magen-Darm-Beschwerden. Rettungskräfte errichteten ein mobiles Krankenlager. Sechs Schüler und ein nicht-erkrankter Betreuer konnten erst Freitagmorgen abreisen.

20.09.2019