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Ostholstein Pansdorfer gehen für eine bessere Straße auf die Straße
Lokales Ostholstein Pansdorfer gehen für eine bessere Straße auf die Straße
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21:10 04.08.2014
Etwa 140 Demonstranten machten gestern auf der L 309 in Pansdorf auf den schlechten Zustand der Straße aufmerksam. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen
Pansdorf

Kinder, Jugendliche, Erwachsene und sogar Hunde demonstrierten gestern gegen den schlechten Zustand der Eutiner Straße, der Landesstraße (L) 309 in der Pansdorfer Ortsdurchfahrt. Sie fordern eine sofortige Sanierung der 1,3 Kilometer langen Strecke. Etwa 140 Menschen waren der Aufforderung des Pansdorfer SPD- Ortsverein gefolgt.

Dem Marsch auf der maroden Straße folgte eine Kundgebung. An ihr nahmen auch Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) und die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann teil.

Vor Beginn der Protestaktion forderte die in Pansdorf beheimatete Bürgervorsteherin Gaby Spiller (SPD) Landespolitiker aller Fraktionen auf: „Baut die L 309 endlich zurück. Nehmt uns in die Prioritätenliste zur Straßensanierung auf.“ Die Eutiner Straße sei laut und raube den Pansdorfern ein gutes Stück Lebensqualität.

Aus Sicht der Gemeinde Ratekau spricht überhaupt nichts dagegen, mit der grundlegenden Sanierung der L 309 sofort zu beginnen. „Mit der Umsetzung des ersten Bauabschnittes haben sich die Kosten für die Gesamtmaßnahme reduziert, die Ausbauplanung für die weitere Ortsdurchfahrt liegt bereits komplett und abgestimmt vor, und der Eigenanteil der Gemeinde Ratekau für die Straßenentwässerung, den Gehweg, die Beleuchtung und die Parkflächen ist weiterhin bereitgestellt“, erläuterte Bürgermeister Thomas Keller. Für die Gemeinde sei der Ausbau zudem wichtig, um die zugehörige, unterdimensionierte und ebenfalls stark sanierungsbedürftige Oberflächenentwässerung erneuern zu können. „Ein isolierter Ausbau ohne Straßensanierung wäre absurd“, so der Bürgermeister. Die Entwässerungsleitungen müssten aufgrund der in den vergangenen Jahrzehnten gewachsenen, zu entwässernden Flächen dringend auf die neuen Dimensionen erweitert werden. Auch Keller wies nachdrücklich darauf hin, dass die alte Ortsdurchfahrt zahlreiche schwere Fahrbahnschäden und kaum noch vorhandene Fahrbahnmarkierungen aufweise.

Die zur Unfallverhütung angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sei „ein über längere Frist unhaltbarer Zustand für die stark befahrene Durchgangsstraße, zudem ein Makel für eine vom Tourismus dominierte Region“, so Keller. Nicht gelten lassen will er das Argument, demzufolge Autofahrer, die von Ratekau nach Pansdorf wollen, die Autobahn nutzen könnten. „Wir erwarten, dass man uns ernst nimmt“, sagte Keller unter dem Beifall der Zuhörer und ergänzte: „Wir wollen vom Land ein verbindliches Zeichen am Horizont haben.“

SPD-Gemeindevertreter Bruno Schwennesen monierte: „Wir sehen und hören jeden Tag, dass für anstehende Großprojekte wie für die A 20 und für die Hinterlandanbindung zur festen Beltquerung Geld vorhanden sein wird. Da geht es um Milliarden.“ In Pansdorf aber werde ein vergleichsweise geringer Betrag benötigt.

Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele erklärte auf LN-Anfrage, das Land kenne natürlich den maroden Zustand der L 309, und es suche nach einer Lösung. Immerhin stünden dem Land inzwischen jährlich 25 Millionen Euro sowie zusätzlich ein Sondervermögen von 35 Millionen Euro zur Verfügung. Aber auch die blieben angesichts des schlechten Gesamtzustands des 5600 Kilometer langen Landesstraßennetzes „ein Tropfen auf den heißen Stein“. In der von der Landesregierung aufgestellten Prioritätenliste sei die L 309 weder in diesem noch im nächsten Jahr an der Reihe. Hinzu komme, dass die Gemeinde Ratekau 2011 mehrere Hunderttausend Euro vom Land nicht — wie vorgesehen — für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt, sondern anderweitig verwendet habe.

Straßensanierung: 2007 angekündigt, 2010 wieder „einkassiert“
Ende 2007 wurde von der Staatssekretärin Karin Wiedemann (CDU) eine Sanierung der Straße für 2010 angekündigt. Verbunden mit dieser Aussage wurde ein intensiver Planungsprozess in Gang gesetzt, um die zeitliche Vorgabe zu halten und die gemeindlichen Interessen mit den Baumaßnahmen des Landes „sinnvoll und nachhaltig“ zu verknüpfen, wie es hieß.



Im Mai 2010 wurde wegen der finanziellen Haushaltslage des Landes die erteilte Zusage durch den damaligen Minister Jost de Jager (CDU) zurückgenommen.

Im Juni 2010 wurde in einem Gespräch mit der Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang (CDU) erreicht, dass zumindest ein Teilbetrag aus Landesmitteln in Höhe von 300 000 Euro bereitgestellt wird. Die Intention war, so Bürgermeister Thomas Keller, hiermit als „Minimallösung“ eine neue Straßendecke, ohne Unterbau, aufzubringen. Die daraufhin erfolgten Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Straßensubstanz so schlecht ist, dass eine Grundsanierung erforderlich ist.



Im Jahr 2012 wurde ein Teil der ursprünglichen Ausbauplanung umgesetzt, und zwar am nördlichen Ortsausgang einschließlich einer Deckenerneuerung in der Straße „Am Grellberg“. Der gesamte Kreuzungsbereich wurde mit einer bedarfsgesteuerten Ampelanlage ausgestattet. Die Breite der Straße wurde genutzt, um Abbiegespuren und eine Verkehrsinsel einzurichten. Für diesen Abschnitt wurde neben der Straßenerneuerung auch die Straßenentwässerung den heutigen Anforderungen angepasst. Geh- und Radweg wurden erneuert. Darüber hinaus wurde die im nördlichen Bereich vorhandene Ampel in den Bereich Bohmbrook versetzt.

Christina Düvell-Veen

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