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Ostholstein Pferd aus Güllesilo gerettet
Lokales Ostholstein Pferd aus Güllesilo gerettet
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20:38 31.10.2016
Bollbrügge

Ein Hofbesitzer bei Bollbrügge in der Gemeinde Gremersdorf hat am Sonntag gegen 16.53 Uhr die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Es sollte kein Einsatz wie andere werden: Durch die Holzabdeckung eines in den Boden eingelassenen Güllesilos war ein Pferd eingebrochen und vier Meter in die Tiefe gestürzt. „Das Tier war komplett in der Gülle versunken.

60 Feuerwehrleute und ein Veterinär waren am Sonntag bei Bollbrügge im Einsatz. Das Tier war bis zum Kopf in Gülle versunken.

„Ich bin zum Tier hinabgestiegen, habe es gestreichelt.

Es blieb ganz still und ruhig.“ Dr. Werner Peyinghaus

Der abendliche Einsatz in Bildern

• Das Video von der Rettung des Pferdes gibt es bei uns im Internet auf der Seite www.LN-online.de/Videos.

Nur der Kopf schaute noch heraus“, sagt Gemeindewehrführer Marc Ochsen. Er war mit insgesamt 60 Kameraden im Einsatz.

Auch Tierarzt Dr. Werner Peyinghaus wurde hinzugerufen. „Das Tier lag ganz ruhig da unten drin, was uns etwas Zeit verschaffte“, erläutert der Veterinär rückblickend. Die Feuerwehr pumpte als Erstmaßnahme die Gülle aus dem Trog. Nun wurde Stroh hineingelegt, in der Hoffnung, das Pferd würde nun versuchen, sich selbst aufzurichten. „Aber das legte sich nur gemütlich aufs Stroh“, erzählt Peyinghaus, also musste Plan B greifen: „Ich bin dann zum Tier hinabgestiegen, habe es gestreichelt. Es blieb ganz still und ruhig.“

Im zweiten Schritt musste das Pferd mit einem Kran aus der Grube herausgehoben werden. Hierfür bauten die Kameraden mit Schläuchen eine Art Gurt. Dieser wurde dem Tier doppelt gebunden angelegt.

Peyinghaus: „Das haben die sehr geschickt gemacht.“ So konnte das mit Medikamenten zusätzlich beruhigte Tier sachte wieder an die Erdoberfläche gehievt werden. Millimeterarbeit, bei der viele helfende Hände gebraucht wurden. „Solche Einsätze haben wir nicht alle Tage“, erklärt Marc Ochsen. Fazit Dr. Peyinghaus: „Eine solch skurrile Notsituation habe ich in all den Jahren als Veterinär noch nicht erlebt.“ Dem Tier geht es den Umständen entsprechend gut.

Zuletzt war erst vor knapp zwei Wochen in Neustadt ein Pferd gerettet worden, das mit einem Bein in einem landwirtschaftlichen Gerät steckengeblieben war (LN berichteten). Auch in diesem Fall konnte die Freiwillige Feuerwehr dem Tier helfen.

Im vergangenen Jahr sind die Wehren im Kreis Ostholstein zu insgesamt 50 Tiereinsätzen ausgerückt. In 36 Fällen sollten Tiere befreit oder eingefangen werden, elf Mal davon allein in Neustadt.

Peter Mantik

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