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Ostholstein Pilotprojekt für Fischverkauf von Bord
Lokales Ostholstein Pilotprojekt für Fischverkauf von Bord
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21:10 28.02.2018
Direktverkauf von Bord: Veredelt werden darf der fangfrische Fisch nur noch in einem Filetiergebäude, das in Burgstaaken gebaut werden soll.
Direktverkauf von Bord: Veredelt werden darf der fangfrische Fisch nur noch in einem Filetiergebäude, das in Burgstaaken gebaut werden soll. Quelle: Foto: Gjs
Fehmarn

Ganz freiwillig sind die Fischer in Burgstaaken nicht auf den Geschmack gekommen. Doch der Fachdienst für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit beim Kreis Ostholstein lässt ihnen keine andere Wahl. Für den Kunden pfannenfertig veredelt und weiterverarbeitet werden darf der fangfrische Fisch an Bord nur noch auf einem zugelassenen „Fabrikschiff“, das hohe hygienische Standards erfüllt.

Für Nebenerwerbsfischer ist das keine Option. Gelassener sehen das die Haupterwerbsfischer mit ihren vergleichsweise großen Fischkuttern, die als Mitglied der Fischergenossenschaft ganz andere Möglichkeiten haben, ihre Fänge zu verkaufen.

Pilotprojekt der Aktiv-Region?

Der Ausweg ist der Neubau eines Filetiergebäudes. Der wurde bereits im vergangenen Jahr vom Stadtwerke- und Hafenausschuss Fehmarn beschlossen. „Dort darf der Fisch für den Direktverkauf veredelt und vorbereitet werden. Nach diesem Arbeitsschritt kann der Fisch, unter Beachtung von geltenden Vorschriften der Lebensmittelsicherheit, von den Fischerbooten aus zum Verkauf angeboten werden“, warb damals Bauamtsleiter Marcel Quattek. Er versucht inzwischen, dies als Pilotprojekt bei der Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn durchzubringen. Die bisherigen Signale sind positiv. Jetzt muss die Stadt aber erst einmal Baurecht schaffen.

Doch das sorgte Dienstagabend im Ausschuss für Zündstoff. Umstritten ist nämlich der Standort für den Bau eines Filetiergebäudes. Er soll auf einem Areal entstehen, das der B-Plan schon jetzt als Park- und Mehrzweckfläche ausweist, darf aber nicht den freien Blick auf die malerische Hafenkulisse trüben.

Drei Standorte standen zur Wahl – der bisherige Favorit im nördlichen Bereich wurde gekippt. Nach kontroverser Debatte gab es eine Mehrheit für Variante drei am südlichen Ende der Fläche, mit der nach LN-Information aber viele Fischer nicht einverstanden sein sollen. Zugleich soll das Bauamt versuchen, in das Gebäude auch ein öffentliches WC zu integrieren.

Von Gerd-J. Schwennsen