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Ostholstein Kellenhusen setzt auf intelligente Verkehrszählung
Lokales Ostholstein Kellenhusen setzt auf intelligente Verkehrszählung
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07:03 11.10.2019
Eine neue digitale Verkehrszählung hat in Kellenhusen begonnen. Das kleine, unscheinbare Gerät am Ortsschild übermittelt Daten per Funk. Quelle: SH Netz (HFR)
Kellenhusen

Kleine Box, große Wirkung: Vorbei sind die Zeiten, an denen Fahrzeuge an den Hauptstraßen von Gemeinden manuell gezählt werden mussten. Ein smarter Zähler samt neuer Funktechnik macht es möglich. Ein Pilotprojekt mit dem System ist in Kellenhusen gestartet. Weitere Kommunen können sich an den Testmessungen beteiligen.

Messung erfolgt am Dahmer Weg

„Wir haben im Rahmen unserer Kommunaldialoge nach Freiwilligen gesucht, die bei dem Programm mitmachen möchten“, sagt Fabian Dahlem, Sprecher von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz). Kellenhusen habe sich zur Teilnahme bereit erklärt und so ging es dann auf die Suche nach einem geeigneten Standort. „Wir hatten erst eine andere Straße im Blick, haben uns dann aber für den Ortseingang am Dahmer Weg entschieden“, berichtet Kellenhusens Bürgermeisterin Nicole Kohlert (FWK).

Mit dem unscheinbaren Gerät kann zu jeder Tages- und Nachtzeit die Auslastung auf den Straßen festgestellt werden. Das System kann bis zu vier verschiedene Fahrzeugklassen unterscheiden: Motorrad (Fahrrad, Kleinfahrzeug), Auto, Kleintransporter, Lkw – egal in welche Fahrtrichtung. Zudem wird die Geschwindigkeit registriert – das aber nur für die interne Auswertung. „Gerade das ist sicherlich sehr interessant für uns, da eine recht gerade, lange Strecke dort in den Ort führt“, sagt Kohlert. Gesendet würden die Daten über eine Long Range Wide Area Network-Funkstrecke und automatisch in einer Datenbank einlaufen, erläutert Fabian Dahlem.

Hohe Reichweite für kleine Datenmengen

Wie der SH-Netz-Sprecher verdeutlicht, sei diese Funkstrecke ideal dafür, kleine Datenmengen über hohe Reichweiten zu übertragen. Zwar waren bei einer Verkehrszählung auch zuvor nicht unbedingt Block und Bleistift nötig, doch eine digitale Aufbereitung von solchen Daten war bisher arbeitsintensiver. „Es musste ein Mitarbeiter rausfahren, an älteren Geräten ein Speichermedium entnehmen und am Schreibtisch die Zahlen in eine Excel-Tabelle einfließen lassen“, erklärt Dahlem. Die neue Technik soll künftig alles einfacher machen. Daten können dann direkt und über einen längeren Zeitraum bequem vom Büro aus eingesehen werden.

Die Technik stecke in Deutschland noch ein wenig in den Kinderschuhen, sagt Dahlem. Sie sei aber auf dem Markt im Kommen und sicherlich zukünftig auch für Endkunden bei kleinen Smarthome-Anwendungen interessant. Doch so weit sei der Prozess noch nicht. Mitte Oktober würden erste gesammelte Daten an die Kommune übermittelt. „Wir sind schon gespannt, was die Auswertung dieser Ergebnisse zeigt“, sagt die Bürgermeisterin. Wenn zum Beispiel die ermittelten Geschwindigkeiten ergeben würden, dass wir in dieser Richtung was machen müssen, wären eine Fahrbahnverengung oder Bremsschwellen denkbar.

Planung von weiteren Tests

Zunächst aber müsse der Rücklauf der Daten abgewartet werden, auch um zu sehen, ob sich die Box dort überhaupt gelohnt habe, sagt Kohlert und Fabian Dahlem betont: „Das Feedback wollen wir darüber hinaus nutzen, um das System weiterzuentwickeln.“ Außer in Kellenhusen beginnt in Kürze auch in Selent (Kreis Plön) eine weitere Testmessung. Kommunen im Holsteinischen, die die intelligente Verkehrszählung ausprobieren möchten, können sich beim Kommunalmanager Dirk Lucht unter Telefon 041 06/629 34 41 oder per E-Mail an dirk.lucht@sh-netz.com melden.

Von Markus Billhardt

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