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Ostholstein Planer: Keine neue Windkraft im 15-Kilometer-Radius
Lokales Ostholstein Planer: Keine neue Windkraft im 15-Kilometer-Radius
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21:28 13.06.2013
Von Peter Mantik
Die Arbeiten am Aufbau dieser 150-Meter-Windkraftanlage bei Damlos ruhen derzeit, da aufgrund der Flutkatastrophe Teile aus Magdeburg nicht angeliefert werden können. Quelle: Foto: Holger Marohn
Riepsdorf

Das Thema Windkraft wird dieser Tage in Ostholstein intensiver denn je besprochen. Die neuen Bestimmungen bezüglich der Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherheit (DFS) in Heringsdorf und Bad Schwartau (die LN berichteten) haben weitreichende Auswirkungen für gleich mehrere Windparks. Die LN hörten sich in der Szene um.

Eike Brandes vom gleichnamigen Büro, das viele Windparks im Kreis Ostholstein plant, sagt beispielsweise zum Repoweringsvorhaben Riepsdorf im 15-Kilometer- Radius um die DFS-Station in Heringsdorf:

„Wenn es bei der strikten Position der DFS bleibt, wird aus meinem Kenntnisstand heraus im 15-km-Radius zu der Radaranlage in Heringsdorf, unabhängig von der Anlagenhöhe, keine Windkraftanlage errichtet werden können. Gleiches gilt auch für Repoweringsvorhaben“.

Angesichts des neuen Szenarios müssten die Windkraftgegner derzeit Oberwasser haben. Doch weit gefehlt. In Riepsdorf hatte sich im Zuge der lebhaften Windkraftdebatte mit mehr als 300 Gegnern des geplanten Repowerings mit der Bürgernahen Unabhängigen Gemeinschaftlichen Wählergemeinschaft Riepsdorf, kurz BUG, sogar eine politische Partei gegründet. Die seit der Kommunalwahl stärkste Fraktion im Ort (43,3 Prozent) ist zwar grundsätzlich nicht gegen Windkraft, aber zumindest gegen 150-Meter-Anlagen. Deren Sprecher Holger Diedrich sagt: „Als ich davon hörte, waren da zeitgleich Euphorie und Vorsicht. Denn wir haben in dieser Debatte bereits zu viel erlebt, als dass wir nun durchatmen könnten.“ Die Riepsdorfer Windmühlen werden mittlerweile sogar bundesweit wahrgenommen. Die „taz

widmete dem 1000- Seelen-Dorf eine Reportage und sogar „Spiegel-TV“ war mit einem Team vor Ort. Die Diskussion könnte nun aber mit einem Mal beendet sein. Trifft die Einschätzung von Brandes zu, dürfte sich auch der geplante Windpark in Sipsdorf bei Lensahn erledigt haben. Auch dort hatte es Kritik aus der Bevölkerung gegeben.

Im Kreissüden Ostholsteins sagt Mareike Drünert von der Bürgerinitiative „Windkraft — Masterplan statt Größenwahn“: „Wir haben uns natürlich zunächst gefreut, als wir die Berichte in der Zeitung gelesen haben. Schließlich kann der Windpark nördlich und südlich von Cashagen vielleicht nicht so gebaut werden, wie man es vorhatte. Bei aller Freude sind wir aber nicht euphorisch. Es ist nicht sicher, dass der Bau gestoppt wird. Wir werden versuchen auf die Bauleitplanung Einfluss zu nehmen.“

Und was passiert mit der Windkraftanlage in Damlos an der A 1, die gerade gebaut wird? Windkraftplaner Arndt von Drahten, der in Damlos, Lensahn und Schashagen involviert ist, sagt: „Diese neue Situation kam für uns alle vor allem in diesem Maße überraschend. Die Arbeiten an der 150-Meter-Windkraftanlage in Damlos sollen aber fortgeführt werden, sobald die Teile aus dem Flutkatastrophengebiet bei Magdeburg geliefert werden.“ Von Drahten weiter: „Uns liegen hier alle Genehmigungen vor.“ Ob es dabei bleibt, scheint aber ungewiss. Denn bereits beim Windpark Neurathjensdorf/Rossee wurde eine Baugenehmigung wie berichtet zurückgenommen. Die betroffenen Windmüller hoffen nun auf Energiewende-Minister Robert Habeck (Die Grünen). Der möchte im Dialog mit den Flugsicherungsbehörden Kompromisse erwirken. Sollte es beim Istzustand bleiben, dürfte der wirtschaftliche Schaden für die Windmüller erheblich sein. Die Frage, wer dafür aufkommen muss, muss dann juristisch diskutiert werden.

„Wenn es bei der strikten Position der DFS bleibt, darf keine Windkraftanlage mehr errichtet werden.“
Planer Eike Brandes

Peter Mantik

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