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Ostholstein Bürgermeister künftig ehrenamtlich
Lokales Ostholstein Bürgermeister künftig ehrenamtlich
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16:26 10.01.2019
Eberhard Rauch, Alfred Jeske, Gerold Fahrkrog, Stefan Dockwarder und Mario Schmidt stellten sich in einer Podiumsdiskussion den Fragen von Bosauer Bürgern zu den anstehenden Veränderungen in der Verwaltungsstruktur. Quelle: Dirk Schneider
Bosau

Rund 120 Bosauer Bürger nutzten die Gelegenheit, sich am Mittwochabend im Haus Schwanensee über das auf den ersten Blick doch etwas nüchtern wirkende Thema Verwaltung aus erster Hand zu informieren. In kurzweiligen Fragerunden standen stellvertretend für die alte Ordnung Bürgervorsteher Alfred Jeske und Bürgermeister Mario Schmidt sowie für die neue Struktur der künftige ehrenamtliche Bosauer Bürgermeister Eberhard Rauch und der designierte Leitende Verwaltungsbeamte Stefan Dockwarder dem Publikum Rede und Antwort. Der Vorsteher des Amtes Großer Plöner See, Gerold Fahrenkrog, das die hauptamtliche Verwaltung Bosaus übernehmen wird, komplettierte die Runde, die von dem Journalisten Michael Kuhr moderiert wurde.

Kuhr erläuterte in seiner Einführung den Hintergrund der Veränderungen. So habe die große Koalition der Landesregierung vor rund zwölf Jahren beschlossen, dass Verwaltungen mindestens 8000 Bürgern zählen sollten. Später sei noch eine Untergrenze von 4000 Einwohnern für die Ausweisung eines hauptamtlichen Bürgermeisters gezogen worden. Die Folgen: Die Gemeinde Bosau trat 2007 in das damalige Amt Plön-Land ein, das damit zum Amt Großer Plöner See wurde. Bürgermeister Mario Schmidt übernahm in Personalunion die Leitung beider Verwaltungen.

Wechsel fast geräuschlos vollzogen

Abgesehen von den politischen Grundsatzdiskussionen, die damals lautstark geführt worden seien, habe man den Wechsel auf der Arbeitsebene fast geräuschlos ausführen können, erinnerte sich Schmidt. Er wünsche sich, dass der Vertrauensvorschuss, den er dabei selbst bekommen und in der Folge wohl auch ein Stückweit gerechtfertigt habe, jetzt auf seine Nachfolger übertragen werde. Seine Idealvorstellung: „Wenn Sie nichts merken, wäre es das Beste.“ Eine gute Basis dafür sei, dass sich für die Bürger tatsächlich wenig ändern werde. „Alle Dienstleistungen am Standort Hutzfeld bleiben erhalten“, versicherte Schmidt, der mit Stefan Dockwarder bereits erste Übergangsmodalitäten klärte. Dieser sieht die größten Veränderungen auf die Kommunalpolitiker zukommen, die sich an die neue Strukturen gewöhnen müssten. „Vieles wird gefühlt anders werden, auch wenn eigentlich vieles beim Alten bleiben wird“, sagt Dockwarder. Er selbst sehe die Amtsverwaltung als Schnitt- und Servicestelle für Politik und Bürger. Eine wichtige Funktion sei es, bestimmte Prozesse und Handlungsabläufe transparent zu machen und zu vermitteln.

Auch Eberhard Rauch interpretiert seine neue Rolle neben der des Gemeindevertreters für die CDU-Fraktion als „Ansprechpartner für Jedermann“. „Ich will ein Bürgermeister für alle Bosauer sein“, stellte Rauch fest und bat um die berühmten 100 Tage um sich einzuarbeiten. Auf den Zustand der maroden Straßen angesprochen, erklärte er, dass er als langjähriger Vorsitzender des Bauausschusses daran beteiligt gewesen sei, eine Prioritätenliste für die Sanierungsmaßnahmen zu erstellen, die nun kontinuierlich abgearbeitet werden solle. Als weiteren Schwerpunkt hoffe er, auf die Entwicklung des Tourismus – auch und gerade in Verbindung mit der AktivRegion – setzen zu können.

Schlussstrich nach sieben Amtszeiten als Gemeindevertreter

Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) resümierte: „Es war eine produktive Zeit.“ Und obwohl er in seiner langjährigen Amtszeit als Gemeindevertreter auch lieber mal angeln oder Holz machen als in eine Sitzung gegangen wäre, blicke er ohne Wehmut zurück. „Wir haben manchmal schon sehr kontrovers, aber immer zum Wohle des Bürgers zusammengearbeitet.“ Und das gehe nur, wenn man am Ende einen Kompromiss finde, der dann auch umgesetzt werde. „Das Amt in seiner jetzigen Form arbeitet hervorragend“, sagt Jeske. Daher sei für ihn jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, einen persönlichen Schlussstrich zu ziehen. „Ich scheide Mitte April aus der Kommunalpolitik aus“, erklärte der 73-Jährige seinen Rücktritt. „Sieben Amtszeiten als Gemeindevertreter sind genug.“

Dirk Schneider

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