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Ostholstein Pönitzer Schüler spenden 5000 Euro für Obdachlose und Tierschutz
Lokales Ostholstein Pönitzer Schüler spenden 5000 Euro für Obdachlose und Tierschutz
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18:59 23.12.2019
Udo Blankenstein (Projekt „Menschen ohne Obdach“) und Andrea Hübner („Emils Glücksfelle“) freuen sich über die Spende der GGS Pönitz, die die Schülerinnen Charlotte (12) und Leticia (13, r.) symbolisch überreichten.
Udo Blankenstein (Projekt „Menschen ohne Obdach“) und Andrea Hübner („Emils Glücksfelle“) freuen sich über die Spende der GGS Pönitz, die die Schülerinnen Charlotte (12) und Leticia (13, r.) symbolisch überreichten. Quelle: Sabine Latzel
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Pönitz

Für gute Zwecke Geld sammeln: Das hatten sich Schüler und Lehrer der Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) Pönitz vorgenommen. Dass aber eine derart große Summe als Erlös ihres Adventsbasars herauskommen würde, hat wohl niemand erwartet. 5000 Euro haben alle Beteiligten erwirtschaftet und diese jetzt an ein Hilfsprojekt für Obdachlose und einen Verein für Tierschutz gespendet.

Tolle Stimmung beim Basar am ersten Advent

„Ein großes Kompliment an alle, die mitgemacht haben.“ Schulleiter Peter Schultalbers war sichtlich stolz, als er vor den Mädchen und Jungen aus zwei Klassen der GGS Pönitz stand, die sich wie viele weitere Schüler und Lehrer beim Basar am ersten Advent engagiert haben. Als die Idee für den Basar an ihn herangetragen worden sei, habe er erst gezögert, räumte Schultalbers ein: „In der Vorweihnachtszeit ist ja ohnehin immer sehr viel zu tun.“ Doch andererseits sei es wichtig, „dass wir gemeinsam an der Schule etwas machen“, und der Erfolg gibt den 730 Schülern und den Lehrern recht: Während des Basars habe eine „tolle Stimmung“ geherrscht, sagt der Schulleiter, und es sind eben genannte 5000 Euro zusammengekommen.

Beim Basar boten die Schüler neben allerlei Speis und Trank ein breite Palette Selbstgemachtes an – von Seifen und Futterglocken für Vögel über Windlichter und Adventsgestecke bis zu Plätzchen und anderem Gebäck. Sie bauten eine Fotowand auf, richteten ein Kinderschminkstudio ein, wirkten an der Popcornmaschine und am Glücksrad, präsentierten eine Chemie-Experimentiershow und lasen aus der Weihnachtsgeschichte. Die Besucher konnten sich an „Scratch-Stories“ oder Holzarbeiten versuchen, und zur Stärkung gab’s im Café Kuchen und Torten, die die Eltern gebacken hatten.

„Weil es uns selbst gut geht, geben wir das Geld anderen“

„Was machen wir mit dem Geld?“ Auf diese Frage fanden die Schüler folgende Antwort: „Weil es uns selbst in Pönitz so gut geht, geben wir es anderen.“ Sie wählten zwei Projekte aus, eines ist „Emils Glücksfelle“ der Tierschützerin Andrea Hübner. Sie vermittelt herrenlose Hunde und Katzen, vorrangig aus Urlaubsländern, und kümmert sich mittlerweile auch um Nutztier-Notfälle, meint: Kühe und Kälbchen, Ziegen und Schafe. „Die Versorgung der Tiere kostet natürlich viel Geld“, berichtete sie und dankte herzlich für die 2500-Euro-Spende. Ein Mädchen kennt sich dabei besonders gut mit dem Projekt „Glücksfelle“ aus: die 13-jährige Leticia, die gelegentlich bei der Arbeit mit den Tieren hilft und ihren Mitschülern den Verein als Spendenempfänger vorgeschlagen hat.

„Wir wollten aber auch gern Obdachlosen helfen“, erklärt die zwölfjährige Charlotte, „deshalb haben wir recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt.“ Die Wahl der Pönitzer Schüler fiel auf das Projekt „Menschen ohne Obdach“ (MOO) der Kirchengemeinde St. Jürgen in Lübeck, an das ebenfalls 2500 Euro gehen. „Das ist unser halber Jahresetat und einfach überwältigend“, sagte Projektleiter Udo Blankenstein erfreut, „wirklich der Hammer.“

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Zusammen mit einigen Jugendlichen von MOO stellte der Diakon die Arbeit vor: „Wir kochen jeden Montag für Menschen, die obdachlos, arm und/oder einsam sind.“ Außerdem spielen die Jugendlichen mit ihnen Gesellschaftsspiele und hören ihnen zu, wenn sie ein Ohr brauchen. Das sei nicht immer einfach, zumal viele der Obdachlosen tragische Lebensgeschichten mit sich herumtrügen. Blankenstein erläuterte auch, was besonders wichtig für sie sei: „Seht die Menschen an, dreht euch nicht weg. Lächelt sie an, damit könnt ihr ihnen Würde geben“ – zusätzlich zu den regelmäßigen warmen Mahlzeiten, die die Pönitzer Schüler mit ihrem Adventsbasar für stolze sechs Monate finanziert haben.

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Von Sabine Latzel