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Ostholstein Promille-Unfall auf der A 1: Beifahrer wegen Beihilfe verurteilt
Lokales Ostholstein Promille-Unfall auf der A 1: Beifahrer wegen Beihilfe verurteilt
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16:18 02.05.2019
Mit der Polizei geriet ein betrunkener Beifahrer nach einem Unfall auf der A 1 in Scharbeutz aneinander. Quelle: LN-Archiv
Eutin/Scharbeutz

„Sie sind charakterlich absolut ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen“: Das sind ohnehin harte Worte, doch einen Auto-Narren mögen sie besonders hart treffen. Ein 29-jähriger Ostholsteiner wird mit dieser Einschätzung zurechtkommen müssen – denn getroffen hat sie Richterin Anja Farries vom Amtsgericht Eutin. Sie hat den Beifahrer bei einer Trunkenheitsfahrt zu einer Geldstrafe von 2800 Euro verurteilt, unter anderem wegen Beihilfe zur Straßenverkehrsgefährdung. Zudem muss er mindestens noch bis Jahresende auf seinen Führerschein verzichten.

Bier, Mixgetränke, Ouzo – und ab ans Steuer des Sportwagens

Seinen Ausgang nahm das Geschehen an einem Freitagabend im August 2018 in Eutin, an dem Stefan H. (29) und Thomas B. (31, Namen geändert) sehr, sehr tief in Gläser mit Bier, Mixgetränken und Ouzo schauten. Weiterfeiern im fernen Lübeck wurde beschlossen. Weil Stefan H. nicht mehr fahren wollte, ließ er ans Steuer seines offenbar neuen, PS-starken Cabrios seinen Angestellten, der keinen Führerschein hat, während Stefan B. als Fahrzeughalter den Beifahrersitz wählte.

Schon auf der B 76 fiel die wüste Fahrweise von Thomas B. anderen Verkehrsteilnehmern auf. „Das war bereits höllisch gefährlich“, erklärte Richterin Farries. An der Anschluss-Stelle Eutin fuhr er dann auf die A 1 Richtung Hamburg und krachte in die Mittelleitplanke. Der schwer beschädigte Wagen kam auf der Überholspur und entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen. In dieser Situation trieb Stefan H. offenbar vor allem die Sorge um den Schaden an seinem Auto um, „daran ist die ganze Unvernunft dieser Aktion zu erkennen“, sagte die Richterin.

Die Unfallflucht endete in Scharbeutz

„Weg hier“: Das sei der einzige Gedanke gewesen, berichtete Thomas B., der bereits zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 35 Euro verurteilt worden ist und in diesem Verfahren als Zeuge geladen war. Er habe das Cabrio gewendet, sei in Scharbeutz abgefahren und habe den Wagen nahe einer Tankstelle geparkt. Dort gerieten sich die beiden Männer wegen des Unfalls erneut in Streit – sowie in Panik, weshalb sie sich schließlich bei der Polizei meldeten.

Diese war längst von anderen Autofahrern, die den Unfall beobachtet hatten, alarmiert worden. Nach Thomas B. und Stefan H. wurde weiträumig gesucht, beteiligt waren Beamte der Autobahn-Reviere Scharbeutz und Bad Oldesloe sowie Polizisten von der Timmendorfer Station. Als sie die Unfallflüchtigen fanden, behauptete Thomas B. zunächst, die beiden seien abwechselnd gefahren, korrigierte diese Angaben später aber: Er allein habe am Steuer gesessen. Stefan H. geriet derweil in Zorn darüber, dass die Polizisten seinen Wagen fotografierten, begann um sich zu schlagen und musste „zu Boden gebracht und fixiert“ werden, wie es ein Beamter vor Gericht schilderte.

1,5 Promille – der Führerschein ist weg

Die Atemalkoholtests ergaben bei Stefan H. 1,57, bei Thomas B. 1,39 Promille. Stefan H. zeigte sich schon am nächsten Tag reuig und entschuldigte sich bei den Polizisten, als er seinen Wagen abholte. Den eine Bekannte für ihn fuhr – denn der 29-Jährige ist seit jener Fahrt seinen Führerschein los.

Als betrunkener Beifahrer – und Halter des Wagen – wurde er wegen des vorsätzlichen Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, wegen Beihilfe zur Straßenverkehrsgefährdung und zur Unfallflucht, wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr und wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt.

Zuvor hatte sich der Angeklagte geständig und einsichtig gezeigt: „Mir wird so etwas bestimmt nicht noch einmal passieren.“ Die Geldstrafe soll er in Raten begleichen, wobei sich Stefan H. erkundigte, ob im Zweifelsfall auch eine Art Zwischentilgung möglich sei. Dafür gab Richterin Farries sofort grünes Licht: „Mehr darf man immer zahlen.“

Sabine Latzel

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