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Ostholstein ADFC: Mehr Platz für Räder in Bussen und Bahnen
Lokales Ostholstein ADFC: Mehr Platz für Räder in Bussen und Bahnen
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16:06 22.01.2019
Radfahrer im Kreis Ostholstein wollen bessere Strecken und bei Bauprojekten mitreden.
Radfahrer im Kreis Ostholstein wollen bessere Strecken und bei Bauprojekten mitreden. Quelle: Marius Becker/dpa
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Scharbeutz

Der ADFC setzt sich für die Belange von Radfahrern ein. Die Abkürzung steht für Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club. Er ist eine Art ADAC für Zweiräder und befindet sich derzeit im Aufwind. Bislang gab es im Kreis lediglich die Gruppe Neustadt/Lübecker Bucht. Damit ist nun Schluss. Gemeinsam mit der Initiative Fahrradfreundliches Eutin wurde in Scharbeutz der ADFC Ostholstein gegründet. Hauptziel ist es, mehr Einfluss bei Behörden zu gewinnen.

Reinhard Bendfeldt aus Neustadt ist leidenschaftlicher Radfahrer, bietet regelmäßig Touren für Urlauber und Einheimische an, nimmt an Spinning-Kursen im Fitnessstudio teil und erledigt die meisten seiner Besorgungen mit dem Rad. 2017 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der ersten Regionalgruppe im Kreis Ostholstein. „Seitdem hat sich die Zahl der Mitglieder stark erhöht. Zusammen mit den Eutinern haben wir jetzt etwa 170 Mitstreiter“, erläutert er. Die Gründe hierfür seien vielfältig. Zum einen würden sich immer mehr Menschen für einen besseren Radverkehr einsetzen wollen. Zum anderen bietet der ADFC seinen Mitgliedern für jährlich 56 Euro eine Pannenhilfe an – im schlimmsten Fall werden sogar Ersatzräder gestellt und Übernachtungen.

Sprecher vom ADFC Ostholstein ist Jens Rose-Zeuner (M.). Ebenfalls an vorderster Front mit dabei sind Thomas Lange (l.) und Reinhard Bendfeldt. Quelle: HFR

Reinhard Bendfeldt betont, dass der Zusammenschluss zum ADFC Ostholstein mehrere Vorteile habe. Unter anderem gebe es nun einen Ansprechpartner für die Kreisverkehrsbehörde sowie die Ordnungsämter. „Das vereinfacht die Zusammenarbeit und erhöht unseren Einfluss. Wir wollen nicht meckern, sondern uns aktiv einbringen“, führt Bendfeldt aus. Bereits im vergangenen Jahr habe es erstmals in Eutin und Heiligenhafen jeweils eine Verkehrsschau per Rad gegeben. „Die Premieren waren sehr erfolgreich. Man hat einen anderen Blick als aus dem Auto. Für 2019 haben wir Neustadt schon angemeldet“, sagt Bendfeldt.

Für die Zukunft haben die ADFC Mitglieder mehrere Kernforderungen aufgestellt. Reinhard Bendfeldt will, dass das bestehende Radverkehrskonzept auf Kreisebene modifiziert werde, und zwar für die Bereiche Alltagsverkehr, Freizeit und Tourismus. Zudem will er, dass der öffentliche Nahverkehr verändert wird. Busse sollen Räder mitnehmen und auch die Züge sollen mehr Plätze dafür vorhalten. Bendfeldt: „Die Situation ist aktuell ganz schlecht.“ Außerdem fordert die Gruppe die Einstellung eines Fahrradkoordinators bei Kreis – wie es ihn in Lübeck gibt. Hinzu komme der Bau von speziellen Fahrradstraßen und Radfahrstreifen. Aktuell gibt es laut Kreissprecherin Carina Leonhardt 163 Kilometer Radwege an Kreisstraßen. Hinzu kommen die Wege an Landes-, Bundes- sowie Gemeindestraßen.

Sebastian Rosenkötter