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Ostholstein Rasant, praktisch und umstritten: Wettstreit der Drohnen in Kellenhusen
Lokales Ostholstein Rasant, praktisch und umstritten: Wettstreit der Drohnen in Kellenhusen
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07:00 03.05.2019
Drohnen-Pilot Kay Bischoff testet seine Wettkampf-Drohne auf der Südstrand-Wiese in Kellenhusen. Quelle: FOTOS: Saskia Bücker
Kellenhusen

Startschuss für das erste Drohnenfestival in Kellenhusen: Seit gestern surren die Flugroboter über der Südstrand-Wiese hinter dem DLRG-Turm. Besucher können Flugroboter für sportliche Wettkämpfe, Rettungseinsätze und Landschaftsfotografie in Aktion sehen – und sogar selbst testen.

Die ersten Festival-Besucher sind am Donnerstagvormittag Ralf-Gerd (65) und Erika (64) Zülsdorf aus Reinbek. „Wir sind Hobbyfotografen und denken schon länger darüber nach, uns eine Drohne anzuschaffen“, sagt Ralf-Gerd Zülsdorf. Gesteuert haben sie so ein ferngesteuertes Flugobjekt allerdings noch nie.

Besucher können Drohnen in Kellenhusen selbst fliegen

Das ändert Thorsten Eichert von der Drohnen-Schule „Drone Safety“. Er hat auf dem Festival einen Stand mit Drohnen für Landschaftsfotografie. Eichert führt das Ehepaar in den sogenannten „Käfig“, einen mit einem Schutznetz abgetrennten Bereich, in dem die Besucher Testflüge machen können – ohne Drohnen-Führerschein. „Den brauchen Privatpersonen erst, wenn die Drohne schwerer ist als zwei Kilogramm“, sagt Eichert.

Dann erklärt er den beiden die Steuerung. Linker Knüppel: Die Drohne fliegt hoch und runter. Rechter Knüppel: Sie fliegt vor und zurück. Plötzlich erscheint eine Warnung auf dem Display der Steuerung. „Der Wind ist heute stark“, sagt Eichert, „da müssen wir vorsichtig sein“.

Drohnen haben in Deutschland ein schlechtes Image

Besucherin Erika Zülsdorf steuert die Drohne noch etwas wacklig in Richtung Wolken. Ihr Fazit nach dem ersten Flug: „Gar nicht so einfach.“ Vor allem, die Drohne im Blick zu haben und gleichzeitig die von ihr gemachten Bilder auf dem Display anzuschauen. Ehemann Ralf-Gerd ist begeistert: „Das wäre auf jeden Fall etwas für mich.“

Zum ersten Mal findet ein Drohnen-Festival in Kellenhusen statt. Besucher informieren sich über deren Einsatz bei Rettungseinsätzen und in der Landschaftsfotografie. Der Höhepunkt: Am Wochenende liefern sich Piloten ein Drohnen-Wettrennen.

Festival-Organisator Kay Bischoff teilt diese Leidenschaft für die Flugroboter. Er weiß aber auch: In Deutschland ist nicht jeder begeistert von Privatpersonen, die ihre Drohnen durch die Gegend steuern. „Viele Menschen sind misstrauisch und haben Angst um ihre Persönlichkeitsrechte“, sagt der Bad Segeberger. Deshalb organisiere er mit dem Tourismus-Service Kellenhusen das Festival. So etwas habe es in dieser Form noch nicht in Schleswig-Holstein gegeben. „Wir wollen die Menschen auf die positiven Eigenschaften der Technik aufmerksam machen.“

In Kellenhusen: Drohnen-Wettrennen am Wochenende

80 Pilotenkommen am Wochenende nach Kellenhusen und treten mit Renn-Drohnen gegeneinander an – am Sonnabend, 4. Mai und Sonntag,

5. Mai zwischen 10 und 18 Uhr. Das Finale findet am Sonntag um 15 Uhr mit anschließender Siegerehrung statt.

Ein Team vom Arbeiter-Samariter-Bund berichtet an einem Festival-Stand beispielsweise über den Einsatz von Drohnen bei Rettungseinsätzen. Florian Frambach, Drohnen-Experte bei der Kreisgruppe Ostholstein, kennt die Vorteile von Drohnen, wenn eine Person im offenen Meer verschwunden, ein Rentner aus dem Seniorenheim vermisst oder ein Wald in Brand gesetzt ist. „Drohnen liefern schnell und präzise Bilder aus der Luft“, sagt der 32-Jährige. Sein Kollege Udo Glauflügel (64) ergänzt: „Da können wir wirklich jeden Grashalm sehen.“ Mit Wärmebild-Kameras könnten Vermisste zudem besser in undurchsichtigem Gelände gefunden werden.

Neben den Drohnen-Experten an den Ständen fliegen am Sonnabend und Sonntag 80 Piloten aus ganz Deutschland mit ihren selbst gebauten Drohnen um die Wette. „Die Copter fliegen in drei Metern Höhe durch einen Parcour mit aufblasbaren Toren und Beachflags“, erklärt Organisator Bischoff. Die Drohnen seien so gebaut, dass sie bis zu 120 Stundenkilometer schnell sind. Der Wettkampf dauere allerdings pro Runde nur zwei Minuten. Dann sei der Akku leer.

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Saskia Bücker

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