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Ostholstein Nach Kampfhund-Attacke: Spitz „Julep“ knapp dem Tod entronnen
Lokales Ostholstein Nach Kampfhund-Attacke: Spitz „Julep“ knapp dem Tod entronnen
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15:21 04.10.2019
Angelika Gross ist froh, dass ihr Spitz „Julep" die schlimmsten Verletzungen überstanden hat. Quelle: Susanne Peyronnet
Ratekau

Am vergangenen Wochenende ging es „Julep“ ganz, ganz schlecht. „Ich dachte, er stirbt“ sagt Angelika Gross aus Ratekau. Knapp drei Wochen ist es jetzt her, dass ein großer Hund – „ein Kampfhund“, sagt Angelika Gross – sie und ihren Spitz auf einemWanderweg am Wasserwerk „Kleinensee“ angegriffen hat. Überwunden haben Hund und Frauchen die körperlichen und seelischen Verletzungen noch lange nicht.

„Er ist auf Menschen gerade nicht gut zu sprechen“, sagt Angelika Gross über „Julep“, wenn Besuch kommt. Dann bleibt der Hund erst einmal für sich. Die Schmerzen, die vielen Medikamente und täglichen Tierarztbesuche haben ihm zugesetzt. Wegen des Stresses und der Arzneien habe sich seine Bauchspeicheldrüse entzündet, berichtet seine Besitzerin. Erst nachdem sie alle Medikamente rigoros abgesetzt und alle weiteren Untersuchungen abgelehnt habe, gehe es „Julep“ besser.

Beschwerlicher Alltag eines verletzten Hundes

Aber fressen mag er immer noch nicht wieder. Das Futter in seinem Napf rührt er nicht an. Drei bis fünf Mal am Tag gibt ihm Angelika Gross das Futter direkt ins Maul. Das Trauma des Angriffs erstreckt sich auch aufs Gassi gehen. „Ich kann mit ihm nicht wieder in den Wald“, sagt die Besitzerin. Wenn „Julep“ mal muss, geht es gerade mal bis zum Rasen vor dem Haus und dann wieder zurück in die Wohnung. Selbst dorthin muss ihn Angelika Gross tragen. „Er konnte bis jetzt kaum laufen“, berichtet sie.

Spitz „Julep" hat die schlimmsten Verletzungen überstanden. Der Vorfall und die ständigen Arztbesuche haben ihn aber sehr mitgenommen. Quelle: Susanne Peyronnet

Über all das hat sie ihre eigenen Verletzungen beinahe vergessen. An ihrer linken Hand ist noch der Daumen verbunden, der Mittelfinger wird von einer Schiene gehalten. An beiden Fingern hat sie Bisswunden erlitten, außerdem einen Fingernagel an der rechten Hand verloren. Seit dem Angriff sind sie und ihr Hund täglich bei Ärzten in Behandlung gewesen. Das soll bald ein Ende haben. „Ich mag nicht mehr“, sagt Angelika Gross. Sie weiß aber auch: „Es ist eine langwierige Geschichte.“

Spenden für die Tierarztkosten

Eine teure dazu. Die Tierarztkosten belaufen sich bis jetzt auf etwas über 3000 Euro. Geld, das Gross nicht allein aufbringen kann. Es sind bereits Spenden eingegangen, für die sie sehr dankbar ist. Jemand hat sich bereit erklärt, die Tierarztkosten zu übernehmen. Angelika Gross weiß aber nicht, wer das ist. „Da hat die Polizei die Hand drauf.“ Dort habe sich der Spender gemeldet. Eine andere Unterstützerin hat mitgeteilt, dass beim Hundefutter-Geschäft „Futtersalon“ in Ahrensbök eine Spardose für „Julep“ und Angelika Gross aufgestellt worden ist. Außerdem will sich die Hundebesitzerin an den Weißen Ring wenden.

Polizei bittet um Hinweise

Die Ermittlungenführt die Polizei in Lübeck-Kücknitz, Tel. 04 51/300 36 30, weil das Wasserwerk Kleinensee auf Lübecker Gebiet liegt. Der Angriff auf Angelika Gross und „Julep“ ereignete sich dort am Nachmittag des 14. September, einem Sonnabend.

Gesucht wird ein Mann, der seinen Hund „Harald“ rief. Angelika Gross hat ihn als etwa 1,80 Meter groß und gepflegt gekleidet beschrieben. Darüber hinaus war ihr in Tatortnähe ein kleiner, weißer Hyundai mit Lübecker Kennzeichen aufgefallen.

Die Polizei hat unterdessen noch keine Spur zu dem Angreifer, dem Hund „Harald“, und seinem Besitzer, einem etwa 1,80 Meter großen Mann. Auch ein Zeugenaufruf hat nichts erbracht. Angelika Gross kann den unbekannten Mann, der mit seinem Hund nach dem Angriff einfach wegging, nicht genauer beschreiben. Aber den Hund „Harald“. Der sei bildhübsch, dunkelgrau bis schwarz, mit einem weißen Streifen im Gesicht. „Das war ein Kampfhund, ein Pitbull, Staffordshire-Bullterrier oder Cane Corso. Der war groß und sehr muskulös“.

Der Hund hat einen schrecklichen Eindruck bei Angelika Gross hinterlassen, den sie nicht mehr überwinden kann. „Ich habe panische Angst vor großen Hunden. Da ist ein Trauma nachgeblieben.“

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