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Ostholstein Reinhard Sager strebt eine dritte Amtszeit als Landrat an
Lokales Ostholstein Reinhard Sager strebt eine dritte Amtszeit als Landrat an
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23:40 09.09.2014
Reinhard Sager möchte weitere acht Jahre an seinem Schreibtisch im Eutiner Kreishaus sitzen. Quelle: Peyronnet
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Eutin

Er ist Landrat und er will Landrat bleiben: Reinhard Sager (55, CDU), seit 2001 Chef der Kreisverwaltung Ostholstein, gab gestern bekannt, dass er im kommenden Jahr für eine weitere achtjährige Amtszeit kandidiert. Anders als bei seinen beiden vorherigen Wahlen sind nicht mehr die Ostholsteiner gefragt. Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2009 wählt nun wieder der Kreistag den Landrat.

„Ich habe nach wie vor Freude an dem Amt. Es ist sehr vielschichtig, und mit dem Kreistag und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung habe ich einiges geschafft“, begründete Sager seine Entscheidung. Er habe sich zum Ziel gesetzt, ein halbes Jahr vor Ende seiner Amtszeit am 2. Juli 2015 beziehungsweise vor dem Wahltermin im März Klarheit zu schaffen. Vor der Entscheidung habe er mit seiner Familie und mit den Fraktionen im Kreistag gesprochen.

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Sager war der erste Landrat, der von den Ostholsteinern direkt gewählt wurde. 2001 und dann noch einmal 2006 erhielt er eine deutliche Mehrheit der Stimmen. Nun könnte er auch der erste Landrat sein, der wieder wie früher vom Kreistag gewählt wird. Die Zeichen dafür, so sein Eindruck, stehen gut. „Ich verspüre sehr viel Rückenwind, fühle mich bestärkt und bestätigt, und das sehr deutlich“, sagte Sager.

Nach der Erklärung des Landrats von gestern ist jetzt der Kreistag gefragt. Er muss zunächst die Modalitäten der Wahl festlegen. Regulär muss die Stelle des Landrats ausgeschrieben werden, der Kreistag könnte jedoch per Beschluss darauf verzichten. Sager selbst geht von einer Ausschreibung aus, vermutet aber, dass die Beratungen der Fraktionen noch nicht abgeschlossen sind.

Dass er jetzt nicht mehr direkt, sondern vom Kreistag gewählt wird, hat für ihn Vor- und Nachteile. „Ich war früher ein Anhänger der Direktwahl, aber auch die Wahl durch die Kreistag hat ihre Vorzüge.“ Mit dem Ende der Direktwahl sei eine der wichtigsten Entscheidungen in einem Kreis wieder in die Hand des Kreistags gelegt worden.

Die Zusammenarbeit mit dem Gremium sei stets sehr vorteilhaft, es herrsche ein gutes Miteinander. Beschlüsse würden zu über 90 Prozent einstimmig oder nahezu einstimmig gefasst. Zusammen mit Politik und Verwaltung, so Sager, sei die Haushaltskonsolidierung vorangebracht worden, werde der demografischen Wandel durch den Öffentlichen Nahverkehr und Barrierefreiheit gestaltet und versucht, die Auswirkungen der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung abzumildern. Gerade das Thema Hinterlandanbindung werde ihn auch in einer weiteren Amtszeit beschäftigen, so Sager, der die Planlosigkeit des Bundesverkehrsministeriums beklagt. „Wir brauchen einen Plan, auf den sich die Menschen verlassen können. Das scheint aber eher Stückwerk zu sein.“ Eine nahtlose Zusammenarbeit gebe es dagegen mit dem Kieler Verkehrsminister, wer immer das gerade sei. „Sonst wäre unser Einfluss noch geringer“, sagt Sager, der trotz seiner CDU-Mitgliedschaft von sich sagt: „Ich habe das Amt immer sehr überparteilich ausgeübt.“

Susanne Peyronnet