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Ostholstein Rekordverkauf an Gewerbeflächen in Eutin – Unternehmenspark soll wachsen
Lokales Ostholstein Rekordverkauf an Gewerbeflächen in Eutin – Unternehmenspark soll wachsen
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20:00 04.02.2020
Der „Unternehmenspark Holsteinische Schweiz“ in Eutin soll erweitert werden. Die neuen Gewerbeflächen schließen sich an die bestehenden, rechts von der Zufahrt über die Röntgenstraße an. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

„Ausverkauft“ wird es in absehbarer Zeit im Interkommunalen Gewerbegebiet Eutin-Süsel, dem „Unternehmenspark Holsteinische Schweiz“, heißen. 1,5 Hektar Gewerbefläche von 15 stehen noch zur Verfügung. 9400 Quadratmeter davon seien bereits reserviert, sagt Dirk Bremken von der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh).

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises kümmert sich um die Erweiterung bestehender und die Planung neuer Gewerbeflächen. In Eutin sind die Weichen für eine Vergrößerung bereits gestellt.

„2019 war ein sehr erfolgreiches Jahr für den Verkauf von Gewerbeflächen, sowohl kreisweit als auch in Eutin“, sagt Bremken, bei der Egoh zuständig für Gewerbegebiete und -zentren. Zuletzt habe man 2011 ein ähnliches Rekordjahr erlebt. „Damals waren die Grundstücke allerdings deutlich kleiner. Sie lagen bei einer Durchschnittsgröße von rund 2000 Quadratmetern.“

Während sonst im Schnitt pro Jahr kreisweit 3,1 Hektar weggingen, seien im vergangenen Jahr 9,6 Hektar vermittelt worden. „Ein sprunghafter Anstieg“, sagt Bremken.

13 Gewerbeflächen wurden 2019 vermittelt

Acht Hektar habe die Egoh aus dem eigenen Bestand bedienen können. 1,6 Hektar habe die Stadt Neustadt für die Ansiedlung der Baltic Wind Werke erworben, sagte Dirk Bremken. 2019 seien insgesamt 13 Gewerbeflächenverkäufe auf den Weg gebracht worden. „Darunter waren viele große Flächen.“ In den Jahren zuvor, seit 2010, habe man im Durchschnitt neun Kaufverträge im Jahr geschlossen.

Dirk Bremken ist bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein zuständig für Gewerbegebiete und -zentren. Quelle: Ulrike Benthien

In seinen „Top 5“ der insgesamt in Ostholstein verkauften Flächen 2019 stehen die Baltic Wind Werke mit 16 000 Quadratmetern auf Platz 1. Es folgen im „Unternehmenspark Holsteinische Schweiz“ das Unternehmen Rosenrot Naturkosmetik, das auf seinen 13 000 Quadratmetern in diesem Jahr bauen will, und Nelson Park Terrassendächer mit einem Zukauf von 6600 Quadratmetern (der Betrieb will erweitern und verfügt jetzt über insgesamt 2,16 Hektar). Platz 4 belegt der Wäschedienst Pätzold mit 9081 Quadratmetern, er sitzt im Gewerbepark Neustädter Bucht. Platz 5 hält Auto Ahrends (Gewerbegebiet Ahrensbök) mit 4619 Quadratmetern.

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Drei Gründe zählt Dirk Bremken für den erfolgreichen Flächenverkauf auf. „Den mittelständischen Unternehmen geht es gut. 70 bis 80 Prozent der Grundstücke gehen an Bestandsunternehmen aus der Region.“ Zum anderen sind die Betriebe „angepiekt“, sagt Bremken. „Sie denken, wenn ich jetzt nicht zugreife, bekomme ich nichts mehr.“ Und schließlich: „Sie kaufen, weil sie unbedingt hierher wollen.“

Ostholstein punktet mit Lebensqualität

„Der Lebens- und Wohnwert in Ostholstein ist ein enormer Standortvorteil. Das stelle ich immer wieder fest“, erklärt der Egoh-Vertreter. Er berichtet von einem Betrieb, der von Buchholz nach Oldenburg, sowie einem anderen, der von Hamburg nach Neustadt umgesiedelt sei, weil deren Inhaber sich an der Küste und in der holsteinischen Landschaft so wohlfühlten. Auch die Manufaktur Rosenrot Naturkosmetik habe aus Heilbronn nach Eutin gewollt. „Ein solcher Umzug ist aber bundesweit sehr selten“, sagt Dirk Bremken.

Für den „Unternehmenspark Holsteinische Schweiz“ ist eine Erweiterung um 15 Hektar geplant. Dass die neue Fläche an die vorhandene andockt, nennt Dirk Bremken „städtebaulich sehr wertvoll“. Gewerbeflächen in Städten und Gemeinden seien in der Regel eher zersplittert.

Er rechnet damit, im Herbst in den städtischen Gremien vorstellen zu können, wie hoch die Grunderwerbs- und die Herstellungskosten für das Areal sein werden und zu welchem Quadratmeterpreis die Grundstücke später potenzielle Käufer angeboten werden können. „Der Preis hängt auch von der Förderung ab. Er kann sich dadurch um 40 bis 50 Prozent reduzieren“, sagt Bremken.

Suche nach Standorten in Umland-Gemeinden

Auch in umliegenden Gemeinden hat die Egoh Flächen für weitere Gewerbegebiete untersucht. In Süsel ist das Gebiet Am Goldberg längst voll, hier böte sich ein unmittelbar angrenzendes Grundstück an. „Es wäre Platz für fünf bis sechs Unternehmen und könnte den rein örtlichen Bedarf abdecken“, erklärt Dirk Bremken. Gemeint sind zum Beispiel Handwerksbetriebe aus Süsel.

In Ahrensbök gibt es das Bestandsgebiet Barghorst mit knapp neun Hektar Gewerbefläche. „Hier haben wir jahrelang nichts verkauft, in den letzten zwei, drei Jahren ging es aber deutlich aufwärts“, sagt der Egoh-Vertreter. „Aktuell gibt es dort noch drei freie Flächen.“ An der Flachsröste hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft zehn Hektar für Neuansiedlungen ausgemacht.

Ein Interkommunales Gewerbegebiet in Ratekau?

Unter dem Arbeitstitel „Ratekau Luschendorf“ läuft bei der Egoh eine Fläche an der A 1, Abfahrt Pansdorf (nördliche Richtung). Dort könnte ein bis zu 30 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen, das auf Ratekauer Gebiet liegt, aber von der Gemeinde interkommunal mit den Nachbarn Ahrensbök und Scharbeutz genutzt wird.

Im gerade fertig gewordenen Gewerbeflächenentwicklungskonzept sei auch für Timmendorfer Strand ein zehn bis 15 Hektar großer möglicher Standort im Bereich Lübecker Straße/Vogelsang ausgemacht worden, sagt Dirk Bremken.

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Von Ulrike Benthien

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