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Ostholstein Riesen-Bärenklau: Giftpflanze breitet sich im Norden aus
Lokales Ostholstein Riesen-Bärenklau: Giftpflanze breitet sich im Norden aus
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12:47 14.07.2017
Der Riesen-Bärenklau breitet sich in Ostholstein aus – wie hier auf einem Feld in Neukirchen. Quelle: Foto: Binder
Oldenburg/Neukirchen

Bei Einwohnern wächst die Sorge, dass der Riesen-Bärenklau sich ungehindert weiter ausbreitet. Kreis und Kommunen fordern dazu auf, die jeweiligen Gemeinden zu informieren, wenn die Pflanze sich dort ein Zuhause gesucht hat. Auch auf Privatgrundstücken solle das Gewächs vernichtet werden, appellieren die Behörden an die zuständigen Eigentümer.

Standorte den Gemeinden melden

Wer Riesen-Bärenklau entdeckt, sollte seinen Fund der jeweiligen Gemeinde melden. Auch wenn die Pflanzen auf Privatgrund stehen, können die Kommunen in der Regel den jeweiligen Besitzer kontaktieren. Zur Beseitigung der Giftpflanzen sollte Schutzkleidung getragen und im Zweifel Fachleute hinzugezogen werden.

Der Riesen-Bärenklau ist hierzulande bereits seit einiger Zeit auf dem Vormarsch. Erst vor Kurzem wurden diverse neue Standorte im Süden Ostholsteins entdeckt – jetzt machen weitere Bilder aus dem Norden die Runde. Unter anderem in Oldenburg und Neukirchen hat sich die Giftpflanze breit gemacht.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Kaukasus. Anders als der heimische Wiesenbärenklau kann der „große Bruder“ für Menschen und auch einige Tiere gefährlich werden: Schmerzhafte Quaddeln und Blasen, vergleichbar mit Verbrennungen zweiten Grades, können entstehen, wenn die Haut mit dem Gewächs in Kontakt kommt. Allein der Geruch, den das Gewächs verströmt, kann zudem Übelkeit oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Der Fachdienst Naturschutz des Kreises hatte bereits nach den ersten Funden zu verstärkten Kontrollen aufgerufen (die LN berichteten). Nach Möglichkeit müsse schon die Blüte verhindert, die Pflanzen also vorher vernichtet werden: Auf diese Weise könne sich der Riesen-Bärenklau nicht über die Samen vermehren.

Dafür ist es fürs Erste zwar zu spät: Der Riesen-Bärenklau im Norden Ostholsteins blüht schon. Trotzdem wollen die betroffenen Kommunen und Ämter die Störenfriede beseitigen, so gut es geht. Der Oldenburger Bauhof will sich voraussichtlich noch heute um die Giftpflanzen kümmern, die im Bereich zwischen Autobahn 1 und Sonnenweg stehen. Die Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben erst gestern von der dortigen Entdeckung erfahren.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation offenbar im Bereich Wulfshof an der Neukirchener Gemeindegrenze zu Heringsdorf. Dort hat der Riesen-Bärenklau ein ganzes Feld erobert – das nach Angaben der zuständigen Amtsverwaltung jedoch in privater Hand ist. In solchen Fällen dürften die Gemeinden nicht einfach eingreifen, sondern müssten sich mit den Grundstückseigentümern abstimmen, heißt es vom Fachdienst Naturschutz des Kreises.

Während die Einen sich vor einer weiteren Ausbreitung der Pflanze fürchten, können Andere dem Ganzen derweil doch auch etwas Positives abgewinnen: Als Kaninchenfutter sind die Blätter des Riesen-Bärenklau sehr beliebt. Wer sich bedient, sollte allerdings auf jeden Fall Handschuhe tragen, mahnen Experten.

 jen