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Ostholstein Der Walt-Disney-Zeichner von Fehmarn
Lokales Ostholstein Der Walt-Disney-Zeichner von Fehmarn
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13:34 09.12.2018
Ausstellung 2014 auf Fehmarn: Robert  „Jim“ Lewis vor einem Otto-Dix-Porträt.
Ausstellung 2014 auf Fehmarn: Robert „Jim“ Lewis vor einem Otto-Dix-Porträt. Quelle: GERD-J. SCHWENNSEN
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Fehmarn

Er begann als Trick-Zeichner bei Walt Disney: Das Dornröschen entstammt seiner Feder. Über die US-Army kam Robert „Jim“ Lewis nach Deutschland. Nach seinem Ruhestand lebte er auf Fehmarn, jetzt ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Als Kameramann beim Süddeutschen Rundfunk wurde Lewis zum Zeitzeugen der frühen Fernsehgeschichte. Er arbeitete mit Regisseuren und Filmstars wie Helmut Käutner, Erika Pluhar oder Curd Jürgens zusammen. Der Literatur-Nobelpreisträger Samuel Beckett – mit dem er acht Experimentalfilme drehte – widmete ihm eigens ein Gedicht. Und er arbeitete auch an TV-Dokumentation über Pink Floyd und Deep Purple mit.

Erste Ausstellung mit 78 Jahren

Das Meer lockte ihn und Ehefrau Regina Lewis-Rickert, die aus Güstrow stammt, zurück in den Norden. Viele wussten gar nicht, wer der große Unbekannte in der Burger Osterstraße war. Bis er mit 78 Jahren seine Bilder 2014 erstmals im Burger „Senator-Thomsen-Haus“ ausstellte. Denn im Ruhestand hatte Lewis seine alte Leidenschaft, die Malerei, wiederentdeckt. Freunde wie der Filmemacher Paul Kulms ermunterten den gebürtigen Kalifornier, seine Bilder zu zeigen: Gemälde von eigentümlichen Frauengestalten, gewagte Akte oder auch ein Otto-Dix-Porträt. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von seinem Sohn Philip am Klavier. Eine späte Anerkennung für den schon damals erkrankten Amerikaner.

Mitte 2017 zog Lewis mit seiner Frau Regina in die Nähe von Tübingen.

Gerd-J. Schwennsen