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Ostholstein SPD abgehängt: CDU in allen drei Wahlkreisen Nummer eins
Lokales Ostholstein SPD abgehängt: CDU in allen drei Wahlkreisen Nummer eins
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20:10 08.05.2017
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Ostholstein

Sieben Abgeordnete werden künftig den Kreis Ostholstein im Schleswig-Holsteinischen Landtag vertreten: Tim Brockmann, Hartmut Hamerich und Peer Knöfler von der CDU, Regina Poersch und Sandra Redmann von der SPD. Dazu kommen die Grüne Marlies Fritzen sowie der AfD-Vertreter Frank Brodehl. Bisher war Ostholstein mit sechs Abgeordneten in Kiel präsent:

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Gestern Morgen begannen Udo Klussmann (l.) und Uwe Tewes an der Plöner Straße in Eutin damit, die rund 80 Wahlplakate der SPD in der Stadt abzumontieren. Quelle: Foto: U. Benthien
„Wichtig ist, dass die FDP wieder auf die Füße kommt. Jörg Hansen FDP-Kreisvorsitzender

drei Sozialdemokraten, zwei Christdemokraten und Fritzen (Grüne). Bei der CDU gibt es mit Brockmann und Knöfler zwei neue Gesichter. Neu dabei ist auch Brodehl für die erstmals in den Landtag gewählte AfD.

Ostholstein ist wieder CDU- Land. Hatte vor fünf Jahren noch SPD-Direktkandidat Lars Winter in Ostholstein-Nord die Nase vorn, konnte die SPD am Sonntag in keinem der drei Wahlkreise die Mehrheit holen. Mühelos erreichte die CDU ihr Wahlziel von drei Direktmandaten. In Ostholstein-Nord setzte sich CDU- Mann Knöfler mit 40,6 Prozent gegen Andreas Herkommer von der SPD (34,1 Prozent) durch, in Plön-Ostholstein lag Brockmann mit 40,7 Prozent der Erststimmen vor SPD-Konkurrentin Regina Poersch (33 Prozent), und in Ostholstein-Süd schaffte Hamerich (41,7 Prozent) einen Vorsprung von fast neun Prozentpunkten vor SPD-Frau Sandra Redmann (32,8 Prozent). Poersch und Redmann ziehen aber ebenso wie Fritzen und Brodehl über die Liste ins neue Parlament.

Hatte die SPD vor fünf Jahren bei den entscheidenden Zweitstimmen noch in knapp der Hälfte der Städte und Gemeinden im Kreis die Nase vorn, reichte es nun gerade noch für eine Handvoll eher kleinerer Kommunen: Damlos, Fehmarn, Göhl, Heiligenhafen und Süsel. In Beschendorf liegen CDU und SPD gleichauf. Das beste Zweitstimmen-Ergebnis holte die SPD in Heiligenhafen (37,6 Prozent), das schlechteste in Timmendorfer Strand (21,2 Prozent).

Die CDU toppte in sechs Kommunen die 40-Prozent-Marke: in Gremersdorf, Kabelhorst, Grube, Altenkrempe, Grömitz und Schönwalde. Gegen den Trend Federn lassen musste sie dagegen in Dahme, dort ging es bei den Zweitstimmen von 41,3 auf 37,8 Prozent. Das schlechteste Ergebnis fuhr die CDU mit 26,2 Prozent in Göhl ein. Insgesamt liegt die CDU in Ostholstein mit 34,4 Prozent der Zweitstimmen über dem Landesschnitt (33 Prozent), ebenso die SPD mit ihren 28,8 Prozent (27,2 Prozent).

Drittstärkste Kraft im Kreis ist die FDP mit 12,5 Prozent. Damit übertreffen auch die Liberalen in Ostholstein das landesweite Ergebnis von 11,5 Prozent. Ihre Hochburgen liegen in den Badeorten wie Timmendorfer Strand (18,6 Prozent), Scharbeutz (15,9 Prozent), Grömitz (14,3 Prozent) und Dahme (14,1 Prozent). Auch Malente kann sich mit 13,8 Prozent sehen lassen. Nicht ganz so üppig fiel die Ernte für die Kubicki-Partei im Kreis-Norden aus.

Die Grünen holten 10,9 Prozent der Zweitstimmen im Kreis und blieben damit unter ihrem Landeswert (12,9 Prozent). Ihre besten Ergebnisse fuhren sie neben den kleineren Gemeinden Beschendorf (16,3 Prozent), Heringsdorf (13,9 Prozent) und Kasseedorf (13,0 Prozent) vor allem in Eutin mit 13,5 Prozent ein. Aber auch die Ergebnisse von Neustadt (12,5 Prozent) oder Malente (12,0 Prozent) können sich sehen lassen. Ein schwieriges Pflaster für die Öko-Partei ist Dahme. Hier reichte es nur für 6,6 Prozent – das schlechteste Ergebnis.

Die AfD liegt in Ostholstein mit 6,2 Prozent leicht über ihrem Landesdurchschnitt von 5,9 Prozent der Zweistimmen. Dahme (7,8 Prozent), Wangels (7,6 Prozent), Neukirchen (7,2 Prozent), aber auch Ratekau mit 6,8 Prozent ragen heraus. In Altenkrempe (2,8 Prozent), Manhagen (3,5 Prozent) und Sierksdorf (3,7 Prozent) gab es dagegen deutlich weniger Zuspruch.

Die Piraten, bei der Landtagswahl 2012 mit stolzen 8,2 Prozent in den Kieler Landtag eingezogen, schafften im Kreis nur ein Ergebnis von 1,1 Prozent. Am besten schnitten sie in Riepsdorf (3,9 Prozent), Harmsdorf (2,2 Prozent) und Manhagen (2,0 Prozent) ab.

Arnold Petersen