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Ostholstein Ursache für Fischsterben im Sahrensdorfer Binnensee gefunden
Lokales Ostholstein Ursache für Fischsterben im Sahrensdorfer Binnensee gefunden
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11:42 20.09.2019
Tote Fische haben die Behörden auf den Plan gerufen (Symbolfoto). Quelle: Florian Grombein
Fehmarn

Die Ursache des Fischsterbens, das sich Anfang September im Sahrensdorfer Binnensee auf Fehmarn ereignet hat, ist geklärt. Wie der Fachdienst Boden- und Gewässerschutz des Kreises Ostholstein mitteilt, war der hohe Ammoniumgehalt des Wassers für die Verschlechterung des Gewässerzustandes verantwortlich. Die Ursache lag nicht, wie zunächst angenommen, in einem zu geringen Sauerstoffgehalt.

Am Montag, 3. September, war der Kreis über eine mögliche Verunreinigung des Gewässers Sahrensdorfer Binnensee informiert worden. Gemeinsam mit dem Umweltschutztrupp der Polizei wurde die Situation vor Ort überprüft. Bei der Ortsbesichtigung konnten keine Hinweise auf ein Fehlverhalten, etwa durch die direkte Einleitung wassergefährdender Stoffe, festgestellt werden. Die Polizei hat Wasserproben genommen, diese wurden allerdings auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck nicht analysiert, da kein unmittelbarer Verursacher festgestellt werden konnte.

Analysen in einem unabhängigen Labor

Um Erkenntnisse zu einer möglichen Ursache zu erhalten, hat die Untere Wasserbehörde des Kreises Ostholstein die Analyse einer Wasserprobe, die durch die Stadtwerke genommen worden war, von der Stadt Fehmarn erbeten. Unabhängig davon hat der Kreis eine Referenzprobe genommen. Die Ergebnisse der Messungen sind von einem unabhängigen Labor bewertet worden. Die Untersuchung ergab einen auffällig hohen Ammoniumgehalt des Wassers.

Ammonium wandelt sich in Abhängigkeit vom pH-Wert zum giftigen Ammoniak. Je höher der pH-Wert sei, desto mehr verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des sehr fischgiftigen Ammoniaks (NH3), während der Anteil des kaum giftigen Ammoniums immer geringer werde, teilte der Kreis Ostholstein dazu mit. Bei Algenwachstum in einem Gewässer steigt der pH-Wert an, da Algen für die Photosynthese unter anderem Kohlendioxid brauchen. Hinzu kommt, dass die Giftigkeit von Ammoniak von der Temperatur abhängig ist. So ist Ammoniak bei einer Wassertemperatur von 25 Grad vier Mal so giftig wie bei fünf Grad kaltem Wasser.

Grenzwert deutlich überschritten

Im Sahrensdorfer Binnensee lag der ermittelte Ammoniakwert bei rund 0,14 Milligramm pro Liter und damit deutlich über dem Grenzwert von 0,02 Milligramm pro Liter. Die hohen Ammoniumwerte weisen auf Einträge in den See aus der Umgebung hin. Darunter könnte das Wasser aus den Dränagen von benachbarten Feldern sowie aus ungereinigtem Regenwasser der umliegenden Orte fallen. Für die Überwachung der Düngeverordnung ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zuständig. Es ist vom Kreis informiert worden.

Auf Fehmarn werden die Regenwasseranlagen nach und nach nachgerüstet. Das Regenwasser aus den Orten Sahrensdorf und Meeschendorf wird jedoch bislang noch ohne mechanische Vorreinigung in den Binnensee eingeleitet. „Der Sahrensdorfer Binnensee steht im Eigentum der Stadt Fehmarn.“, erläutert Nils Hollerbach, Leiter des Fachbereichs Umwelt, Bauen und Verkehr des Kreises Ostholstein.

Immer wieder mal Fischsterben

„Seit den 1990er Jahren ist es im Binnensee wiederholt zu Fischsterben gekommen“, sagt Nils Hollerbach. Seitens des Kreises sei bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass der Binnensee mit seiner geringen Wassertiefe aufgrund seiner Lage, seines Aufbaus und seines Einzugsbereiches als Angelgewässer wenig geeignet erscheine. „Der Fischbesatz kann eine weitere Ursache für den Zustand des Sahrensdorfer Binnensees darstellen.“

Der Sahrensdorfer Binnensee ist 43 Hektar groß und ein bis vier Meter tief. Er ist aus einem alten Torfstich entstanden. In den 1970er und 80er Jahren ist der Binnensee mit Karpfen besetzt worden. Seit einigen Jahren wird er von einem Fehmaraner Angelverein genutzt.

Von sas

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