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Ostholstein Sana: Ameos zieht Antrag auf Übernahme zurück
Lokales Ostholstein Sana: Ameos zieht Antrag auf Übernahme zurück
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18:06 19.03.2019
Angestrebt worden war die Übernahme zum 1. Januar 2019. Doch noch steht der Name Sana an der Eutiner Klinik. Quelle: Peyronnet
Eutin/Oldenburg

Der entscheidende Text auf der Seite des Bundeskartellamtes ist kurz und knapp: „18.03.2019 (Rück­nah­me)“ heißt es dort hinter dem Eintrag, dass die Ameos-Psychiatrie-Holding 94,8 Prozent der An­tei­le an den Sa­na-Kli­ni­ken Ost­hol­stein übernehmen möchte. Ameos-Vorstandsmitglied Michael Dieckmann bestätigte die Rücknahme des Antrags und begründete sie mit sehr komplexen Übernahmeverhandlungen, die mehr Zeit erforderten.

Mit der Rücknahme seien die Pläne des Unternehmens keineswegs vom Tisch. „Wir möchten darauf hinweisen, dass Sana und Ameos an der grundsätzlichen Absicht zur Neuordnung der Versorgungslandschaft zum Wohle der Patienten festhalten“, heißt es unisono vom Ameos-Vorstand und von Sana-Sprecher Michael Hesse. Ursprünglich sollte das Kartellamt bis Anfang April entscheiden. Daraus wird erst einmal nichts.

Nur eine Unterbrechung

„Es ist eine Unterbrechung, um uns auf die vielen einzelnen Themen konzentrieren zu können“, sagte Dieckmann. Vor einer Unterschrift unter das Vertragswerk müsse zwischen Sana und Ameos alles geklärt sein. Und das sei viel: Fachabteilungen, Betten, der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Eutiner Klinik, die seit Jahren von schweren Wasserschäden heimgesucht wird. Dieckmann weiter: „Wir haben viele operative Themen, Themen der Vertragsgestaltung, deshalb unterbrechen wir erstmal und nehmen uns die Zeit.“

Auch die Klinik in Oldenburg soll als Teil der Sana-Kliniken Ostholstein in das Eigentum von Ameos übergehen. Quelle: Louis Gäbler

Am Dienstagnachmittag informierten Sana und Ameos den Kreis Ostholstein und das Kieler Sozialministerium über die neue Entwicklung. „Beide erklären übereinstimmend, dass sie an ihrem Ziel festhalten. Mehr wissen wir auch nicht“, sagte Landrat Reinhard Sager (CDU) dazu. Der Kreis Ostholstein ist mit 5,2 Prozent an den Sana-Kliniken beteiligt, die bis 1. Januar 2004 im Besitz der kreiseigenen Ostholstein Kliniken GmbH waren. Auswirkungen hat das nicht. Sager: „Wir sind bei dem Verfahren außen vor.“

Außen vor ist auch die Kieler Landesregierung. „Das Sozialministerium war in das Kartellverfahren nicht eingebunden und insofern auch nicht beteiligt an der jetzigen Entscheidung. Auch jenseits des kartellrechtlichen Verfahrens hat das Ministerium keine Bedenken zum geplanten Eigentümerwechsel geltend gemacht“, teilte Sprecher Christian Kohl mit. Das Ministerium erwarte von den Partnern, über die weiteren Planungen informiert zu werden.

Zeitplan ist noch ungewiss

Wie lange sich die geplante Übernahme hinauszögert und wann Ameos einen neuen Antrag beim Kartellamt stellt, ist noch offen. Ameos-Vorstand Dieckmann: „Das wird sicher ein paar Monate dauern.“

Ende Oktober 2018 war bekannt geworden, dass die Ameos-Gruppe die Sana-Standorte in OstholsteinEutin, Middelburg, Oldenburg und Fehmarn – übernehmen will. Als Termin war der 1. Januar 2019 vorgesehen, vorausgesetzt, das Kartellamt stimmt zu. Dessen Entscheidung verzögerte sich jedoch und war zuletzt für Anfang April vorgesehen.

Rund 120 Teilnehmer demonstrieren im Dezember für langfristige Tarifverträge und gesicherte Arbeitsbedingungen. Die Sana-Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsrechte. Quelle: Hannes Lintschnig

In der Zwischenzeit gingen die Sana-Mitarbeiter auf die Straße. Sie fürchteten, dass die Übernahme zu schlechteren Arbeitsbedingungen und schlechterer Bezahlung führen könnte. Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderten einen Tarifvertrag, der die bisherigen Vergütungen und Arbeitsbedingungen festschreibt, sowie eine langfristige Standortgarantie. Kurz nach Bekanntwerden der Übernahmepläne hatte Dieckmann mitgeteilt, im Übernahme-Vertrag sei vereinbart worden, dass alle Mitarbeiter zu den derzeitigen Konditionen dauerhaft zu übernehmen seien.

Susanne Peyronnet

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